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Mittwoch 19.04.17 09:49 Uhr|Autor: Wieland Peter326
8:0 endete die Partie gegen Eintracht Frankfurt. F: Heinz Seidler
Kaum Zeit, um einmal durchzuatmen
Die Club-U17 gewinnt 8:0, der Trainer sieht Abnutzungserscheinungen
Acht Tore hat die U17 des 1. FC Nürnberg ihrem Trainer am Osterwochenende geschenkt - und damit seine Kritik an der Offensi­ve eindrucksvoll widerlegt. Nach dem 8:0 gegen Eintracht Frankfurt sieht Osman Cankaya seine Mannschaft allmählich an mentale Grenzen sto­ßen.

Die Rückrunde verlief bisher für die U17-Juniorinnen des 1. FCN in der Bundesliga mit Blick auf die Ergebnisse alles andere als erfreu­lich, selbst das 5:1 zwischendurch im Nachholspiel im Lokalderby gegen den SV Weinberg war da kein Trost. Nur ein Punkt und ein Tor in vier Spielen war zu wenig für die ambitio­nierten Nürnbergerinnen - vor allem, weil gegen die Spitzenteams nur vier Gegentore kassiert worden waren. Spielerisch durchaus auf Augenhöhe, in der Tabelle jedoch das Ziel nicht erreicht, den einen oder anderen namhaften Gegner hinter sich zu lassen.
GALERIE 1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt

Mangelnde Effektivität im Angriff hatte Trainer Osman Cankaya wie­derholt beklagt, dass sich die Mann­schaft für ihren großen Aufwand nicht belohne: „Was die Offensive an­geht, haben wir uns zu oft alles ande­re als begnadet angestellt“, erklärte er - wenige Minuten nach dem 8:0 (7:0)-Kantersieg über Eintracht Frankfurt in Rückrundenspiel Num­mer fünf. Da hatte ihn seine Mann­schaft speziell in Halbzeit eins ein­drucksvoll in Sachen Effektivität widerlegt, hatte seine Forderung nach dem mühsamen 1:0 im Hinspiel erfüllt, „schnell ins Spiel zu finden“.

Maßgeblich daran beteiligt, dass sich der Einbahnstraßen-Fußball aus­zahlte, war Stephanie Köhler, eigent­lich als Angreiferin mehr durch uner­müdliche Laufarbeit aufgefallen, durch weite Wege, um Räume zu schaffen für ihre Mitspielerinnen. Ein Treffer stand für die 15-Jährige vorher zu Buche in 13 Bundesliga-Spielen, diesmal stand sie gleich vier­mal im Mittelpunkt der Gratulatio­nen: beim 1:0 (9.), 3:0 (16.), 5:0 (28.) und 6:0 (37.). Ob’s die Nudeln waren? „Nein, die ess’ ich eigentlich immer vorher“, versuchte sie sich lächelnd an einer Erklärung. So blieben als Begründung für die Trendwende nur die neuen Schuhe in Rot - auf jeden Fall ähnlich auffallend wie ihre Trä­gerin an diesem Nachmittag.

Konzentration lässt nach

Nummer zwei in der internen Tor­schützenliste ist sie damit hinter Vanessa Fudalla, diesmal „nur“ drei­mal zum 2:0 (15./Foulelfmeter), 4:0 (18.) und 7:0 (39.) erfolgreich, aber mit einem Dutzend Treffern auch ligaweit in Front, obwohl ihr Einsatz wegen Adduktorenproblemen frag­lich war und sie deshalb vorsichtshal­ber kurz nach der Halbzeit ausge­wechselt wurde. Dass es danach mit dem Torfestival nicht weiter ging und Einwechselspielerin Leanna Wunsch in der Schlussminute mit dem 8:0 nur noch ein schöner Schluss­punkt gelang, hing sicherlich auch etwas mit dem Fehlen der U16-Natio­nalspielerin und den energischen Bemühungen des Abstiegskandida­ten aus Hessen zusammen, wenigs­tens ein zweistelliges Debakel zu ver­meiden.

Wesentlich mehr aber lag es laut Cankaya an nachlassender Konzen­tration, „bei diesem Spielstand ver­ständlich“ und vom Trainer mit unge­wohnter Ruhe registriert, „obwohl die Eintracht für uns, bei allem Respekt, kein Maßstab war“. Abnut­zungserscheinungen hat er regis­triert, „vor allem mental sind wir an der Grenze“. Nach zehn Monaten har­ter Arbeit mit meistens sechs Trai­ningseinheiten pro Woche normal, die zusätzlichen Lehrgänge auf DFB­- und Bayernebene vieler Spielerinnen nicht mitgerechnet. Auf den Ligabe­trieb und die schulischen Belange der jungen Spielerinnen wird dabei näm­lich keinerlei Rücksicht genommen.

Beispiel eins: Die italienische U17-Nationalspielerin Nadine Nisch­ler ist, neben einigen anderen Club-Spielerinnen, in den Wochen nach Ostern im Prüfungsstress für die mitt­lere Reife. Während die Bundesliga bis zum 20. Mai Pause hat, finden in diesem Zeitraum für Nürnberg noch die Nachholspiele gegen Crailsheim (22. April/14 Uhr) und in Alberweiler (1. Mai) statt - „Belohnung“ für das erfolgreiche Abschneiden bei der süd­deutschen und deutschen Meister­schaft im Hallenfußball. Nischler erwartet zwar „keine Schwierigkei­ten“, weil die Kombination von Schu­le und Sport auf der Bertolt-Brecht-Schule, der „Eliteschule des Sports“, „sehr gut gelöst ist, auf einer anderen Schule wäre es sicherlich problema­tisch für mich“.

Beispiel zwei: Vanessa Fudalla spielt mit der U16-Nationalmann­schaft vom 25. bis 29. April beim Acht-Nationen-Turnier in Italien gegen Belgien, Gastgeber Italien, Frankreich und, je nach Abschnei­den, noch ein Platzierungsspiel. Danach geht es für die 15-Jährige buchstäblich direkt für den Club im schweren Auswärtsspiel in Alberwei­ler am 1. Mai auf den Platz. „Für uns sicherlich alles andere als ein Vor­teil“, wie Trainer Cankaya betont, der im Saisonendspurt dennoch den Sprung auf Platz vier vor Hoffen­heim nicht aus den Augen verloren hat. Vielleicht wechselt ja noch die eine oder andere auf Treter in Rot ...

 
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