2026-04-01T12:50:56.008Z

Ligabericht

103.(!): Wacker macht die Bayern platt - Viktoria mit Lebenszeichen!

26. Spieltag mit vier Mittwochspartien: Burghausen mit dem Lucky Punch in der Nachspielzeit +++ Aschaffenburg kann doch noch siegen +++ Bayreuth unterliegt in Fürth +++ Remis zwischen Nullneunern und Eichstätt

von Stephan Hörhammer · Gestern, 21:30 Uhr · 0 Leser
Freude schöner Götterfunken: Wacker Burghausen im Last-Minute-Siegestaumel nach dem Tor gegen die "Kleinen Bayern"...
Freude schöner Götterfunken: Wacker Burghausen im Last-Minute-Siegestaumel nach dem Tor gegen die "Kleinen Bayern"... – Foto: Michael Buchholz

Verlinkte Inhalte

präsentiert von
ZF BKK

An diesem Mittwoch-Abend in der Regionalliga Bayern standen die Zeichen auf brisante Entscheidungen, wobei die zahlreichen Fans teils bis zur letzten Sekunde mitfiebern mussten. Einzig in Memmingen ruhte der Ball: Die Partie des FCM gegen den TSV Schwaben Augsburg musste witterungsbedingt abgesagt werden.

Sportlich sorgte vor allem der SV Wacker Burghausen für Schlagzeilen: Im Heimspiel gegen den FC Bayern München II gelang der Mannschaft von Coach Lars Bender der langersehnte Befreiungsschlag aus der Ergebniskrise. In einer eher zähen Partie, die durch eine lange Nachspielzeit aufgrund von Pyrotechnik im Gästeblock geprägt war, erzielte Noah Shawn Agbaje in der 103. Minute den erlösenden 1:0-Siegtreffer. Damit bestanden die Burghausener den von Bender geforderten „Haltungstest“ und revanchierten sich erfolgreich für die deutliche 0:3-Hinspielniederlage gegen den Münchner Nachwuchs.

Einen perfekten Einstand feierte „Feuerwehrmann“ Christian Fiedler bei der SpVgg Greuther Fürth II. Nach der Trennung von Roberto Hilbert brachte er das „kleine Kleeblatt“ im Abstiegskampf sofort wieder in die Spur. Gegen eine einmal mehr enttäuschende SpVgg Bayreuth, die laut Trainer Lukas Kling zuletzt die nötigen „Grundtugenden“ vermissen ließ, feierten die Fürther einen souveränen 3:0-Heimsieg. Ein Bayreuther Eigentor sowie Treffer von Akhalaia und Adiele sorgten für klare Verhältnisse - und wichtige Punkte für die Mittelfranken im Kampf um den Klassenerhalt.

Spannend ging es auch im Tabellenkeller zu, wo Schlusslicht Viktoria Aschaffenburg ein kräftiges Lebenszeichen von sich gab: Nach zuvor 15 sieglosen Partien gelang dem Team unter Felix Luz der lang ersehnte Befreiungsschlag - mit einem 2:1-Auswärtssieg bei der DJK Vilzing. Während die Oberpfälzer mit personellen Einbußen zu kämpfen hatte, belohnte sich die Viktoria für ihren Kampfgeist.

Weniger dramatisch - aber dennoch intensiv - verlief das Duell zwischen der SpVgg Ansbach und dem VfB Eichstätt. In einer Partie auf Augenhöhe trennten sich die Teams leistungsgerecht mit 1:1.


In der Wacker-Arena sahen 1.526 Zuschauer eine umkämpfte Begegnung, die erst in einer dramatischen Nachspielzeit ihren Sieger fand. Die erste Halbzeit gestaltete sich zunächst ausgeglichen, wobei sowohl Della Rovere für die Bayern-Reserve als auch Denis Ade für die Hausherren erste Akzente setzten. Mit zunehmender Spieldauer erarbeitete sich Wacker Burghausen jedoch ein Chancenplus: Amadou Soumare scheiterte nach einer starken Einzelleistung am Pfosten (30.), während die Münchner Gäste offensiv weitgehend blass blieben und lediglich durch einen Hackentrick von Anton Heinz kurz vor der Pause (40.) gefährlich wurden. So ging es mit einem für die Bayern schmeichelhaften Remis in die Kabinen.

Der zweite Durchgang war lange Zeit von Zähigkeit und Unterbrechungen geprägt, darunter die schwere Verletzung von Denis Ade und eine elfminütige Nachspielzeit aufgrund von Pyrotechnik im Gästeblock. Während der Spielfluss phasenweise völlig zum Erliegen kam, mobilisierte Burghausen in der turbulenten Schlussphase noch einmal alle Kräfte. Nachdem Soumare in der 95. Minute die Riesenchance zur Führung noch knapp verpasst hatte, erlöste Noah Shawn Agbaje die Gastgeber in der 103. Minute: Nach einem gefühlvollen Heber von Gordok behielt er die Nerven und erzielte den vielumjubelten Treffer zum verdienten 1:0-Sieg gegen offensiv zu schwache Münchner.

Vor 1.523 Zuschauern im Xaver-Bertsch-Sportpark lieferten sich die SpVgg Ansbach und der VfB Eichstätt ein Spiel mit zwei Gesichtern. Während die erste Halbzeit trotz kleinerer Gelegenheiten auf beiden Seiten – etwa durch Schittler für die Gäste oder Nuhanovic für die Hausherren – noch arm an echten spielerischen Höhepunkten blieb, ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen. Eichstätt wirkte in der Anfangsphase zwar etwas präsenter, doch beide Offensivreihen ließen die letzte Konsequenz vermissen, sodass das Remis zur Pause folgerichtig war.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine deutlich offensivere und attraktivere Partie. In der 68. Minute brachte Eric Weeger die Ansbacher per verwandeltem Handelfmeter mit seinem neunten Saisontor in Führung, nachdem zuvor Ken Mata gute Chancen liegen gelassen hatte. Die Antwort der Gäste folgte jedoch prompt und spektakulär: Lorenz Rachinger schweißte den Ball in der 80. Minute aus gut 28 Metern unhaltbar zum 1:1-Endstand in die Maschen. Trotz einer weiteren Gelegenheit für Ansbachs Riko Manz blieb es beim Unentschieden, mit dem beide Teams nach dem Spielverlauf gut leben können.

Vor 690 Zuschauern präsentierte sich die Zweitvertretung der SpVgg Greuther Fürth von Beginn an als die spielbestimmende Mannschaft. Das "Kleine Kleeblatt" kontrollierte die Anfangsphase mit viel Ballbesitz, während die Gäste aus Bayreuth zunächst tiefstanden und kaum Akzente setzten. Nachdem Fürths Torres Farias und Lado Akhalaia noch am glänzend aufgelegten Bayreuther Keeper gescheitert waren (31.), fiel die verdiente Führung in der 36. Minute auf denkbar unglückliche Weise: Eine scharfe Hereingabe prallte vom Bayreuther Marco Zietsch ins eigene Netz. Mit diesem verdienten 1:0 ging es in die Pause, da die gelegentlichen Nadelstiche der „Oldschdod“ bis dahin wirkungslos verpufften.

Obwohl die Oberfranken munterer aus der Kabine kamen und durch einen Kopfball von Alexander Seidel (55.) gefährlich wurden, behielten die Gastgeber die Kontrolle. In der 74. Minute sorgte Lado Akhalaia nach einem präzisen Zuspiel mit einem eiskalten Flachschuss für die Vorentscheidung zum 2:0. Nur wenig später machte Raphael Adiele den Deckel drauf, als er sich fast mühelos durch die Gäste-Abwehr kombinierte und zum 3:0-Endstand einschob (82.). Überschattet wurde die Schlussphase lediglich von der verletzungsbedingten Auswechslung des Fürthers Christoph Meister, doch am souveränen Heimsieg der Fiedler-Elf gab es am Ende nichts mehr zu rütteln.