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Donnerstag 10.08.17 20:00 Uhr|Autor: Jürgen Ruoff (BZ)442
Die Zahl der einsatzfähigen Löffinger Spieler beim Landesliga-Auftakt am Samstag ist für Trainer Tim Heine (rechts) übersichtlich. | Foto: Wolfgang Scheu

FC Löffingen: Spielt Trainer Tim Heine?

Der FC Löffingen kämpft vor dem Landesligastart am Samstag mit personellen Problemen
Vier Wochen lief es wie am Schnürchen. Zu den Trainingseinheiten des FC Löffingen fanden sich in der Vorbereitung 20 Spieler und manchmal auch mehr ein, der neue Trainer Tim Heine fand den Zulauf „recht erfreulich“, auch Einsatz und Einstellung der Spieler gefielen dem neuen Coach. „Es war alles gut bis zur Verlängerung im Pokalspiel gegen Rielasingen-Arlen“, sagt Heine. Dann fingen die Probleme an. Die Löffinger verloren das Pokalmatch  gegen den Verbandsligisten  mit 1:3 –  zudem Torjäger Benjamin Gaudig und Peter Beha durch Gelb-Rote Karten. Sie sind nun gesperrt.

Im Testspiel gegen die SG Riedöschingen/Hondingen, für die Heine in der vergangenen Saison noch gespielt und den Bezirksliga-Aufstieg mit ermöglicht hatte, brach sich Alexander Kornienko, der aus Göschweiler zum FC Löffingen gekommen war,  das Handgelenk. In der 90. Minute beim Spielstand von 7:1 für Löffingen. „Er war auf dem Weg, sich einen Stammplatz zu erkämpfen“, sagt Heine, nun muss er erst einmal auf ihn verzichten.  Tobias Ketterer hat sich im Training am Knie verletzt und vom Landesliga-Stammpersonal befinden sich derzeit etliche Spieler  im Urlaub. Die Woche vor dem ersten Landesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr) im Haslachstadion gegen den FC Hilzingen gestaltet sich für den Löffinger Trainer „recht schwierig“.

„Bis zur Verlängerung im Pokalspiel war alles gut.“ Trainer Tim Heine

Die Frage, ob er  in Anbetracht der misslichen Personallage mit dem Gedanken spiele, selbst noch einmal auf dem Platz auszuhelfen, bringt Heine zum Schmunzeln. Vier Wochen habe er keinen Gedanken daran verschwendet. Noch einmal zu spielen, sei nicht sein Plan gewesen. Gleichwohl hat er von der SG Riedöschingen/Hondingen in weiser Voraussicht seinen Spielerpass mitgebracht, für den Fall der Fälle. Der jetzt wohl schon am  ersten Spieltag eintritt. Heines Ziel für das erste Spiel ist,  14 Spieler aufzubieten. Er ist da schon mit eingerechnet. „Ich hoffe, dass es eine Ausnahme bleibt.“

Die Urlaubszeit wird irgendwann zu Ende sein, die Gesperrten werden zurückkommen, ebenso  die Verletzten.  Das Krisenmanagement, mit dem sich Heine im Moment beschäftigen muss, wird dann seiner eigentlichen Arbeit als Fußballtrainer weichen. Denn er ist nach einer kurzen schöpferischen Pause als Coach zum FC Löffingen gekommen, weil er in der Mannschaft Potenzial sieht und es freilegen will. Er hatte Angebote von verschiedenen Vereinen, doch als Klaus Auer, der Vorsitzende des FC Löffingen bei ihm anrief, verspürte er sofort Interesse. Unter der fünfjährigen Führung von Trainervorgänger Tobias Urban ist bei den Rothosen eine Landesligamannschaft herangereift, die schon einmal zaghaft  in zwei Relegationsspielen an die Verbandsligatür klopfte. „Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl mit dem FC Löffingen und das hat sich auch bestätigt“, sagt Heine. Wenn sich die Personalmisere nicht weiter durch die Hinrunde zieht, will er mit der Mannschaft im ersten Ligadrittel mitspielen. „Es ist auch Potenzial da, mehr zu erreichen“, sagt Tim Heine, irgendwann in der Zukunft, wenn die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibe.

„Noch einmal zu spielen, war nicht mein Plan.“ Trainer Tim Heine

Es spricht für ihn, dass er als sportlicher Vordenker behutsam an die neue Aufgabe herangeht. Er will nicht gleich alles umkrempeln, was über Jahre gewachsen ist. „Das ist eine intakte Mannschaft, die eingespielt ist. Das Spielsystem, das sie spielt, ist stabil.“ Natürlich hat er Ideen im Kopf und eine eigene Spielphilosophie: viel Ballbesitz, das Spiel entwickeln und  dominieren. Flexible Handhabung. Situativ  reagieren. „Es ist gut, wenn eine Mannschaft mehrere Spielsysteme beherrscht“, sagt er.

Die Gedanken Heines kreisen derzeit aber in erster Linie um das Spiel am Samstagnachmittag. Um die Zahl der Spieler, die ihm zur Verfügung stehen. Um ein neues Passbild für seinen Spielerpass.  Und um den Gegner. Den FC Hilzingen kennt er noch aus seiner Zeit als Trainer des FC Furtwangen: „Das ist eine körperlich sehr robuste Mannschaft, physisch sehr unangenehm.“ Spielermangel hin oder her –  „das wird ein schwieriges Spiel“, da ist sich Heine sicher.
 
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