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Dienstag 08.08.17 08:16 Uhr|Autor: SWP / Gerold Knehr809
Sein Team bereitet Trainer Stephan Baierl derzeit Kopfzerbrechen. Foto: Volkmar Könneke

Neun Gegentore – bei den Spatzen geht der Schuss nach hinten los

Mutig, offensiv, attraktiv – so wünscht sich Stephan Baierl, Trainer des SSV Ulm 1846 Fußball, sein Team. Doch in den ersten beiden Saisonspielen geht der Schuss nach hinten los.

In Sachen Saison-Fehlstart sind Regionalligist SSV Ulm 1846 Fußball und seinem Trainer Stephan Baierl eine gewisse Erfahrung nicht abzusprechen. Zwei Niederlagen zum Auftakt in eine neue Punkterunde hatte es sowohl in der vergangenen Spielzeit (jeweils 0:1 beim 1. FC Saarbrücken und zu Hause gegen den späteren Absteiger FK Pirmasens) als auch in der Saison 2012/13 (1:2 beim FC Homburg, 0:2 gegen Eintracht Frankfurt II) gegeben. In die Spielzeit 2013/14 waren die Ulmer gar mit vier Niederlagen in Folge (4:12 Tore) gestartet – damals jedoch mit Paul Sauter als Coach.

„Wir  müssen uns jetzt schnell wieder aufrappeln und werden in Ruhe weiter arbeiten“, kündigte Baierl nach dem 4:5 (1:4) beim VfB Stuttgart II an. Zuvor hatten sich die Spatzen Saarbrücken mit 1:4 (1:4) geschlagen geben müssen.

Ein einfaches „weiter so“ freilich kann es nicht geben. Die Situation erinnert an den Februar, als die Spatzen ihr letztes Testspiel gegen den bayerischen Regionalligisten FC Augsburg II mit 1:7 und ihr erstes Punktspiel in diesem Jahr bei Eintracht Trier mit 0:5 verloren. Seinerzeit wie jetzt hat Baierl versucht, seinem  Team ein offensiveres System zu verordnen. „Wir wollen probieren, unseren Spielstil durchzusetzen. Wir wollen mutiger sein, mit mehr Risiko spielen“, hatte der Ulmer Coach auch jetzt wieder angekündigt.

Offensichtlich sind Baierls Offensivpläne mit dem derzeitig zur Verfügung stehenden Personal nicht kompatibel. So erwies sich der propagierte Mut in den ersten beiden Punktspielen als Übermut – die Schüsse gingen nach hinten los. Er habe um die Ulmer Defensivschwäche gewusst,  sagte Stuttgarts Trainer, Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel. In diese Lücke stieß der VfB II ganz gezielt – und mit Erfolg. Andere Teams werden es mit ähnlicher Taktik versuchen.

 In Stuttgart fehlten die Abwehr-Routiniers Florian Krebs, Tim Göhlert, im Mittelfeld der erfahrene Alper Bagceci und Talent Vinko Sapina. Mit Neuzugang Michael Schindele aus Kaiserslautern saß zudem ein vielversprechender Innenverteidiger nach längerer Verletzung nur auf der Ersatzbank. Das alles darf aber kein Grund sein, dass der Gegner mehrmals nach einem Ulmer Fehler allein auf das Tor des bedauernswerten Holger Betz zuläuft, der beim VfB in zwei Szenen weitere fast sichere Gegentore verhinderte. „Wir machen es dem Gegner viel zu einfach, vor unser Tor zu kommen. Das ist ein strukturelles und organisatorisches Problem und hat nichts mit den einzelnen Mannschaftsteilen zu tun“, glaubt der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht.

 
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