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Montag 15.05.17 15:28 Uhr|Autor: Walter Brugger
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Ein Wechsel mit Folgen. Burgaus Trainer Konrad Nöbauer erklärt, wie es zu dem verhängnisvollen Fehler kam. F.: Ernst Mayer

„Eine Verkettung richtig blöder Umstände“

Burgaus scheidender Trainer Konrad Nöbauer erklärt, wie es zum unerlaubten Spielereinsatz kam, der eine entscheidende Rolle im Abstiegskampf der Kreisliga spielt

Für reichlich Gesprächsstoff in der Kreisliga West sorgt ein unerlaubter Spielereinsatz des TSV Burgau, der dem abstiegsgefährdeten SV Holzheim die drei für den Klassenerhalt benötigten Punkte einbringen kann. Ursprünglich hatten die Holzheimer das Duell mit 1:4 verloren. Leidtragende sind in erster Linie die SpVgg Wiesenbach und der FC Grün-Weiß Ichenhausen, die dadurch die Holzheimer nicht mehr abfangen können – sofern das Sportgericht das erwartete Urteil fällt. Ein Umstand, der Burgaus Trainer Konrad Nöbauer schwer im Magen liegt.



Herr Nöbauer, die Gerüchteküche brodelt. Die reichen hin bis zu einer bewussten Schützenhilfe ihrerseits für den Holzheim…

Nöbauer: Das ist doch völliger Blödsinn. Welchen Vorteil sollten der TSV Burgau oder meine Person davon haben, wenn Holzheim in der Liga bleibt und dafür einer unserer Landkreisnachbarn absteigt? Und außerdem hatten wir ja bis vergangene Woche noch selbst die Chance, den zweiten Platz und damit die Aufstiegsrelegation zu erreichen. Das machen wir uns doch nicht mutwillig kaputt.

Wie kam es denn überhaupt zu dem Einsatz eines A-Junioren, der am gleichen Tag schon in der zweiten Mannschaft gespielt hatte und daher nicht mehr einsatzberechtigt war?

Nöbauer: Das war eine Verkettung richtig blöder Umstände. Wir hatten etliche Ausfälle und waren personell dünn besetzt. Deshalb war vereinbart, dass mein dritter Auswechselspieler zuvor in der Zweiten spielt und sich anschließend bei der Ersten noch auf die Bank sitzt. Dafür war Egzon Hoti vorgesehen. Der hat sich dann aber verletzt und konnte nicht mehr. Marco Zahler, der unsere Reserve an dem Tag gecoacht hat, fragte dann in der Kabine, wer denn noch ein paar Minuten spielen könne. Daraufhin hat sich Maximilian Anhofer gemeldet, ist von Aislingen nach Holzheim gefahren. In der Schlussphase wollte ich mich mit seiner Einwechslung bedanken und habe ihn noch sechs Minuten aufs Feld geschickt.

Als langjähriger Jugend- und DFB-Stützpunkttrainer sollte Ihnen aber klar sein, dass Junioren – egal wie viele Minuten – nur an einem Spiel pro Kalendertag teilnehmen dürfen.

Nöbauer: Natürlich weiß ich das, aber wir beziehungsweise die JFG Burgau haben in dieser keine A-Junioren zum Spielbetrieb gemeldet und Anhofer kommt schon die ganze Saison im Herrenbereich zum Einsatz. Mir war ehrlich gesagt gar nicht bewusst, dass er noch A-Junior ist.

Neben der Spielwertung drohen dem TSV Burgau jetzt ja noch weitere Strafen. In der Regel wird der Sieg in eine 0:2-Niederlage umgewandelt, zusätzlich werden bei unerlaubtem Spielereinsatz in vielen Fällen noch drei Punkte abgezogen und Geldstrafen verhängt.

Nöbauer: Das sind weitere Gründe dafür, dass Unterstellungen einer Mauschelei blanker Unsinn sind und jeder Grundlage entbehren. Wenn wir die drei Punkte vom Sieg plus drei weitere Zähler vom Sportgericht abgezogen bekommen, hätten wir zum Zeitpunkt des Holzheim-Spiels noch in Abstiegsgefahr kommen können. Das ist zum Glück jetzt nicht mehr der Fall, doch das konnte ich ja da noch nicht wissen.

Wie gehen Sie mit der Situation um?

Nöbauer: Natürlich ist mir der Fehler ebenso peinlich wie ärgerlich und das werde ich meinem Wiesenbacher Kollegen Andreas Hofmann beim letzten Saisonspiel am Wochenende auch sagen. Aber es ist passiert und ich kann es nicht mehr rückgängig machen.

Für Sie wird die Partie in Wiesenbach auch das letzte Spiel auf der Bank des TSV Burgau sein. In der Vorrunde spielte ihr Team noch um die Meisterschaft mit, holte den Futsal-Titel im Landkreis Günzburg und den Toto-Pokal im Kreis Donau. Warum hat es zum ganz großen Wurf, dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga, dann doch nicht gereicht?

Nöbauer: Einer der Gründe ist, dass wir die vielen Ausfälle personell einfach nicht verkraften konnten und die Trainingsbeteiligung in der zweiten Saisonhälfte schlichtweg zu wünschen übrig ließ. Das hatte ich mir anders vorgestellt und ist ein wesentlicher Punkt, warum ich den Verein verlasse. Ich gehe aber keinesfalls im Streit, denn es gibt auch beim TSV Burgau Leute, die unheimlich bemüht sind und zu denen Freundschaften gewachsen sind. Doch letztlich werden diese zu wenig unterstützt – und das strahlt wieder auf die Mannschaft und deren Erfolg aus.

 
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