Coronavirus: Stadt Duisburg untersagt Kontaktsport
Donnerstag 22.10.20 10:57 Uhr|Autor: André Nückel 39.892
Foto: Andreas Santner

Coronavirus: Stadt Duisburg untersagt Kontaktsport

Der Amateurfußball in Duisburg muss sich auf eine Pause einstellen. Kontaktsport ist vorerst verboten. Die Coronavirus-Fälle steigen drastisch.

Die Stadt Duisburg hat auf die stark gestiegenen Coronavirus-Fallzahlen reagiert. Ab Donnerstag (22. Oktober) gelten neue Maßnahmen, unter anderem wird der Kontaktsport bis auf Weiteres untersagt. Dazu zählt selbstredend der Amateurfußball. Seit der Zwangspause zwischen März und Mai, in der erstmals Kontaktsport verboten war, ergreift Duisburg als erste Stadt im Gebiet des Fußballverbands Niederrhein diese drastischen Einschnitte.  




Die Amateurfußball-Saison 2019/20 musste wegen Covid-19 abgebrochen und gewertet werden. Der FVN hatte auf FuPa-Nachfrage am Freitag erklärt, den Spielbetrieb aufrechterhalten zu wollen. Da jetzt im ersten Fußballkreis der Spielbetrieb untersagt ist, könnten weitere folgen. Es bleibt abzuwarten, wie der Verband reagiert. Immerhin sind nicht nur Kreisliga-Teams, sondern auch höherklassige Mannschaften wie der FSV Duisburg, der in der Oberliga Niederrhein spielt, von diesem Verbot betroffen.

Kontaktsport-Verbot in Duisburg: Sollte die Amateurfußball-Saison am Niederrhein pausieren?
Nein, dazu sehe ich noch keinen Grund.
Für mich ist der Zeitpunkt verfrüht.
Die Lage noch zwei, drei Wochen beobachten.
Mit einzelnen Pausen weiter wie bisher.
Weiter, aber mit schärferen Maßnahmen.
Ja, es sollte eine Pause für alle geben.
Ja, es sollte eine Pause bis zum Impfstoff geben.
Zur Abstimmung 3495 Stimmen

Auf erneuter Nachfrage erklärte der FVN, die Situation neu einschätzen zu müssen. 

Die Stadt Duisburg hat ein entsprechendes Statement zu den neuen Maßnahmen veröffentlicht. Der Wortlaut:

"Die Stadt Duisburg erlässt weitere Corona-Schutzmaßnahmen. (...) Die Corona-Wocheninzidenz hat in Duisburg den Wert 100,1 erreicht. Angepasst an diese erhebliche Verschärfung der Lage hat der Krisenstab der Stadt Duisburg nun weitere Maßnahmen beschlossen. 
 
Die neue Allgemeinverfügung der Stadt Duisburg ist ab dem morgigen Donnerstag, 22. Oktober, gültig und umfasst folgende Regelungen:

 

   

 

In den städtischen Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen gilt künftig die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sie gilt an allen Tagen jeweils von 7 Uhr und mit einem Nachlauf von einer halben Stunde nach Ablauf der Sperrstunde bis 23.30 Uhr. Mit dieser Regelung sollen Menschen insbesondere dort geschützt werden, wo wenig Abstand gehalten werden kann. Die betreffenden Bereiche werden nachfolgend aufgeführt. Wir weisen darauf hin, dass das Geschehen dynamisch ist, weswegen es zu Anpassungen bei den Straßen kommen kann.

Duisburger Amateurligen müssen ausgesetzt werden

 

  • Sporthallen dürfen für Kontaktsport nicht mehr genutzt werden, dies umfasst auch den Schulsport.

  • Kontaktsport ist auch unter freiem Himmel untersagt. Dies bedeutet, dass der Spielbetrieb in den Duisburger Amateurligen ausgesetzt werden muss.

  • Trainingseinheiten in klassischen Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fußball sind aber möglich. Diese müssen jedoch an die Situation angepasst werden und kontaktlos erfolgen. Zudem ist die Nutzung von Umkleide- und Duschräumen – mit Ausnahme der Toiletten – nicht erlaubt. (...)"

Die Redaktion von FuPa Niederrhein hat bereits Stimmen von Duisburger Klubs eingeholt:

Daniel Nix, Trainer SV Heißen: „Es sind ganz, ganz viele Fragezeichen. Auch meine eigenen Spieler fragen mich inzwischen vermehrt, die Unsicherheit wächst. Einer meiner Akteure war jetzt schon dreimal in Quarantäne, weil es im Umfeld einen Verdacht gab. Das hat ja irgendwann auch Auswirkungen auf den Beruf. Ich habe 30 Mann im Kader, davon sind regelmäßig mindestens 20 Leute beim Training. Da muss nur einer was haben und es hat direkt einen Einfluss auf einen sehr großen Personenkreis.Sonntag mit den Jungs auf dem Platz ist immer mein Highlight der Woche, auf der anderen Seite bin ich im Einkauf für über 200 Altenheime in ganz Deutschland zuständig. Was ich dort tagtäglich mitbekomme, führt mir immer wieder vor Augen, dass der Fußball doch nicht so wichtig ist, wie er oft gemacht wird.Wir haben vom Fußballkreis noch keine Information bekommen. Das ist eine Situation, die es so noch nicht gab. Ich glaube aber auch, dass der Verband, bzw. der Fußballkreis, da erstmal sehr wenig machen kann, da es politische Entscheidungen sind.Ein Heimrechttausch halte ich für sehr unrealistisch. Dazu haben wir zu viele Mannschaften, die am Spielbetrieb teilnehmen. Mit den angeordneten Hygienemaßnahmen können wir das auch logistisch nicht lösen. Dafür bräuchten wir noch deutlich mehr Kabinen.Auf Dauer kann ich mir nicht vorstellen, dass die Saison beendet wird. Klar können wir jetzt überlegen, wieder bis März zu unterbrechen.Ich darf derzeit nicht mit meiner Schwester und meinem Vater Weihnachten feiern, weil da drei Haushalte zusammenkommen, aber auf dem Platz kann ich mit 20 Spielern trainieren. Das sind Maßnahmen die einfach nicht passen.“

Jens Dowedeit, Co-Trainer DJK Vierlinden: „Das macht mich sprachlos. Ich verstehe den Sinn hinter der ganzen Aktion nicht und ich finde, die Aktion wurde nicht zu Ende gedacht. Unser Spiel gegen Osterfeld findet statt. Innerhalb von einer halben Stunde wurde hier das Heimrecht getauscht. Wir werden jetzt zweimal trainieren, dann natürlich ohne anfassen und dann fahren wir nach Oberhause. Es stört mich, dass beim Fußball, einer Outdoor-Veranstaltung, alles dicht gemacht wird, aber andere Veranstaltungen können noch in geschlossenen Räumen stattfinden.Besonders schade ist es aber für unsere Jüngsten Wir haben jetzt so lange gewartet. Für die Kinder steht in einer Woche der Ligastart an. Mit ihnen konnten wir lange nichts machen, haben extra seit den Sommerferien gewartet und jetzt wird wieder alles zugemacht.“

Didi Schacht, Trainer FSV Duisburg: „Das Spiel ist abgesagt worden. Hier in Duisburg gibt es ab sofort ein Spielverbot und ich kann mit der Mannschaft nur trainieren. Der SC Düsseldorf-West hat angeboten, das Heimrecht zu tauschen, dass habe ich aber nicht angenommen. Mir kommt der Ausfall sogar gelegen, da ich so mehr Zeit habe, das Team kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Am Sonntag sind wir dann in Cronenberg im Einsatz.“

Dennis Gerritzen, sportlich-technischer Leiter VfB Speldorf:„Der VfB Speldorf hat als Sofort-Maßnahme beschlossen, dass wir zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen. So wollen wir eine möglichst geringe Gefährdung für alle Beteiligten sicherstellen und abwarten, welche weiteren Maßnahmen und Anordnungen seitens des FVN kommen.“

Stefan Holt, stellvertretender Abteilungsleiter DSC Preußen: „Wir haben kaum eine Möglichkeit uns vorzubereiten, von unseren drei Plätzen sind zwei Naturrasen ohne Flutlicht, der Kunstrasen ist zur Zeit eine Baustellen, da können wir auch nicht trainieren. Uns wurde jetzt angeboten, auf einer BZA zu trainieren, aber das ist logistisch eine immense Herausforderung.“

Daniel Rosenbach, 2. Vorsitzender GSG Duisburg: „Die Stadt Duisburg hat in Absprache mit dem Land neue Maßnahmen beschlossen. Demnach sind Fußballspiele auf Duisburger Boden untersagt. Ich gehe davon aus, dass die anderen Städte da zeitnah nachziehen werden. Alles andere würde für mich keinen Sinn ergeben.“


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