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Mittwoch 06.09.17 11:10 Uhr|Autor: Tobias Wittenzellner
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Gerry Huber hat sich längst in der Bayernliga eingelebt. F: Hofer

Huber: »In der Bayernliga ist es einfacher als weiter unten«

Hankofens Chefanweiser Gerry Huber zieht im FuPa-Interview nach einem Viertel der Bayernligasaison ein bislang positives Fazit
Die SpVgg Hankofen konnte am vergangenen Wochenende zum ersten Mal in der noch jungen Saison etwas durchschnaufen. Der Spielplan gönnte den "Dorfbuam" nach exakt einem Viertel eine spielfreie Pause, die angesichts des momentanen Laufs allerdings gar nicht so gelegen kam. Seit fünf Partien sind die Mannen um Kapitän Ben Kouame ungeschlagen und haben sich damit nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt aus den ersten vier Matches vorerst aus dem Keller herausgearbeitet. Im FuPa-Interview spricht Coach Gerry Huber (51) über den jüngsten Aufschwung, die Personalsituation und warum es für ihn in der Bayernliga einfacher zu arbeiten ist als in der Kreisliga.

FuPa: Gerry, wie habt ihr das spielfreie Wochenende verbracht?
Gerry Huber (51)
: Nachdem wir in den vergangenen Wochen sehr gut gearbeitet haben, habe ich der Mannschaft das Wochenende freigegeben. Das hat sie sich auch redlich verdient, weil die erste Phase der Saison doch sehr anstrengend war. Am Freitag war für den gesamten Verein eine Schifffahrt auf der Donau angesagt, das war mal eine schöne Abwechslung und auch für den Teamgedanken sehr gut.

Wie fällt deine Bilanz der ersten zweieinhalb Monate als Trainer in Hankofen aus?
Zuerst muss ich sagen, dass wir eine echt gute Truppe haben, die charakterlich einwandfrei ist. Sicher war der Anfang nicht einfach, da wir uns für unsere Leistungen nicht mit Punkten belohnt haben. Danach hatten wir aber auch das nötige Glück und mittlerweile schaut es echt gut aus. Zwölf Punkte nach neun Spielen ist eine absolut ordentliche Ausbeute.

Trotzdem, hattest du nach den ersten vier Spielen mit nur einem Punkt ein bisschen Angst, dass ihr schnell ins Hintertreffen geraten könntet?
Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass das Ganze in die Hose gehen könnte. Im Training ist ein herausragender Zug drin, jeder gibt Vollgas und mir war von Anfang an klar, dass wir dafür früher oder später belohnt werden. Trotz des ergebnismäßig schwachen Starts ist auch der Verein ruhig geblieben und jeder hat daran geglaubt, dass wir bald die nötigen Punkte holen werden. Daher habe ich auch nichts umgestellt, das ist auch nicht meine Art. Ich habe meine Strategie, von der ich überzeugt bin und die ich auch durchziehe. Das habe ich der Mannschaft auch so gesagt, weil alles andere für mich auch unglaubwürdig wäre.

Keine Panik nach dem schwachen Start: »Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass das Ganze in die Hose gehen könnte. Im Training ist ein herausragender Zug drin, jeder gibt Vollgas und mir war von Anfang an klar, dass wir dafür früher oder später belohnt werden.«

Worin besteht aus deiner Sicht der größte Unterschied als Trainer in der Kreisliga und der Bayernliga?
Ehrlich gesagt finde ich es in der Bayernliga wesentlich einfacher als weiter unten. Die Spieler sagen fast kein Training ab, es ist eigentlich jeder immer da. Natürlich ist der Zeitaufwand um einiges höher, gerade in der Vor- und Nachbereitung. Da habe ich schon eine gewisse Eingewöhnungszeit gebraucht, aber da habe ich mich relativ schnell reingebissen. Insgesamt macht es mir einfach riesig Spaß, hier in Hankofen mit dieser tollen Mannschaft zu arbeiten. Auch wenn der Druck natürlich hier größer ist, aber der ist oft auch einfach selber auferlegt.

17 Tore in neun Spielen - auch offensiv läuft es bislang überraschend gut. Gegen Kirchanschöring und in Kornburg habt ihr jeweils vier Mal eingenetzt. Habt ihr dahingehend nochmal speziell gearbeitet?
Ich bin wie vorher schon gesagt kein Freund davon, nach ein paar Spielen groß etwas umzuwerfen. Wir arbeiten im Training ausschließlich mit dem Ball und da gehört bekanntlich auch der Torabschluss mit dazu. Wenn man das nicht ständig groß thematisiert, dann kommt alles von alleine und so war es bei uns auch. Irgendwann platzt der Knoten und da muss ich vor allem auch Tobi Richter etwas hervorheben. Er verrichtet brutale Defensivarbeit und ist ein unheimlich wertvoller Spieler für uns. Zu Beginn hat er halt nicht getroffen, aber zwei wichtige Elfmeter rausgeholt. In Kornburg hat er sich dann mit zwei Toren für seinen Aufwand belohnt, das war für mich aber eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Huber zum Thema Offensive: »Wir arbeiten im Training ausschließlich mit dem Ball und da gehört bekanntlich auch der Torabschluss mit dazu. Wenn man das nicht ständig groß thematisiert, dann kommt alles von alleine und so war es bei uns auch.«

Personell hat sich in den letzten Wochen nochmal einiges getan. Mit Pepe Warminski habt ihr einen Spieler zum Rivalen nach Bogen abgegeben, Christian Liefke fällt mit Kreuzbandriss lange aus. Dafür habt ihr mit Tobias Beck und Noah Winter zwei Akteure dazu bekommen. Siehst du euch personell gut gerüstet bis zur Winterpause?
Aus meiner Sicht haben wir jetzt einen optimalen Kader. Der Wechsel von Pepe war verständlich, weil er auf absehbare Zeit wohl nicht mehr Einsatzzeiten bekommen hätte. Noah trainiert ja schon länger bei uns mit und darf jetzt endlich auch in den Spielen eingesetzt werden. Die Verpflichtung von Tobi war eigentlich Zufall, damit hätten wir nicht gerechnet. Er ist aber dann auf uns zugekommen und so einen musst du einfach nehmen, weil er viel Qualität mitbringt. Nun sind wir auch in der Breite gut aufgestellt und können auch mal wechseln, ohne uns zu verschlechtern.

Wie sieht nun die weitere Zielsetzung für die nächsten Wochen aus?
Wir haben nach wie vor das Ziel Klassenerhalt bzw. dass wir uns in dieser Liga etablieren und das wird sich auch bis zum Schluss nicht ändern. Für einen Verein wie Hankofen ist das hart genug und alles andere wäre auch unrealistisch. Die Bayernliga hat mit den oberbayerischen Mannschaften, deren Spieler allesamt eine Topausbildung genossen haben, ein sehr hohes fußballerisches Niveau. Wir sind bislang super zufrieden, freuen uns dass es so läuft und werden weiter extrem hart arbeiten, damit das auch so bleibt.

 
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