Vandalen wüten auf dem Gechinger Sportplatz
Dienstag 02.02.21 16:07 Uhr|Autor: Thomas Oberdorfer/Gäubote244
Foto: Sportfreunde Gechingen

Vandalen wüten auf dem Gechinger Sportplatz

Sportgelände des Bezirksligisten ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden
Wann die Schäden verursacht wurden, ist derzeit noch nicht klar, entdeckt wurden sie am vergangenen Wochenende: Das Sportgelände der Sportfreunde Gechingen wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Rasen ist an etlichen Stellen ramponiert, Werbebanden wurden angekokelt, in einem Schubkarren wurde Feuer gelegt, ein Plastikstuhl ist zerstört, Bierflaschen lagen umher. Der Verein behält sich vor, Anzeige zu erstatten, hofft aber darauf, dass sich der oder die Täter noch freiwillig melden.


Die herrschenden Zeiten sind hart für die Sportvereine: Aufgrund der Corona-Pandemie unterband die Landesregierung Baden-Württemberg per Corona-Verordnung jede Art von Amateursport. Der Spielbetrieb liegt seit drei Monaten am Boden, die Vereine verzeichnen keine Einnahmen, vereinzelt geraten Abteilungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Es fehlt das Geld der Zuschauer, aber es fehlen auch die Erlöse aus Veranstaltungen.

Rasenplatz ist auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern betroffen

„Es ist derzeit sehr schwer für uns, wir haben kein Hallenturnier, kein Elfmeterturnier, keine Sommerturniere“, sagt Stephan Funk, Abteilungsleiter der Fußballer der Sportfreunde Gechingen. Und dennoch kümmern sich er und seine Mitstreiter intensiv und ehrenamtlich weiterhin um ihre Plätze. „Da werden in Summe zigtausend Arbeitsstunden aufgewendet, um die Anlage zu pflegen. Es tut einem dann sehr weh zu sehen, wie das zerstört wird“, sagt Jürgen Weber, Vorsitzender der Sportfreunde.

Am vergangenen Wochenende wurden verschiedene Schäden auf dem Sportgelände des Gechinger Clubs festgestellt: Der Rasenplatz ist davon auf einer Fläche von insgesamt etwa 200 Quadratmetern betroffen. „Es sieht so aus, als ob bei Schnee auf dem Rasen ein Feuer angezündet wurde, es sieht nach einer Stehparty aus“, sagt Weber. Werbebanden wurden angekokelt, in einem Schubkarren wurde ein Feuer entfacht, Stühle fielen ebenfalls Flammen zum Opfer. Zu sehen sind auf einem Foto zwei Kanister, die aller Wahrscheinlichkeit nach eine brennbare Flüssigkeit enthielten.

„Es macht einen wütend und auch traurig, so etwas zu sehen“, sagt Weber, „es sind wieder viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit notwendig, um die Schäden zu reparieren.“ Der Rasen muss an einigen Stellen mit Erde aufgefüllt und dann eingeebnet werden, zudem ist eine Nachsaat notwendig. Weber rechnet damit, dass insgesamt Kosten in Höhe von etwa 2000 Euro anfallen werden, wobei das eine erste Schätzung und keine abschließende Berechnung sei. „Das Schlimmste wäre, wenn es Leute aus dem eigenen Ort wären“, sagt Weber, der darauf hofft, dass die Vereine wieder möglichst schnell Sport anbieten dürfen, auch deswegen, damit Jugendliche und junge Erwachsene ihre Energie loswerden können und es eine „Abwechslung zum Homeschooling gibt“.

Stephan Funk war ebenso wie Weber „entsetzt“ über die Schäden. „Ich bin schwer enttäuscht, ich kann nur den Kopf schütteln“, sagt Funk. Seine Lust an der ehrenamtlichen Arbeit und seine Freude am Verein lasse er sich dadurch aber nicht nehmen. Funk hofft darauf, dass sich die Täter beim Verein melden, dass sie einsehen, dass sie „Mist gebaut haben“ und dass sie helfen, den Schaden wieder gutzumachen. Funk: „Die Personen könnten dadurch einer strafrechtlichen Verfolgung entgehen.“ Aus diesem Grund haben die Sportfreunde Gechingen einen Aufruf im Internet gestartet. „Am liebsten wäre es uns, dass wir wieder Fußball spielen können. Die Jugendlichen haben derzeit zu viel Zeit und sind nicht ausgelastet“, sagt Funk, dann komme man womöglich auf dumme Ideen.

Gemeinde stellt dem Verein Unterstützung in Aussicht

Jens Häußler ist Gechingens Bürgermeister. Er hat gestern Vormittag von den Schäden erfahren und ist erschüttert darüber. „Das ist reine Zerstörungswut. Wenn bei jemandem überschüssige Energien da sind, dann soll er sie beim Joggen abreagieren. Die aktuelle Situation ist für Vereine sehr belastend, und dann kommt so etwas noch obendrauf.“ Häußler signalisierte die Bereitschaft der Gemeinde, den Verein zu unterstützen. Zunächst einmal gelte es aus seiner Sicht, die Höhe der Schäden zu ermitteln und dann zu prüfen, ob eine Versicherung für die Schäden aufkomme. „Ich rechne damit, dass seitens des Vereins Anzeige erstattet wird“, sagt Häußler. Der Gechinger Verwaltungschef könne sich auch vorstellen, wenn nötig dem Verein eine Überbrückungshilfe zu leisten.

Der Vandalismus auf dem Gechinger Sportplatz reiht sich ein in eine Serie an Taten dieser Art: Ende Oktober wurde aus einem Schuppen der Sportfreunde Kayh ein Aufsitzrasenmäher entwendet, um damit auf dem Sportplatz herumzufahren, ein Tor des Schuppens wurde beschädigt. Ende Dezember kurvten ein oder mehrere Täter mit einem Fahrzeug oder mehreren Autos auf dem Sportplatz des SV Sulz am Eck umher und hinterließen tiefe Furchen im Rasen. „Ich hoffe, dass die Polizei schnell handelt, vielleicht gibt es ja auch eine Verbindung zwischen diesen Taten“, sagt Häußler.


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