Effektiver geht es nicht
Sonntag 02.09.18 16:30 Uhr|Autor: Stephan Klaus1.085
F: KR pics - Kristin Riemann

Effektiver geht es nicht

Großengottern schießt bei der Lache quasi zweimal auf das Tor und dreht den Spielstand unmittelbar vor der Ziellinie auf 1:2.

So wirklich rund wollte das Spiel für die SG An der Lache/Concordia Erfurt im Duell der beiden Aufsteiger gegen Großengottern zu keiner Zeit laufen. 

BERICHT von Stephan Klaus




An der Lache - Großengottern 1:2

Doch wähnten sich die Hausherren wenige Minuten vor Spielende zumindest noch wegen des klaren Chancenpluses und des offensiv harmlosen Kontrahenten beim Spielstand von 1:0 auf dem Weg zu drei schmucklosen, aber den Kräfteverhältnissen angemessenen Punkten. In der 89. Minute indes begann Großengottern, auf das Tor von Kevin Schoepe zu schießen – und siegte noch 2:1.

Ein eher saftarmer Schlenzer von Rico Baumgart über den Lache-Kasten (23.) – und sonst gähnende Leere auf dem Zettel des Zeitzeugen. Weil die Angriffsmühen Großengotterns oft schon im Keim erstickten, musste man auf der Suche nach Torchancen am Sonnabend stets hundert Meter weiter blicken, zum anderen Ende des Spielfeldes. Gleichwohl: Ein regelrechtes Festival an Einschussgelegenheiten vermochte auch die Lache nicht zu kreieren. Dafür agierte sie nicht selten beim letzten Pass zu schlampig, unpräzise. Die beste Vorpausenchance hatte Steve Suffa, der im Strafraum halblinks vorm starken Keeper Steffen Thormann aufgetaucht war, bevor er ihm hektisch in die Arme schoss (7.). Darüber hinaus versuchte es der Hausherr oft aus der Distanz, wenngleich gefährlich. Beim ersten Versuch von Christopher Weis strich der Ball knapp am linken Pfosten vorbei (11.), beim zweiten reagierte Thormann stark, nachdem der Ball kurz vor ihm fies aufgesprungen war (12.). Auch den Linksschuss von Sebastian Iffarth kratzte Thormann aus dem Eck (14.), Iffarths Versuche per Freistoß und aus 18 Metern per Halbvolley kamen zu zentral (22., 24.). Tenor der ersten Halbzeit waren demnach weniger die Hundertprozenter, sondern der spür- und sichtbare Kampf um jeden Zentimeter. Unfair war es nicht, ruppig jedoch ziemlich.

Zudem hatte der Halbzeitstand einiges über die vier besten Akteure – neben Thormann – auf dem Platz ausgesagt: Die Lache-Innenverteidiger Markus Hohmann und Martin Krause erwiesen sich zweikampf- und kopfballstark sowie hellwach antizipierend. Auf der anderen Seite standen ihnen die Innendecker Matthias Baumbach und Nils Berndt in nichts nach. Auch ein Grund, weshalb der Platzherr auch nach Wiederbeginn Ausschau nach seinem Glück aus der Ferne hielt. Bei Martin John waren es immerhin nur 14 Meter (52.), Weis probierte es aus 30 (54.), Iffarth aus 25 (61.). Alles ging recht knapp vorbei. Die vermeintliche Vorentscheidung: Tatsächlich hatte sich die Lache auf der rechten Seite einmal durchkombiniert und Weis auf den zweiten Pfosten geflankt. Andreas Koppe war halb am Ball, John irgendwie auch. Und genauso irgendwie war der Ball dann drin (73.). Ein Verteidiger Großengotterns war beim Rettungsversuch gegen den Pfosten gerauscht und musste ausgewechselt werden. Keine guten Vorzeichen für die Schlussphase. Eigentlich.

Für ihn kam Sebastian von Nessen in die Partie, einer der späteren Matchwinner. Zunächst die 89. Minute: Aus dem sehr leicht hergeschenkten Eckball hatte Großengottern zunächst nichts machen können, doch den zentral abgewehrten Ball schleuderte Patrick Rost umgehend wieder Richtung Schoepe-Kasten. Mit unfreiwilliger Hilfe des Keepers und des Pfosten lag der Ball urplötzlich im Netz – 1:1. 92. Minute: Einen Einwurf auf der linken Seite verwertete eben Sebastian von Nessen gekonnt, setzte sich nahe der Grundlinie durch und probierte es aus spitzem Winkel. Die Abwehr von Schoepe landete auf dem Kopf des ebenfalls eingewechselten Andreas Ilgmann. 1:2, Abpfiff, Versteinerung auf der einen, Riesenjubel auf der anderen Seite.

Schiedsrichter: Johannes Drößler (Wacker Gotha) - Zuschauer: 64
Tore: 1:0 Andreas Koppe (73.), 1:1 Patrick Rost (89.), 1:2 Andreas Ilgmann (90.)



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