Dautaj soll Problemzone beseitigen
Freitag 13.11.20 10:00 Uhr|Autor: Carsten Schröder1.251
Vom Hessenhaus zur TSG: Stürmer Vllaznim Dautaj (rechts) wechselt in der Winterpause von Hassia Bingen zur TSG Pfeddersheim. Archifvoto: Edgar Daudistel

Dautaj soll Problemzone beseitigen

Stürmer wechselt in der Winterpause von Hassia Bingen zur TSG Pfeddersheim +++ Wilde hakt die Meisterrunde ab

Pfeddersheim. Es herrscht Stillstand. Und aktuell weiß noch niemand, ob sich das in der Fußball-Oberliga in diesem Jahr noch mal ändern wird. Wirklich vorstellen kann sich das zumindest Daniel Wilde nicht. Die Hände in den Schoß legt er aber auch noch nicht. Ganz im Gegenteil: Der Trainer der TSG Pfeddersheim stellt die Weichen für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte. Und in dieser soll Vllaznim Dautaj im TSG-Trikot für die Tore sorgen. Der Stürmer kommt von Hassia Bingen.




„Wir haben mitbekommen“, schildert Wilde die Hintergründe, „dass er aus Bingen weg möchte“. Die Kontaktaufnahme lag da auf der Hand: „Er wohnt in Alzey, da war es nahe liegend, dass wir uns um so einen Spieler bemühen.“ Konkret ist mit „so ein Spieler“ ein 31-jähriger Vollblutstürmer gemeint, der aus dem Nachwuchs des 1. FC Kaiserslautern stammt, für die FCK-Zweite wie auch für den SV Waldhof Mannheim auf knapp 100 Einsätze in der Regionalliga kam und die eindrucksvolle Torquote von 94 Treffern in 191 Pflichtspielen in seiner Bilanz stehen hat. Enthalten sind dabei die 15 Treffer, die er in seiner ersten Oberliga-Saison für Hassia Bingen in 29 Spielen erzielte. Vergangene Saison wurde der Deutsch-Kosovare dann durch eine Herzmuskel-Entzündung außer Gefecht gesetzt, in der aktuellen Runde blieb‘s bei drei Kurzeinsätzen, hat sich doch Pierre Merkel (neun Tore in acht Spielen) am Hessenhaus den Stammplatz als Speerspitze gesichert. Dass Dautaj in Alzey wohnt, hat den TSGlern in die Karten spielte. Wilde: „Er will zeigen, dass er noch immer ein sehr guter Oberliga-Stürmer ist.“ Wo sonst als bei der TSG sei das möglich? Nicht von Interesse seien für Dautaj deshalb auch finanziell lukrativere Angebote. „Er hätte es sich leichter machen und in einer kleineren Liga mehr Kohle mitnehmen können.“

Hinzu kommt aus TSG-Sicht freilich noch: Gerade die Sturmzentrale hat sich bei den Pfeddersheimern bislang als echte Problemzone erwiesen. Neben Sebastian Kaster (vier Tore in fünf Spielen) wartet der im Sommer von Schott Mainz gekommene Ali Bülbül (zwei Tore in acht Spielen) noch auf seinen Durchbruch. Und weil sich dahinter lediglich noch reichlich Talente im Kader versammeln, musste in der Vorrunde sogar Mathias Tillschneider in den Sturm, als Kaster verletzt ausfiel.

Bei einem Blick auf die bislang neun Saisonspiele macht Wilde auch keinen Hehl daraus, mit gerade mal elf Punkten unzufrieden zu sein. „Es war klar, dass sich der Kader an der einen oder anderen Stelle im Winter verändern wird“, bekennt der Coach, der dabei an Abgänge wie auch weitere Zugänge nachdenkt.

Bleibt die Frage, wann es für die TSGler (und die gesamte Oberliga) überhaupt weitergehen wird. Eifrig Trainingspläne hat Daniel Wilde verteilt. „Recht moderat“, sagt er aber gleich dazu. Schließlich sei es nur schwer vorstellbar, dass es im Dezember doch noch mal losgeht. Die Planung richte er jetzt darauf aus, dass im Januar wieder eine Vorbereitung starten kann. Vielleicht sei dann ein Start bereits Anfang Februar möglich, um zumindest ausgefallene Spiele nachzuholen. Kaum noch realistisch ist in seinen Augen die Hoffnung, vielleicht sogar noch eine Meisterrunde spielen zu können. Voraussetzung wären englische Wochen in Serie. Doch schon allein der Gedanke an englische Wochen im Abstand von zwei oder drei Wochen kann er sich als Option nicht vorstellen. Er setzt da eher auf ein schnelles Ende nach den Spielen in den beiden Staffeln: „Dafür haben wir diese Teilung ja.“ Wobei: „Man muss sich natürlich fragen, ob das dann sportlich fair ist, wenn man sieht, dass es bei uns in der Staffel von Platz zwei bis elf ganz eng ist.“

Mit den Optionen für ein Saisonfinale ohne Meisterrunde werden sich der der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) sowie der Regionalverband Südwest bei seinen Präsidiumssitzungen nächste Woche wohl befassen.


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