Hängepartie bis Mittwoch
Sonntag 22.11.20 20:00 Uhr|Autor: red.1.184
Ein aktuell leider vertrautes Bild - es herrscht kein Leben auf den Sportplätzen. Foto: Nicole Seidl

Hängepartie bis Mittwoch

Sinsheimer Kreisligen +++ Das meinen einige Vereinsvertreter zur bevorstehenden Entscheidung des Verbands
Am Donnerstag sollte jeder Bescheid wissen. Solange müssen sich die Fußballvereine des Kreises noch gedulden, ehe höchstwahrscheinlich die Winterpause ausgerufen wird. Der badische Fußballverband wartet die Corona-Konferenz der Bundeskanzlerin und ihrer Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Mittwoch ab und entscheidet anhand der dort festgelegten Beschlüsse, wie es für den Amateurfußball weitergeht.


Wir wollten von mehreren Vereinsvertretern wissen, wie sie die Lage einschätzen und was ihre Meinung zu der aktuellen Situation ist.

Oliver Späth (Sportlicher Leiter des Verbandsligisten VfB Eppingen):

Es ist Immer schwer eine Entscheidung zu treffen. Man muss dabei alle Punkte abwiegen. Das Vereinsleben ist für alle Sportarten sehr wichtig, gerade für die Weiterentwicklung der Kinder und die soziale Komponente. Ich finde, man sollte versuchen im Dezember zu spielen, weil je länger es dauert, desto schwieriger wird es, alle Spiele durchzubekommen. Meine Befürchtungen gehen allerdings in die Richtung, dass es dieses Jahr nichts mehr wird und wir vielleicht im Februar wieder spielen können.

Marcel Genc (1. Vorsitzender des Landesligisten TSV Kürnbach):

Ich kann die Entscheidung des Verbands noch ein bisschen zu warten verstehen. Die Verantwortlichen versuchen alles, um die Spiele irgendwie unterzubringen. Nichtsdestotrotz glaube ich nicht, dass sich die Lockerungen in dem Maße ändern werden, um sich in großen Gruppen treffen zu dürfen. Daher gehe ich felsenfest davon aus, dass wir uns schon in der Winterpause befinden. In unserer Liga mit 19 Mannschaften müssen wir ohnehin nach alternativen Spielmodellen schauen und das wird wohl auch angewendet werden.

Andre Rott (Trainer des Kreisligisten TSV Ittlingen):

Ich finde es gut, dass der Verband alles dafür tut, um so viele Spiele wie möglich durchzubekommen. Es wird aber sehr interessant, wie es weitergeht. Vor Weihnachten noch zu spielen, wird sehr, sehr schwierig. Ich glaube, es wird ein Auf und Ab geben, mal werden wir spielen dürfen und dann müssen wir vielleicht wieder pausieren, wenn die Infektionszahlen erneut in die Höhe gehen.

Georg Böhmann (Trainer des Kreisligisten SV Reihen):

Bei der aktuellen Lage finde ich es nicht sinnvoll bis nächste Woche mit der Entscheidung über die Fortsetzung der Runde zu warten. Aus meiner Sicht ist es unwahrscheinlich, dass man die Runde im Dezember fortsetzen kann. Man sollte jetzt in die Winterpause gehen und versuchen im Februar die Rückrunde zu starten und der Verband sollte sich jetzt schon Gedanken machen über mögliche Varianten, wie man die Runde zu Ende bringt. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass man die komplette Runde nicht durchspielen kann.

Bernd Weiser (Trainer des A-Ligisten TSV Angelbachtal):

Für mich macht es keinen Sinn im Dezember Fußball zu spielen, wenn du vorher nicht trainieren kannst. Wenn Training wieder möglich ist, kann man sich darüber unterhalten, ob man vielleicht früher startet. Ich würde lieber im Februar etwas früher beginnen und zwei Spieltage vornedran hängen. Die Witterungsbedingungen sind dann genauso problematisch, wie sie es jetzt im Dezember sein würden.

Georg Wegmann (Trainer des A-Ligisten SG Stebbach/Richen):

Warum der Verband jetzt noch so lange wartet, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sollten wir ab Dezember wieder spielen dürfen, was ich nicht ganz glaube, wie sollen sich die Mannschaften auf die drei Spiele in 14 Tagen vorbereiten? Alleine schon aufgrund der Staffelstärken und den damit einhergehenden erhöhten Abstiegspositionen wäre es nicht fair, noch im Dezember ohne große Vorbereitung Spiele laufen zu lassen. Wir brauchen eine mittelfristige Planung, daher plädiere ich darauf die Spiele, wenn möglich erst nächstes Jahr stattfinden zu lassen und keine weiteren dieses Jahr dazwischen zu schieben.

Heiko Frank (Trainer des A-Ligisten FC Eschelbronn):

Der badische Verband sollte jetzt schon die Winterpause einläuten, wie es andere Verbände bereits gemacht haben. Auf Biegen und Brechen zwei, drei Spiele im Dezember zu absolvieren halte ich für unnötig. Wie willst nach vier Wochen Pause ohne Mannschaftstraining die Spiele machen? Deshalb kann ich die Haltung vom Verband nicht nachvollziehen, aber nächsten Mittwoch bekommen sie die Entscheidung von oberster Stelle abgenommen.

Marcel Neuberth (Trainer des B-Ligisten SV Fortuna Bargen):

Ich hätte mir auch gewünscht früher Klarheit zu bekommen, wie und wann es weiter gehen soll. Jetzt kann man aber auch noch die eine Woche warten kann, bis die Bundesregierung am nächsten Mittwoch neue Beschlüsse fasst. So wie sich die Corona-Situation zurzeit darstellt, kann ich mir nicht vorstellen, in diesem Kalenderjahr noch zu spielen. Man sollte lieber versuchen, wenn es die Infektionslage zulässt, schon im Februar die Runde fortzusetzen.

Steven Höhn (Trainer des B-Ligisten FV Landshausen):

Der Verband muss warten, was die Politik macht und spekuliert eventuell darauf, dass es möglich ist zu spielen. Nüchtern betrachtet könnte man allerdings jetzt schon sagen, ´nein, das machen wir nicht, da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es von politischer Seite aus nicht geht´. Der zweite Aspekt sind die Spieler, die nach einer vier- bis fünfwöchigen Pause nicht direkt wieder in einen Wettkampf gehen können. Aktuell kann ich mir vor März nicht einmal Testspiele vorstellen.

Hubert Schacherl (Trainer des B-Ligisten FC Berwangen):

Prinzipiell finde ich es gut zu warten. Wenn man die Flinte nämlich frühzeitig ins Korn wirft, wird es hinten hinaus eng. Meiner Meinung nach sollte man die Begegnungen spielen, die man kann. Das betrifft auch das letzte Oktober-Wochenende, dass man noch hätte spielen können. Ich hätte jetzt kein Problem damit, die Winterpause zu verkürzen und notfalls ohne Zuschauer zu kicken. Das primäre Ziel muss sein, Fußball zu spielen.


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