RSV für aufopferungsvollen Kampf nicht belohnt
Samstag 12.09.20 20:05 Uhr|Autor: Milan Kaufmann1.299
Hatte die Chance den RSV in Führung zu bringen (26.), verfehlte das Tor jedoch knapp: Alessandro Tomasello, hier neben Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert. In Führung ging Meinerzhagen später trotzdem - am Ende gewannen aber die Fürther nach Verlängerung. Foto: Steven Salzmann

RSV für aufopferungsvollen Kampf nicht belohnt

DFB-Pokal: Meinerzhagen führt gegen Zweitligist Fürth bis in die Schlussphase, unterliegt nach 120 Minuten aber deutlich
SpVgg Greuther Fürth: Sascha Burchert, Abdourahmane Barry (46. Paul Jaeckel), Maximilian Bauer, Marco Meyerhöfer, David Raum, Hans Nunoo Sarpei (40. Paul Seguin), Jamie Leweling (63. Timothy Tillman), Sebastian Ernst (72. Dickson Abiama), Julian Green (106. Anton Stach), Havard Nielsen, Branimir Hrgota - Trainer: Stefan Leitl
RSV Meinerzhagen: Johannes Focher, Til Bauman, Nils Buchwalder, Sven Wurm, Raphael Gräßer (79. Ali Özdemir), Alessandro Tomasello (67. Ewald Platt), Nik Kunkel, Tim Treude (56. Hakan Demir), Marcel Kandziora (79. Musa Mankay Sesay), Adil Elmoueden (79. Andreas Spais), Ron Berlinski - Trainer: Mutlu Demir
Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)
Tore: 0:1 Sven Wurm (49.), 1:1 Sebastian Ernst (70.), 2:1 Julian Green (98.), 3:1 Marco Meyerhöfer (103.), 4:1 Marco Meyerhöfer (105.), 5:1 Dickson Abiama (113.), 6:1 Dickson Abiama (118.)


Niedergeschlagen und ausgelaugt sanken die Spieler des Oberligisten RSV Meinerzhagen nach dem Schlusspfiff auf den Rasen des Fürther Ronhof. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals hatte der RSV dem haushohen Favoriten lange mehr als nur Paroli geboten, aufopferungsvoll gekämpft und ansprechenden Fußball geboten, nach einem Treffer von Sven Wurm (53.) sogar bis in die Schlussphase hinein mit 1:0 in Führung gelegen und an der Sensation geschnuppert. Die Verlängerung verdiente sich der RSV, doch dann schwanden die Kräfte – und die SpVgg Greuther Fürth setzte sich letztlich mit 6:1 (1:1) nach 120 Minuten durch. "Kompliment an Meinerzhagen. Sie haben uns das Leben wirklich sehr sehr schwer gemacht", betonte Fürths Trainer Stefan Leitl nach dem Spiel.

Vor der Partie hatte der RSV durch den kurzfristigen Ausfall von Kapitän Julian Jakobs eine Hiobsbotschaft verdauen müssen. Von Verunsicherung war aber nichts zu spüren, im Gegenteil. "Wir wollten heute hier hinkommen und uns nicht verstecken", so RSV-Coach Mutlu Demir zum Plan des Oberligisten. Und Meinerzhagen agierte tatsächlich von Beginn an extrem mutig, lief die Fürther früh im eigenen Drittel an und ließ den Zweitligisten in der ersten Hälfte überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Dem Oberligisten gehörte durch Alessandro Tomasello dann auch die erste Großchance des Spiels. Sein Distanzschuss strich knapp am rechten Pfosten vorbei (26.). Berlinski zielte kurz darauf ebenfalls zu ungenau (27.).


Die Mannschaft von Mutlu Demir blieb weiterhin sehr aggressiv am Mann und ließ keine Torchancen zu. Fürths Trainer Stefan Leitl reagierte bereits vor dem Seitenwechsel und brachte Paul Seguin für Nunoo Sarpei. Dann belohnte sich der Außenseiter für seinen beherzten Auftritt: Wurm köpfe einen Eckball von Nik Kunkel in die kurze Ecke und sorgte für großen Jubel beim RSV. "Zu dem Zeitpunkt war das verdient", waren sich beide Trainer einig. Im Anschluss agierte Meinerzhagen etwas defensiver, erhoffte sich durch den Wechsel von Tim Treude zu Hakan Demir zusätzliche Stabilität im Mittelfeld. Der Plan ging lange auf. Bis auf eine Großchance von Branimir Hrgota, der vollkommen allein gelassen den sicheren Ausgleich vergab (63.), stand Meinerzhagen sicher und durfte vom großen Coup träumen. "Wir konnten vieles wegverteidigen, was wir uns für die zweite Halbzeit auch vorgenommen haben. Weil wir gesehen haben, dass hier mehr drin ist", berichtete Demir.

Ein Standard brachte Fürth dann in die Verlängerung, die insgesamt in Ordnung ging, da in der letzten halben Stunde nur noch der Zweitligist spielte und Meinerzhagen sich auf das Verteidigen beschränkte. Sebastian Ernst war, ebenfalls nach einem Eckball, der Torschütze (82.). Nach einem abwechslungsreichen Beginn musste der RSV dann dem betriebenen Aufwand Tribut zollen. Julian Green scheiterte zunächst noch am Pfosten (98.), aber daraufhin nutzte die Spielvereinigung ihre Kräftevorteile eiskalt aus. Green (99.) und Meyerhöfer per Doppelpack (103. und 105.) machten binnen fünf Minuten den Deckel drauf. "Ärgerlich ist, dass wir den Ausgleich nach einem Standard kassieren. In der Verlängerung sind wir am Zahnfleisch gegangen. Dass uns dann die Kraft ausgeht, da mache ich der Mannschaft gar keinen Vorwurf", befand Demir.

Beenden musste der Oberligist das Spiel dann unglücklicherweise mit nur neun Spieler. Nils Buchwalder und Hakan Demir mussten angeschlagen früher runter, als das Wechselkontingent des RSV bereits erschöpft war. Den 6:1-Endstand besorgte die Fürther Neuverpflichtung Dickson Abiama mit zwei Treffern (113. und 118.). So stand unter dem Strich zwar eine deutliche Pleite. Tatsächlich aber schrammte Meinerzhagen nach starker Leistung nur knapp an einer Pokal-Sensation vorbei und kann nun erhobenen Hauptes den Fokus auf die Oberliga Westfalen richten. Demir bestätigte: "Wir nehmen hier heute sehr viel mit. Der Stolz überwiegt."


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Tabelle
1. FC Gütersloh 913 25
2. Holzwickeder 616 18
3. SV Rhynern 811 18
4. Sprockhövel 79 18
5. ASC Dortmund 94 18
6. Kaan-Marienb 720 16
7. Meinerzhagen 87 15
8. SpVgg Vreden 96 14
9. Wattensch 09 (Ab) 94 14
10. SF Siegen 10-2 14
11. Pr. Münster II 9-1 12
12. T. Ennepetal 74 11
13. TuS Haltern (Ab) 10-15 10
14. Erndtebrück 8-8 9
15. SC Paderborn II 8-4 8
16. Schermbeck 7-4 7
17. Finnentrop-B (Auf) 10-6 7
18. FC E. Rheine 10-14 7
19. V. Clarholz (Auf) 7-8 6
20. Westf. Herne 8-15 1
21. Hammer SpVg 8-17 0
ausführliche Tabelle anzeigen

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