Ei­ne MRT-Un­ter­su­chung des ver­letz­ten rech­ten Knies brach­te jetzt Ge­wiss­heit. Es liegt ein Knor­pel­scha­den vor, um ei­ne Ope­ra­ti­on wird der Spie­ler mit der Num­mer 9 auf dem Rü­cken nicht her­um­kom­men. „Lei­der kann ich we­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie noch nicht ge­nau sa­gen, wann ich ope­riert wer­de. So­mit muss ich wei­ter war­ten“, sagt Ter­lin­den, der sich noch zu jung fühlt, um mit dem Fuß­ball kom­plett auf­zu­hö­ren. Aber die lan­ge Un­ge­wiss­heit und zwei Jah­re Pro­ble­me mit sei­nem Knie stimm­ten ihn nach­denk­lich. Doch er will kämp­fen. Und das kann der Vee­ner gut. Auf dem Ra­sen scheut Ter­lin­den kei­nen Zwei­kampf.

In 286 Par­ti­en für die ers­te Mann­schaft des SV Sons­beck er­ziel­te der flin­ke wie zwei­kampf­star­ke An­grei­fer 76 To­re. Aber Ter­lin­den war nicht im­mer nur Stür­mer. Un­ter sei­nem För­de­rer und ers­ten Se­nio­ren-Trai­ner, Horst Rie­ge, spiel­te er so­gar als lin­ker und rech­ter Au­ßen­ver­tei­di­ger. „Horst Rie­ge war in mei­ner Ent­wick­lung sehr wich­tig. Er gab mir schon früh das Ver­trau­en. Ich kam aus der A-Ju­gend hoch und durf­te so­fort viel Spiel­pra­xis sam­meln.“ Rie­ge er­in­nert sich heu­te noch ger­ne an sei­nen Mus­ter­schü­ler zu­rück: „Fe­lix war ei­ner mei­ner Lieb­lings­spie­ler. Er kam aus der Leis­tungs­klas­se, hat bei uns in der Nie­der­rhein­li­ga und da­nach in der Ober­li­ga al­le sei­ne Mög­lich­kei­ten op­ti­mal aus­ge­schöpft. Egal, ob als Stür­mer oder Au­ßen­ver­tei­di­ger, der Jun­ge hat im­mer Voll­gas ge­ge­ben.“

Be­vor Ter­lin­den „ein Sons­be­cker wur­de“, spiel­te er bis zur B-Ju­gend bei sei­nem Hei­mat­ver­ein, Bo­rus­sia Veen. Lu­kra­ti­ve An­ge­bo­te vom KFC Uer­din­gen, SV Strae­len, 1. FC Kle­ve oder SV Hön­ne­pel-Nie­der­mörm­ter schlug er aus. „Mir ist der Wohl­fühl­fak­tor sehr wich­tig. Ich fah­re nur sie­ben Mi­nu­ten zum Platz. Und in Sons­beck pass­te im­mer al­les.“

Und beim SVS hat Ter­lin­den ei­ni­ge Kum­pels. Mit sei­nen Team­kol­le­gen Max Fuchs, Tim Wei­chelt, Jan­nis Pütz, Se­bas­ti­an Leurs oder Ro­bin Schoofs ist er oft un­ter­wegs. „Wir tref­fen uns auch ger­ne mal zum Shi­sha-Rau­chen“, schmun­zelt Ter­lin­den, der sich un­gern lan­ge zu Hau­se auf­hält. Un­gern er­in­nert sich der Stür­mer auch an die Sai­son 2017/2018. Viel zu oft muss­te er zu­schau­en. „Das war kei­ne ein­fa­che Zeit. Ich kam ins­ge­samt nur auf 14 Spie­le.“ Drei Ro­te Kar­ten be­kam der SVS-Fuß­bal­ler zu se­hen. Das Ku­rio­se an den Platz­ver­wei­sen war, sagt er, dass le­dig­lich ei­ner be­rech­tigt ge­we­sen sei. „Die ers­te Ro­te Kar­te war da­mals in Ord­nung. Aber die an­de­ren bei­den Feld­ver­wei­se wa­ren wirk­lich lä­cher­lich. Das sag­ten so­gar die Geg­ner. Da hat­ten mich die Schieds­rich­ter ir­gend­wie auf dem Kie­ker.“

Es gab aber auch et­li­che sport­li­che High­lights in sei­nem Fuß­bal­ler­le­ben. So wie im No­vem­ber 2010, als er mit den Rot-Wei­ßen im Ach­tel­fi­na­le des Nie­der­rhein-Po­kals ge­gen RW Es­sen stand. Die 1:2-Nie­der­la­ge war zu ver­schmer­zen. Ei­ne Wo­che spä­ter sieg­te der SVS durch zwei Ter­lin­den-To­re mit 2:1 im Sta­di­on Nie­der­rhein ge­gen RW Ober­hau­sen II.

Zu­rück in die Ge­gen­wart: Ter­lin­den ist sich si­cher, dass die Sons­be­cker Mann­schaft mehr kann als es Ta­bel­len­po­si­ti­on acht aus­sagt. „Wir ma­chen noch zu vie­le und glei­chen Feh­ler. Wir ha­ben vie­le gu­te Spie­le ge­zeigt, uns aber am En­de nicht be­lohnt. Uns fehlt ein rich­ti­ger Laut­spre­cher auf dem Platz. Tim Wei­chelt di­ri­giert zwar viel von hin­ten her­aus, aber auf dem Feld könn­ten wir noch je­man­den ge­brau­chen.“