»Zwischenmenschliche Probleme«: Mühl muss bei Regen abtreten
Der 65-jährige Übungsleiter ist nur noch bis Saisonende Trainer des Kreisligisten +++ Martin Kroner wird Nachfolger
von Thomas Seidl · 15.01.2026, 14:10 Uhr · 0 Leser
Hans Mühl ist nur noch bis Saisonende Trainer des TSV Regen – Foto: Charly BechererDas ist ein echter Paukenschlag! Hans Mühl, der erst im vergangenen Sommer als Trainer installiert wurde, muss am Saisonende beim TSV Regen seine Koffer packen. Martin Kroner, der aktuell die zweite Mannschaft anleitet, wird die Nachfolge des 65-Jährigen, der als Spieler große Erfolge mit den Kreisstädtern feierte und in seiner ersten Übungsleiter-Amtsperiode mit den Blau-Weißen 2010 die Rückkehr in die damalige Bezirksoberliga schaffte, antreten.
"Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, da wir sportlich voll im Soll sind und Hans es geschafft hat, nach dem Abstieg aus der Bezirksliga eine Mannschaft zu formen, die unsere Erwartungen mehr als erfüllt hat. Allerdings hat sich zuletzt immer mehr herauskristallisiert, dass es zwischenmenschliche Probleme gibt. Die Chemie zwischen einem Großteil des Teams und ihm passt nicht und deshalb müssen wir als Verein reagieren. Auch über die künftige sportliche Ausrichtung waren die Vorstellungen zu unterschiedlich", informiert Regens Fußballchef Andreas Greil, der davon ausgeht, dass die Saison mit dem Ur-TSVler, dessen Sohn Lukas Profi beim Schweizer Erstligisten FC Winterthur ist, ordentlich zu Ende gebracht wird: "Das ist unser Ziel und wir hoffen natürlich, dass es für uns noch eine richtige interessante Frühjahrsrunde wird."
Aktuell sind Schmid, Arbinger und Kameraden Tabellenvierter und liegen fünf Punkte hinter dem Rangzweiten SV Neuhausen/Offenberg zurück. Hans Mühl redet in seiner Stellungnahme nicht um den heißen Brei herum: "Ich war schon kurz sprachlos, da man mich vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Ende November wurde mir noch gesagt, dass alles wunderbar passt und ein paar Wochen später war auf einmal alles ganz anders. Ich habe die Mannschaft in einem katastrophalen Zustand übernommen und im Laufe der Saison war eine klare Entwicklung erkennbar. Die Arbeit mit den jungen Spielern macht mir großen Spaß und ich hätte diesen Prozess gerne weiter begleitet. Ich habe in den letzten Wochen auch mit nahezu allen Spielern persönlich gesprochen und kein einziger hat mir gegenüber etwas anklingen lassen, dass irgendetwas im Argen liegt. Ich kann mir aber schon denken, wie die Sache gelaufen ist, denn beim TSV Regen gibt es zwei, drei Spieler, die seit Jahren sehr viel Einfluß haben und denen viel Gehör geschenkt wird. Diese Akteure sind vermutlich mit meiner direkten Art nicht zurecht gekommen. Sehr enttäuscht bin ich auch von einer Person, mit der ich in den vergangenen Monaten sehr eng zusammengearbeitet habe. Dennoch muss und werde ich das Ganze natürlich akzeptieren."
Martin Kroner wird Mühl-Nachfolger – Foto: Franz Maier
Mühl will in den nächsten Tagen allerdings weitere Gespräche führen und Ursachenforschung betreiben. "Ich möchte die Saison mit dem Team anständig zu Ende bringen, aber es gibt Redebedarf und einige Dinge gehören geklärt", betont der erfahrene Chefanweiser, der sich durchaus vorstellen kann, ein neues Engagement in Angriff zu nehmen: "Ich kann mich nur wiederholen, mir haben die letzten Monate sehr viel Freude bereitet. Mit vielen jungen Talenten etwas aufzubauen, das war echt super. Daher möchte ich für die Zukunft auf keinen Fall irgendetwas ausschließen, wenngleich ich sicherlich keine zehn Jahre mehr als Trainer tätig sein werde", schmunzelt der Rinchnacher. Beim TSV Regen ist man derweil überzeugt, mit Martin Kroner einen Mann gefunden zu haben, der längerfristig an der Seitenlinie stehen soll. "Martin hat im Verein und in der Mannschaft ein sehr hohes Standing. Ein Top-Typ, der es auch sportlich drauf hat. Das wird gut passen", ist Andreas Greil überzeugt.