2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligabericht

8:1! Club-Gala - und Haching-Frust: Nürnberg II greift nach der Krone!

32. Spieltag in der Regionalliga Bayern: Buchbach gerät am Valznerweiher unter die Räder +++ Last-Minute-Auswärtssieg für Memmingen in Haching +++ Ansbach behält gegen Fürth die Oberhand +++ Aschaffenburger Remis in Eichstätt +++ Hankofen-Hailing marschiert trotz Auswärtspunkt wohl endgültig Richtung Bayernliga

von Stephan Hörhammer · Heute, 16:45 Uhr · 0 Leser
Einfach Wahnsinn! Satte achtmal ließen es die Kicker der Nürnberger U23 an diesem Regionalliga-Samstag im Kasten der Buchbacher klingeln!
Einfach Wahnsinn! Satte achtmal ließen es die Kicker der Nürnberger U23 an diesem Regionalliga-Samstag im Kasten der Buchbacher klingeln! – Foto: Sportfoto Zink / D.Marr

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Was war das nur für ein nervenaufreibender 32. Spieltagssamstag in der Regionalliga Bayern! Alles dabei, was das Fußballherz begehrt - vom Mega-Kantersieg bis zu spannungsgeladenen Last-Minute-Herzschlagfinals!

Von vorne: Der 1. FC Nürnberg II steht unmittelbar vor dem Titelgewinn. Mit einem fulminanten 8:1-Schützenfest gegen einen restlos überforderten TSV Buchbach festigte der „Club“ die Tabellenführung - und benötigt ab sofort nur noch einen Punkt zur Meisterschaft. Während die Oberbayern nach der Trennung von Trainer Marc Unterberger ein Debakel erlebte, zeigten die Nürnberger Youngster trotz ihres feststehenden Aufstiegsverzichts pure Spielfreude. Schützenhilfe erhielt der FCN von der SpVgg Unterhaching, die im ersten Spiel nach der Verkündung ihres eigenen Drittliga-Verzichts mit 1:2 gegen den FC Memmingen quasi in letzter Minute patzte. Die Allgäuer können durch den späten Siegtreffer von Philipp Kirsamer den vorzeitigen Klassenerhalt feiern, während Haching nun mit zwei Punkten Rückstand auf die Würzburger Kickers Rang drei einnimmt.

Im Tabellenkeller spitzt sich die Lage für die SpVgg Greuther Fürth II nach der 1:3-Niederlage im Derby bei der SpVgg Ansbach bereits dramatisch zu. Trotz zahlreicher Großchancen bleibt das „Kleine Kleeblatt“ somit auf einem Relegationsplatz hängen.

Noch einmal Hoffnung schöpfen kann dagegen die Viktoria aus Aschaffenburg, die sich beim VfB Eichstätt durch ein spätes Tor zum 1:1 einen wichtigen Zähler im Abstiegstrubel erkämpfte. Ebenfalls unentschieden trennten sich der TSV Aubstadt und Schlusslicht SpVgg Hankofen-Hailing (1:1). Für die „Dorfbuam“ ist dieser Punkt aber zu wenig - bei jetzt sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und nur noch zwei übrigen Partien ist der Gang in die Bayernliga bei einer Tordifferenz von minus 39 in dieser Konstellation nicht mehr abzuwenden.

Einziger und letzter Hoffnungsschimmer für die Niederbayern: Wenn die erste Mannschaft der Fürther aus der zweiten Bundesliga absteigt, muss die U23 des "Kleinen Kleeblatts" quasi ebenfalls eine Liga tiefer - womit der 17. Tabellenplatz zum Relegationsplatz wird. Und dieser wäre für Hankofen bei entsprechenden Ergebnissen an den verbleibenden zwei Spieltagen noch erreichbar...

Vor 2.125 Zuschauern im Hachinger Sportpark entwickelte sich zunächst eine zerfahrene Partie, in der die Gäste aus Memmingen den Spielfluss der Hausherren durch viele Nicklichkeiten früh unterbanden. Der FCM agierte jedoch zielstrebiger: Nachdem Lukas Rietzler und Timo Schmidt erste Großchancen liegen ließen, belohnte Rufus Roth die Allgäuer in der 36. Minute nach einer Ecke mit der verdienten 1:0-Führung. Haching wachte erst kurz vor der Pause auf, ließ jedoch durch Jeroen Krupa und Christoph Ehrlich, der den Ball am leeren Tor vorbeisetzte, die Riesenchance zum Ausgleich liegen.

Die SpVgg kam mit viel Elan aus der Kabine und schlug in der 57. Minute zurück, als Simon Skarlatidis einen Abpraller zum 1:1-Ausgleich unter die Latte nagelte. In der Folge drängte Haching auf den Siegtreffer, doch weder Krattenmacher noch Müller fanden einen Weg vorbei an FCM-Keeper Dominik Dewein. Als bereits alles nach einer Punkteteilung aussah, nutzte Philipp Kirsamer in der 89. Minute ein Missverständnis in der Hachinger Hintermannschaft: Er umkurvte Torwart Erion Avdija und schob zum Last-Minute-Sieg für Memmingen ein, die damit drei glückliche, aber nicht unverdiente Punkte aus der Münchener Vorstadt entführen können.

Der Tabellenführer aus Nürnberg ließ von Beginn an keine Zweifel an seiner Dominanz aufkommen und legte gegen den TSV Buchbach einen Blitzstart hin. Bereits in der 7. Minute spitzelte Justin von der Hitz den Ball nach einem Zuckerpass am herausstürmenden Marcel Brinkmann vorbei ins Netz. Zwar versuchten die Gäste zwischenzeitlich, den FCN durch frühes Anlaufen unter Druck zu setzen, doch Tino Kusanovic (22.) im Nachsetzen und erneut der überragende von der Hitz (31.) schraubten das Ergebnis schnell auf 3:0. Dass die Nürnberger Defensive in der 34. Minute ein Luftloch schlug und Josue Mbila den Buchbacher Anschlusstreffer ermöglichte, blieb zur Pause lediglich ein kleiner Schönheitsfehler in einer ansonsten einseitigen Partie.

Nach dem Seitenwechsel brachen bei den Gästen alle Dämme, während die "kleinen Clubberer" in einen regelrechten Torrausch verfielen. Ayoub Chaikhoun markierte per sattem Distanzschuss unmittelbar nach Wiederanpfiff das 4:1 (47.), bevor Trainer Andreas Wolf mit seinen Einwechslungen ein goldenes Händchen bewies: Uche Obiogumu (66.) und Kapitän Fabian Menig per Kopf (71.) machten das halbe Dutzend voll. In der Schlussphase leistete ein restlos überforderter TSV Buchbach keinen Widerstand mehr, sodass Ben Hagmeyer (76.) und Joel Skowronek (82.) das Resultat auf ein aus oberbayerischer Sicht peinliches 8:1 in die Höhe trieben. Mit diesem Kantersieg benötigt der FCN nur noch einen Punkt zur Meisterschaft der Regionalliga Bayern – auf die Relegation zur 3. Liga verzichten die Nürnberger allerdings bekanntermaßen.

Im Ansbacher Xaver-Bertsch-Sportpark erwischten die Hausherren einen Start nach Maß: Nachdem Patrick Kroiß in der 4. Minute noch vergab, machte es Niklas Seefried nur vier Zeigerumdrehungen später besser - und nickte eine punktgenaue Flanke zur frühen Führung ein. Die Gäste der Spielvereinigung Greuther Fürth II ließen sich jedoch nicht beirren und fanden nach einer kurzen Drangphase der Nullneuner immer besser ins Spiel. Nachdem David Abrango zunächst noch knapp per Kopf scheiterte, fiel in der 37. Minute der verdiente Ausgleich: Juan Cabrera bediente nach einer starken Einzelaktion Philipp Hack, der überlegt zum 1:1-Pausenstand einschob.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine offene Partie, in der vor allem das "Kleine Kleeblatt" die Entscheidung suchte. Lado Akhalaia vergab dabei gleich mehrfach die Führung für die Fürther (62./74.), was sich in der Schlussphase bitter rächen sollte. Denn Ansbach bewies den längeren Atem und setzte in der 86. Minute den „Lucky Punch“: Patrick Kroiß verwertete ein Zuspiel von Riko Manz eiskalt zum 2:1. Während Fürth in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, konterten die Ansbacher die Gäste gnadenlos aus – erneut war es Kroiß, der mit seinem 3:1 (90.+2) alles klar machte. Ein gebrauchter Nachmittag für die Fürther wurde durch eine rote Karte gegen Yannick Scholz kurz vor dem Abpfiff endgültig besiegelt.

Vor 375 Zuschauern im Eichstätter Hirsch-Sportpark startete die Heimelf druckvoll. Nachdem Lucas Schraufstetter per Kopf noch knapp scheiterte (4.), machte es Timo Meixner in der 11. Minute besser: Er zog im Strafraum entschlossen ab und markierte die frühe 1:0-Führung für den VfB. Die Gäste vom Main fanden nur schwer in die Partie und machten sich das Leben durch viele Fouls sowie eine mangelhafte Chancenverwertung – wie etwa durch Roberto Desch in der 6. Minute – selbst schwer. Eichstätt blieb das spielbestimmende Team und verpasste durch einen Außennetz-Freistoß von Meixner nur knapp den zweiten Treffer. Die Führung zur Pause war für die Altmühltaler überaus verdient.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zusehends und bot den Fans eine spielerisch schwache zweite Halbzeit. Eichstätt verwaltete die Führung mit mehr Spielanteilen, versäumte es jedoch, für die Vorentscheidung zu sorgen. Aschaffenburg wirkte lange ideenlos, biss sich aber in der Schlussphase zurück: Nachdem Matvey Obolkin zunächst nur den Pfosten traf (77.), sorgte er in der 88. Minute nach einem schnell ausgeführten Freistoß per Flachschuss für den überraschenden 1:1-Ausgleich. In einer hektischen Schlussphase, in der auch SVA-Coach Felix Luz Gelb sah, strich ein Schuss von Aschaffenburgs Nino Cassaniti nur haarscharf am Pfosten vorbei. Für Eichstätt wäre durchaus mehr drin gewesen, muss nun aber mit einem Zähler leben.