Sprungbrett in die Verbandsliga
Freitag 31.07.20 20:30 Uhr|Autor: Reiner Bohlander993
Vorm Comeback: Michael Kotzott (links, hier 2012 gegen Alemannia Waldalgesheim) steigt nach sechsjähriger Fußball-Pause wieder ein. Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Sprungbrett in die Verbandsliga

Wie sich der Fußball-Bezirksligist TSV Gau-Odernheim II für die neue Spielzeit aufstellt

Gau-Odernheim. Es geht bald wieder los. Endlich. Voraussichtlich ab 1. September wird im Südwesten wieder wettbewerbsmäßig Fußball gespielt. Wir geben einen Überblick, wo die führenden Klubs der Region stehen – und wo sie nach dieser mehrmonatigen Pause herkommen – diesmal der TSV Gau-Odernheim II. Was hat sich beim Bezirksligisten getan?




Status quo: Bereits vor einem Monat haben die Akteure der Zweiten Mannschaft des TSV wieder trainiert. „Als die Lockerungen so weit waren, dass wieder in Kleingruppen etwas gemacht werden konnte, haben wir begonnen. Seit zehn Tagen haben wir nun richtig mit der Vorbereitung begonnen“, sagt Trainer Tuncer Köken. Einen festen Abgang haben die Gau-Odernheimer mit Levent Mann, der nach Spiesheim gegangen ist. Sieben Neuzugänge durfte Köken beim ersten offiziellen Vorbereitungsprogramm begrüßen. Der Coach ist froh, dass es bald wieder los geht. Köken sagt: „Ich bin aktuell sehr zufrieden. Die Trainingsbeteiligung ist gut, die Stimmung auch.“

Die Neuen: Der Gau-Odernheimer Bezirksligist, der in der geteilten Spielklasse in der Südstaffel an den Start geht. hat versucht, junge talentierte Spieler zu verpflichten. Einer davon ist Batuhan Burak. Der 19-jährige Abwehrspieler war eigentlich für die Ingelheimer Reserve in der B-Klasse vorgesehen, zog aber den reizvolleren Wechsel zum Bezirksligisten TSV Gau-Odernheim II vor. Mit Julian Wolf (18 Jahre) kommt ein Eigengewächs aus TSV-Jugendabteilung. Er ist, wie auch der 21-jährige Emran Nassery, der vom Rivalen RWO Alzey an den Petersberg wechselte, für die Kreativabteilung geplant. 20 Lenze zählt Kevin Tukac, der von der SG Weinheim kommt und im Sturm für Torgefahr sorgen soll. Sieben Jahre nicht mehr gespielt hat Michael Kotzott. Der 26-jährige Angreifer, der es wieder wissen will, hatte seine letzte Spielzeit 2013/14. Dort machte er in zehn Einsätzen sechs Tore für den TSV II. Ein ganz erfahrener Neuzugang ist der 34 Jahre alte Christian Planz, der vom Landesligisten FC Oberbexbach nach Rheinhessen kommt. Er soll in der Abwehr den Stabilitätsfaktor geben. Köken: „Ich bin mit den Neuzugängen sehr zufrieden.“

Der Trainer: Tüncer Köken ist seit dem 5. November Coach des TSV Gau-Odernheim II. Der 44-Jährige übernahm den Bezirksligisten, der sich in Abstiegsgefahr befand. Zuvor war er beim FSV Bretzenheim II und Germania Eich Spielertrainer. Köken löste damals Interimspielertrainer Lukas Leineweber ab, der ihm als Assistent zunächst erhalten blieb. In sechs Spielen holte Köken mit seinem neuen Team sieben Punkte, schaffte Überraschungen gegen die Spitzenteams. „Wir hatten eigentlich in den letzten Spielen vor dem Abbruch der Runde einen guten Lauf. Corona hat uns dann herausgerissen. Wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt, da wären sicher noch gute Ergebnisse möglich gewesen“, sagt der TSV-Trainer im Rückblick. Leineweber wird dem Team aus beruflichen Gründen wohl in der kommenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen. „Einen Nachfolger habe ich nicht“, sagt Köken.

Die neue Saison: „Wir fühlen uns gut aufgestellt. Aber etwas darüber zu sagen, welche sportlichen Erwartungen wir genau haben, empfinde ich in der aktuellen Situation noch als zu früh“, erläutert Köken. Der Coach sagt: „Wir wollen in den nächsten Wochen erst einmal die sieben Neuzugänge integrieren. Ich habe deshalb vier Testspiele ausgemacht, um zu sehen, welcher Spieler was spielen kann.“ Wenn ein Akteur an seiner Lieblingsposition klebt, ist das ein Reibungspunkt. Eine solche Einstellung passt nicht zu Kökens Fußballphilosophie. „Ich denke, dass die Spieler heute viel flexibler werden müssen. Die Ergebnisse in den Vorbereitungsbegegnungen zählen bei mir deshalb nicht. Ich will schauen, wie wir am besten aufgestellt sein, einiges ausprobieren.“ Dass die Liga aufgeteilt wurde, ist für Köken nicht nachzuvollziehen. „Bei 18 Teams in der Spielklasse hätte ich das verstanden, aber wir haben doch nur 15 Mannschaften in der Liga“, sagt er und betont zugleich: „Die Südstaffel ist okay für uns. Da gehören wir dann auch hin.“

Wo der TSV Gau-Odernheim II herkommt: Die Gau-Odernheimer Zweite schloss die vergangene, verkürzte Saison als Aufsteiger auf dem zwölften Tabellenrang ab. Bis zum 13 . Spieltag war das Team auf einem Abstiegsrang. In den letzten Partien vor der Corona-Aus feierte der TSV II aber starke Ergebnisse. An den Schluss der vergangenen Saison will Köken auch anknüpfen. Finden sich die Neuzugänge schnell zurecht, könnte der TSV Gau-Odernheim II durchaus positiv überraschen. Denn die Kombination Köken und Perspektivteam des Verbandsligisten scheint zu passen.

Vier Testspiele vorgesehen

Der TSV Gau-Odernheim II will vier Testspiele bestreiten: Sonntag, 9- August, 13.15 Uhr , bei SG Steinbach II/Börrstadt, Sonntag, 16. August, 15 Uhr, beim FC 1934 Bierstadt, Sonntag, 23. August, 16 Uhr, beim VT Frankenthal, Freitag, 28. August, 19.30 Uhr, beim FSV Bretzenheim.



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