Der Bezirksspielleiter ist 70 geworden und hat noch viel vor
Sonntag 10.01.21 11:02 Uhr|Autor: Thomas Seidl 1.452
Richard Sedlmaier feierte am Freitag seinen 70. Geburtstag Foto: Norbert Herrmann

Der Bezirksspielleiter ist 70 geworden und hat noch viel vor

Richard Sedlmaier blickt auf eine bewegte Fußball-Zeit zurück und will noch bis 2026 im Amt bleiben
Seit vielen Jahrzehnten spielt der Fußball im Leben von Richard Sedlmaier eine zentrale Rolle. Als Aktiver, Trainer, Vereins- und Verbandsfunktionär erlebte der frühere Rektor einer Abensberger Schule alle Facetten des Fußballgeschäfts. Am Freitag konnte der in Ihrlerstein lebende Rentner, der seit 2014 Bezirksspielleiter ist, seinen 70. Geburtstag feiern.


Als Fußballer kickte Sedlmaier für den ASV Kelheim - der Vorgängerverein des ATSV Kelheims war - und für den SV Ihrlerstein. Auf der "Brandt" wurde der bekennende Fan des 1. FC Köln heimisch und engagierte sich nach seiner aktiven Zeit als Trainer und Funktionär. Insgesamt war Sedlmaier 23 Jahre Jugendleiter des SVI und zugleich 20 Jahre Abteilungsleiter. Aber auch als Übungsleiter erlebte der Pädagoge einiges und war unter anderem Co-Trainer beim SSV Jahn Regensburg in der Bayernliga, die damals die dritthöchste Spielklasse war. Höherklassig als Chefanweiser war Sedlmaier beim damaligen Bezirksligisten FC Laimerstadt und in der Oberpfalz in der Bezirksoberliga bei der SG Hohenschambach unterwegs. Als U19-Trainer des SV Ihrlerstein feierte Richard Sedlmaier seinen größten Erfolg. 1997 stiegen die SV A-Junioren in die Bayernliga auf und durften sich dort mit Top-Teams wie Bayern München, 1860 München und SpVgg Unterhaching messen. "Damals gab es noch keine Bundesliga und obwohl wir sportlich nicht viel Land sahen, hatten wir eine Reihe unvergessener Erlebnisse. Der spätere Nationalspieler Benjamin Lauth hat uns in einem Spiel vier Tore geschossen. Herausragend war auch der Unterhachinger Spielmacher Thomas Broich, der es ebenfalls in die Bundesliga schaffte", blickt Sedlmaier auf die Bayernliga-Spielzeit zurück. 

»Wenn es die Gesundheit zulässt und es gewünscht ist, werde ich mich 2022 nochmal zur Wahl stellen und möchte bis 2026 weitermachen.«



Doch auch an die Funktionärszeit beim SV Ihrlerstein erinnert er sich gerne zurück: "Mit sehr bescheidenen Mitteln sind wir zweimal in die Bezirksoberliga aufgestiegen und waren von 1994 bis 2013 ununterbrochen auf Bezirksebene vertreten. Das ist eine Leistung, auf die der ganze Verein sehr stolz sein kann." 2013 zog sich Sedlmaier als Abteilungsleiter zurück, kümmert sich aber immer noch um die Buchführung des Vereins. Seit 2014 ist der Ihrlersteiner mittlerweile Bezirksspielleiter im Fußballkreis Niederbayern. "Das ist ein Job, der mir sehr viel Spaß macht", sagt der 70-Jährige, der noch lange nicht amtsmüde ist: "Wenn es die Gesundheit zulässt und es gewünscht ist, werde ich mich 2022 nochmal zur Wahl stellen und möchte bis 2026 weitermachen." Auch als Trainer feierte der Ruheständler nochmal ein Comeback und seit einem halben Jahr ist er U9-Coach beim SV Saal. Dort hat er seinen Enkel Anton unter seinen Fittichen. "Ich wurde von ein paar Eltern angeredet, ob ich nicht die Mannschaft trainieren möchte. Die Aufgabe bereitet mir viel Freude, denn die Kinder sind mit großem Eifer bei der Sache. Der Verein möchte, dass ich auch in der neuen Saison weitermache und das werde ich wohl auch machen", berichtet Sedlmaier schmunzelnd. 

»Ich bin zwar kein Hellseher, aber ich denke schon, dass wir sowohl die Meisterschaft als auch den Pokal ordnungsgemäß zu Ende bringen werden.«



Weniger Grund zur Freude hatte der BFV-Funktionär in den letzten Monaten. "Die Corona-Pandemie stellt auch für uns Verantwortliche eine noch nie dagewesene Herausforderung da. Das Schlimme ist, dass nichts genau plan- und vorhersehbar ist." Zuletzt hagelte es auch viel Kritik, dass in Niederbayern mit dem Ligapokal und nicht mit der Austragung der ausstehenden Punktspiele gestartet wurde. "Ich stelle mich jeder Kritik und bin immer für einen persönlichen Austausch bereit. Womit ich ein Probleme habe ist, wenn Leute irgendwelche Parolen raushauen, aber keine Argumente haben, wie man es anders, beziehungsweise besser machen hätte können." Den Liga-Pokal lässt sich Niederbayerns Bezirksspielleiter nicht schlecht reden: "Es ist im Leben fast immer so, dass sich nur die Menschen zu Wort melden, die mit etwas unzufrieden sind. Es gibt viele Vereine, die diesen Wettbewerb für gut befinden. Gerade Klubs aus den unteren Ligen haben auf einmal nochmal eine unverhoffte Aufstiegschance und sind mit entsprechender Motivation bei der Sache." Sedlmaier glaubt auch nicht, dass die Liga-Pokalwettbewerbe eingestampft werden müssen: "Ich bin zwar kein Hellseher, aber ich denke schon, dass wir sowohl die Meisterschaft als auch den Pokal ordnungsgemäß zu Ende bringen werden." Ein abschließendes Appell hat Richard Sedlmaier noch an alle Nörgler und Dauer-Kritiker: "Alle Verantwortlichen machen sich viele Gedanken und investieren viel Zeit. Ich traue mir getrost zu behaupten, dass von den ganzen Entscheidungsträgern keiner dem Fußball etwas schlechtes will. Und Corona wurde auch nicht durch den BFV hervorgerufen. Wir wünschen uns alle nichts mehr wie Normalität, denn die letzten Wochen und Monate waren und sind für die ganze Fußball-Familie extrem schwierig und belastend." 




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