Thannhausen schockt den Spitzenreiter
Sonntag 13.10.19 21:31 Uhr|Autor: Augsburger Allgemeine / tf1.191
So sehen Überraschungssieger aus: Kellerkind TSG Thannhausen gewann beim Spitzenreiter TSV Ziemetshausen. Foto: Ernst Mayer

Thannhausen schockt den Spitzenreiter

Überraschungssieg in Ziemetshausen +++ Jettingen strauchelt in Ellzee +++ Gundelfingens U23 feiert weiterren Derbysieg
Es hat sich über die letzten Spiele hinweg angedeutet und nach zwölf Spielen wurde es Wirklichkeit. Der TSV Ziemetshausen verliert ein Spiel in der Kreisliga West. Ausgerechnet im Heimderby gegen die einst übermächtige TSG Thannhausen gab der Primus eine Führung aus der Hand. Davon kann der VfR Jettingen ein Lied singen. Denn bei der SpVgg Ellzee hielt die Führung nur ganz kurz, ehe ein Doppelschlag das Spiel zugunsten der Ellzeer drehte. Ein deutliches Ergebnis fuhr die U23 des FC Gundelfingen ein. Im prestigeträchtigen Derby gegen den FC Lauingen gewann der FCG etwas hoch, aber nicht unverdient mit 4:0.


TSV Ziemetshausen - TSG Thannhausen 1:2
„Irgendwann musste es uns ja mal erwischen“, sagte TSV-Coach Christian Jaut direkt nach dem Spiel. Die TSG Thannhausen brachte dem Lokalrivalen TSV Ziemetshausen in einem guten Kreisliga-Derby die erste Niederlage seit 40 Punktspielen bei. 300 Zuschauer verfolgten den Überraschungscoup des Bezirksliga-Absteigers und das Ende einer stolzen Serie. Dabei war Jaut die Brisanz dieses Derbys durchaus bewusst gewesen. Immerhin wird die TSG seit dieser Saison vom ehemaligen Erfolgstrainer der Ziemetshauser, Rainer Amann, trainiert.
Von Beginn an war klar, dass dieses Match ein besonderes Aufeinandertreffen war. Deutlich besser mit dieser Konstellation kam die TSG zurecht. Beim TSV musste Jaut eine ungewohnte Nervosität sowie viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten feststellen. Die TSG agierte dagegen mannschaftlich geschlossen und mit immensem Willen, diese Partie zu gewinnen. Bis zur Pause neutralisierten sich auf diese Weise beide Teams, größere Möglichkeiten blieben Mangelware. Doch die wenigen wurden eiskalt genutzt. Und dabei schien es zunächst für den Favoriten gut zu laufen. TSV-Spielmacher Thomas Pietsch bediente Norbert Maier mustergültig. Dessen Schuss prallte von der TSG-Abwehr ab und landete wieder bei Maier, der im zweiten Versuch eiskalt vollstreckte (12). Doch die TSG zeigte sich an diesem Sonntag von ihrer Super-Seite. Einen schönen Angriff über die linke Seite mit anschließender Flanke in den Strafraum verwandelte Kadir Yalap zum Ausgleich (25.).
Nach dem Wechsel agierte die Heimelf immer nervöser und unsicherer. Thannhausen dagegen fand mehr und mehr ins Spiel. Und dem TSV fehlten diesmal die Mittel, um die solide und kämpferische Mannschaftsleistung sowie den Abwehrriegel zu knacken. Als alles schon mit einem Remis rechnete, versenkte neuerlich Kadir Yalap einen Freistoß siegbringend im Netz (87.).
Jaut freilich gratulierte dem Widersacher fair und meinte abschließend: „Die TSG hat sich den Sieg aufgrund einer guten Mannschaftsleistung und der größeren Cleverness im Abschluss absolut verdient.“
Schiedsrichter: Philipp Ettenreich (Zusamaltheim) - Zuschauer: 300
Tore: 1:0 Norbert Maier (12.), 1:1 Kadir Yalap (25.), 1:2 Kadir Yalap (87.)
Gelb-Rot: Thomas Pietsch (89./TSV Ziemetshausen)

 

SV Mindelzell - VfL Großkötz 4:2
Einen immens wichtigen Dreier fuhren die Mindelzeller gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ein. Großkötz wehrte sich in den ersten 45 Minuten wacker und musste nur einen Gegentreffer durch das Mindelzeller Talent Vincent Thoma hinnehmen (15.). Der Treffer gab dem SVM zusätzlich Sicherheit und man erspielte sich ein optisches Übergewicht. Trotzdem dauerte es bis zur 55. Minute, ehe Phillipp Miller auf 2:0 erhöhte. Und weil’s so schön war, legte Miller 120 Sekunden später gleich nach und stellte auf 3:0 (57.). Als Tobias Bihlmaier nach 68 Minuten gar auf 4:0 erhöhte, war die Messe in Zell gesungen. Die Hausherren ließen nun die Zügel etwas schleifen und ermöglichten so den nimmermüde kämpfenden Gästen, zehn Minuten vor dem Ende durch Fabian Züringer auf 1:4 zu verkürzen. Den Schlusspunkt setzte dann wieder Mindelzell. Allerdings traf der Torschütze zum 4:0, Tobias Bihlmaier, diesmal unglücklich zum Endstand in die eigenen Maschen.
Schiedsrichter: Alexander Hartmann (Wortelstett.) - Zuschauer: 140
Tore: 1:0 Vincent Thoma (15.), 2:0 Philipp Miller (55.), 3:0 Philipp Miller (57.), 4:0 Tobias Bihlmaier (68.), 4:1 Fabian Züringer (80.), 4:2 Tobias Bihlmaier (87./Eigentor)
   

Die Flugeinlage von Ichenhausens Keeper Hasib Peco war vergeblich, dreimal musste er in Wiesenbach hinter sich greifen.

Die Flugeinlage von Ichenhausens Keeper Hasib Peco war vergeblich, dreimal musste er in Wiesenbach hinter sich greifen. Foto: Thomas Braun

 

SpVgg Wiesenbach - FC Grün-Weiß Ichenhausen 3:0
Die Zuschauer bekamen einen unterhaltsamen Kick zu sehen. Ichenhausen legte los wie die Feuerwehr und versuchte gleich in den ersten Minuten, die Einheimischen zu überrumpeln. Dieser Elan verpuffte jedoch nach gut zehn Minuten und Wiesenbach bekam Spiel und Gegner immer besser in den Griff. Kurz vor der Pause brachte Tobias Holdenrieder seine Farben in Front, indem er einen Freistoß aus gut 18 Metern unhaltbar im linken unteren Toreck versenkte (40.). Auch nach dem Wechsel war die SpVgg dominant, scheiterte jedoch immer wieder am sehr guten Grün-Weiß-Keeper Hasib Peco. Neun Minuten vor Schluss verwandelte dann wiederum Holdenrieder einen Strafstoß zum 2:0 und vier Minuten später nutzte Florian Steck eine Unsicherheit in der Ichenhauser Defensive zum finalen 3:0 für die SpVgg Wiesenbach.
Schiedsrichter: Norbert Süss (TSV Ellgau) - Zuschauer: 180

Tore: 1:0 Tobias Holdenrieder (40.), 2:0 Tobias Holdenrieder (81./Foulelfmeter), 3:0 Florian Steck (85.)


GALERIE SpVgg Wiesenbach - FC Grün-Weiß Ichenhausen

   

SpVgg Ellzee - VfR Jettingen 2:1
Die SpVgg Ellzee sorgte bei ihrem Auftritt in Wattenweiler tummelten für eine kleine Überraschung. Dabei war vor allem in den ersten 45 Minuten der VfR Jettingen die bestimmende Mannschaft. Das Team von Trainer Sven Müller legte sein spielerisches Übergewicht und seine größeren technischen Fähigkeiten in die Waagschale und drängte die Einheimischen zunächst in die Defensive. Doch bereits jetzt warfen die Ellzeer ihr ganzes Herzblut in die Partie. Jettingen hatte zwar einige Chancen, ließ diese aber ungenutzt verstreichen.
Als in der 46. Minute Sebastian Hofmiller den VfR in Führung schoss, schien dennoch alles seinen geordneten Weg zu gehen. Doch da hatte man die Rechnung ohne Ellzee gemacht. Durch Treffer von Matteo Komm (55.) und Peter Ost (56.) drehten die Hausherren die Partie. Der Rest war aufopferungsvoller Kampf bis zum Schluss.
Schiedsrichter: Lars Zorn (Heldenfing.) - Zuschauer: 123

Tore: 0:1 Sebastian Hofmiller (46.), 1:1 Benjamin Haug (55.), 2:1 Peter Ost (56.)

   

TSV Offingen - SG Reisensburg-Leinheim 1:3
Eine faustdicke Überraschung gab es in Offingen zu bestaunen. Mit einem Blitzstart und zwei bildsauberen Toren durch Patrick Hartmann (4., 6.) lag Reisensburg früh mit 2:0 in Front. Der TSV schlug nur zwei Minuten später durch Phillipp Schönberger zurück und verkürzte auf 1:2. Doch Reisensburg zeigte sich an diesem Nachmittag kampfstark und stellte noch vor der Pause wiederum durch Hartmann den alten Abstand wieder her (37.). Offingen blieb danach zwar bemüht, konnte das Blatt aber nicht mehr wenden.
Schiedsrichter: Markus Bauer (Munzingen) - Zuschauer: 110

Tore: 0:1 Patrick Hartmann (4.), 0:2 Patrick Hartmann (6.), 1:2 Philipp Schönberger (8.), 1:3 Patrick  Hartmann (37.)

      

Johannes Hauf (rechts) sorgte mit seinem Doppelpack für die Entscheidung zugunsten der Gundelfinger. FCL-Keeper Alexander Singer und Seydina blieb nur das Nachsehen.

Johannes Hauf (rechts) sorgte mit seinem Doppelpack für die Entscheidung zugunsten der Gundelfinger. FCL-Keeper Alexander Singer und Seydina blieb nur das Nachsehen. Foto: Holger Kopf

 

FC Gundelfingen II - FC Lauingen 4:0
„Wir müssen alles raushauen, wenn wir die drei Punkte in Gundelfingen behalten wollen“, war sich FCG-Coach Florian Strehle sicher. Wie schon unter der Woche gegen die SSV Glött stellten sich die Grün-Weißen auf ein weiteres besonderes Duell ein. Von Derbyatmosphäre war allerdings 90 Minuten lang nichts zu spüren. In der ersten Hälfte plätscherte das Spiel vor sich hin. Ein Freistoß von Gundelfingen Stephan Zeller fand den Kopf von Bernhard Rembold – 1:0 (23.). „Das ist kein Derby, da ist kein Feuer drin“, forderte Strehle seine Kicker in der Halbzeitansprache zu mehr Einsatz auf. Und die nahmen das Heft in die Hand. Peter Matkey setzte sich durch und legte quer, Ghazi Askar schob zum 2:0 ein. Trotzdem gaben die Lauinger nicht auf und wollten das Anschlusstor. Dies bot dem FCG Konterchancen. Einen abgefangenen Ball köpfte Jonas Behringer in den Lauf von Johannes Hauf – 3.0. Hauf besorgte auch den Endstand. Der Sieg geht in Ordnung, auch wenn er ein oder zwei Tore zu hoch ausfiel.
Schiedsrichter: Toni Haubenreißer (Aresing) - Zuschauer: 75

Tore: 1:0 Bernhard Rembold (23.), 2:0 Ghazi Askar (61.), 3:0 Johannes Hauf (81.), 4:0 Johannes Hauf (88.)

   

SSV Neumünster-U`schöneberg - SSV Glött 0:5
Vor dem Spiel rechnete man im Glötter Lager mit deutlich mehr Gegenwehr der Hausherren – schließlich sind sie das Schlusslicht und brauchen jeden Punkt. Zwei schnelle Treffer der Lilien und ein unnötiger Platzverweis für Neumünsters Torjäger Pascal Schrodi entschieden die Begegnung bereits in der ersten Hälfte.
Glött war von Beginn an gut im Spiel und nutzte gleich die erste Möglichkeit zum 0:1. André Daferner schloss aus dem Hinterhalt gekonnt ins lange Toreck ab. Diese Führung gab einer erneut stark dezimierten SSV die nötige Sicherheit. Nach einer Eck von Waidele besorgte Milan Nikolic per Kopfball das 0 :2. Das 0:3 sieben Minuten vor der Halbzeitpause entstand ebenfalls nach einem ruhenden Ball. Dabei verlängerte Neumünsters Kai Rauner die Freistoßflanke von Tony Espig unglücklich per Kopf ins eigene Gehäuse. Eine beruhigende Führung für die Glötter, die aber nach dem Wechsel aus ihrer Überzahl und der großen Überlegenheit viel zu wenig daraus machten. Wirklich torgefährlich agierte nur noch „Oldie“ Roland Becherer, der mit einem Doppelpack in der 58. und 86. Minute per Freistoßtreffer auf den 5:0-Endstand stellte.
Schiedsrichter: Frank Tetz (Landshausen) - Zuschauer: 80

Tore: 0:1 Andre Daferner (5.), 0:2 Milan Nikolic (10.), 0:3 Kai Rauner (38. Eigentor), 0:4 Roland Becherer (58.), 0:5 Roland Becherer (86.)

Gelb-Rot: Pascal Schrodi (23./SSV Neumünster-U`schöneberg)



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