Für alle Fälle gewappnet
Dienstag 14.07.20 20:30 Uhr|Autor: Carsten Schröder1.715
Zwei für die „Rheinhessen-Staffel“: Mit dem SV Gimbsheim trifft Kevin Lenhardt (li.) wieder auf den VfR Grünstadt. Foto: BK/Dirigo

Für alle Fälle gewappnet

Über Pläne mit Meisterrunde und bei Abbruch – und warum die Südpfälzer ins Badische pendeln

Gundheim. Flexibilität ist gefragt, wenn es im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) in Zeiten der Corona-Krise an die Planung der kommenden Saison geht. Und entsprechend variabel hat der Spielausschuss des SWFV jetzt bei seiner Sommertagung seine Entscheidungen getroffen. Gefunden ist eine Regelung zur Saisonwertung für den Fall, dass durch die weiter grassierende Pandemie erneut ein vorzeitiger Abbruch nötig würde. Gefunden ist aber auch eine Option für den Fall, dass die Runde bedingt durch die kleinen Staffeln schon im April beendet wäre. Eine Verlängerung wäre möglich.




Eine entsprechende Regelung hatten speziell die Vereine der Verbandsliga gefordert. Und deren Argumente stachen. „In der Verbandsliga ist es ja so, dass die Spieler nicht umsonst spielen“, rekapituliert Lothar Renz die Argumentation der Klubs. Auch die Trainer würden hier zwölf Monate bezahlt. Weil der Vorsitzende des Fußballkreises Alzey-Worms für die Verbandsliga als Klassenleiter fungiert, waren die Vereine bei ihm vorstellig geworden mit der einfachen Rechnung: Eine Aufteilung der Liga in zwei Neuner-Staffeln hätte nur 16 Spieltage zur Folge und ein frühzeitiges Saisonende, auf das einzig das Entscheidungsspiel der Staffelsieger um den Aufstieg folgen würde. Eine Refinanzierung des Spielbetriebs wäre da schwer zu erzielen.

Der Beschluss lautet: „Wenn wir mit der Saison gut durchkommen, wird es eine Meisterrunde und eine Abstiegsrunde geben.“ Diese Regelung gilt für alle Ligen bis runter in die A-Klasse, „für B- und C-Klasse entscheiden die Kreise selbst“, so Renz. Sie ist aber auch optional. Sollte sich der Saisonstart verzögern oder etwa eine erneute Unterbrechung notwendig werden, wodurch sich die Runde mit Hin- und Rückspiel doch bis in den Mai ziehen könnte, bliebe es beim Entscheidungsspiel. Verankert wird in der Spielordnung auch gleich eine Regelung für den Fall, dass erneut ein kompletter Abbruch nötig wird. Gewertet würde dann der aktuelle Tabellenstand (eventuell nach Quotientenregelung). „Mit Auf- und Abstieg“, zementiert Renz.

Final beschlossen ist die Aufteilung von „überfüllten“ Spielklassen in zwei Staffeln. Auch hier geht es ums Thema Flexibilität, vergrößert der so minimierte Spielplan doch die Chance, selbst unter ungünstigen Bedingungen die Runde ins Ziel bringen zu können. Geteilt wird von der Verbandsliga abwärts, was mitunter das Problem nach sich zieht, dass Mannschaften ihren Stammkreis „verlassen“ müssen, um die benachbarte Staffel komplettieren zu können. Für den Kreis Alzey-Worms hatte Renz die Einteilung bereits präsentiert, dabei etwa in der A-Klasse mit dem TSV Gundheim sowie der TG Westhofen und dem FSV Osthofen drei Klubs aus dem „Altkreis Worms“ in die „Alzeyer“ Staffel verschoben. Ein „Grenzgänger“ nötig wird jetzt auch in der Landesliga Ost, wo ein Vorderpfälzer zu den Rheinhessen muss. Der VfR Grünstadt wurde hier schon mal herausgedeutet.

Schwieriger wird es in der Bezirksliga Rheinhessen. Unter den 15 Mannschaften ist der Kreis Alzey-Worms mit nur sechs Teams vertreten, es muss aber eine Staffel mit acht und eine mit sieben Mannschaften gebildet werden. Der Vorschlag sieht nun vor, dass der stets auch in Richtung Alzey orientierte FSV Saulheim in den Süden wechselt. Oder aber es „trifft“ den FSV Oppenheim, der vielleicht sogar gleich den benachbarten VfR Nierstein mitnehmen könnte. Schließlich wäre im Süden auch Platz für zwei Teams.

Abgelehnt wurde übrigens das Ansinnen des SV Guntersblum, den „freien“ Platz in der Bezirksliga einzunehmen, nachdem aus dem Kreis Mainz-Bingen der TSV Ebersheim als „Vize“ verzichtet hatte. Die Kellerwegkicker hatten Rang zwei in der arg schiefen Abschlusstabelle der A-Klasse knapp verfehlt und auf eine Härtefallregel gehofft. Vergeblich. Renz: „Der Dritte hat kein Aufstiegsrecht.“ Und eine Härtefallklausel sieht die Spielordnung nicht vor.

Was bleibt, ist die Frage: Wann kann es überhaupt losgehen? Aktuell erlaubt die bis zum 31. August gültige Rechtsverordnung allein das Training in Zehner-Gruppen. An (Test-)Spiele ist nicht zu denken, was zur kuriosen Situation führt, dass aus der Südpfalz schon ins Badische gependelt wird. „Dort sind Freundschaftsspiele möglich“, weiß Renz. Er hofft (mit dem gesamten Südwesten), dass die Rechtsverordnung noch mal angepasst wird. Am Dienstag tagt der Ministerrat.

Landesliga

Gruppe Nord VfB Bodenheim Wormatia Worms II VfR Grünstadt SV Gimbsheim TSG Bretzenheim RWO Alzey Fortuna Mombach Fontana Finthen (Aufsteiger) Spvgg- Ingelheim (Aufsteiger)

Gruppe Süd TuS Altleiningen SV Büchelberg FSV Offenbach Viktoria Herxheim SV Ruchheim SV Geinsheim TSV Billigheim-Ingenheim Südwest Ludwigshafen (Aufst.) FSV Schifferstadt (Aufsteiger)



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