2025-04-02T15:12:16.030Z 1743779037720

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Der Kapitän gibt die Binde endgültig ab: Stefanos Bavas zieht nach Griechenland.
Der Kapitän gibt die Binde endgültig ab: Stefanos Bavas zieht nach Griechenland. – Foto: Foto: Dagmar Rutt merkur@digid

„Zwei Stützen, die wegbrechen“: Planegg–Schaltzentrale wird ausgedünnt

Beide Spieler zieht es in die Heimat

Bezirksligist SV Planegg verliert zwei Leistungsträger im Mittelfeldzentrum. In der Bezirksliga Süd liegt der SVP aktuell auf Rang zwei.

Gerade erst hat sich Pero Vidak daran gewöhnt, dass er personell Woche für Woche aus dem Vollen schöpfen kann. Der Trainer des SV Planegg-Krailling musste in seiner ersten Saison an der Hofmarkstraße mit einem sehr dünnen Kader auskommen und hatte es zu Teilen wohl auch dem Glück, von vielen Verletzungen verschont geblieben zu sein, zu verdanken, dass am Ende des Weges Kreisliga-Meisterschaft und Bezirksliga-Rückkehr warteten. Weil die Schwarz-Blauen zum Saisonwechsel und im Spätsommer personell noch mal nachlegten, hat Vidak nun in seinem zweiten Jahr im Würmtal echte Luxusprobleme. Doch damit kann schon bald wieder Schluss sein, denn die ersten beiden Abgänge während der Saison stehen bereits fest: Tino Pticar und Kapitän Stefanos Bavas werden den Tabellenzweiten in den kommenden Wochen verlassen.

Bei beiden sind die Gründe nachvollziehbar. Pticar kehrt in sein Heimatland Kroatien zurück, und auch Halbgrieche Bavas zieht zum Wohnen und Arbeiten nach Griechenland. Daher ist Vidak seinen Spielern freilich nicht böse, trauert ihnen allerdings bereits hinterher. „Das sind zwei Stützen aus dem Stamm, die wegbrechen“, sagt der SVP-Coach.

Bavas spielte schon in der Jugend für Planegg

Insbesondere von Pticar muss er sich schon bald verabschieden, im letzten Hinrundenspiel in der Bezirksliga Süd am kommenden Samstag, 26. Oktober (16 Uhr), beim SV Bad Heilbrunn feiert der 25-Jährige seinen Abschied. Bavas könnte noch ein paar Spiele mehr machen. So hofft Vidak, dass sein nomineller Kapitän auch noch für die drei weiteren ausstehenden Partien in diesem Kalenderjahr, die bereits zur Rückrunde zählen, im Derby beim TSV Neuried (2. November), gegen den ASV Habach (10. November) und beim 1. FC Penzberg (16. November) mitwirken kann.

Der Abgang von Bavas tut nicht nur deshalb weh, weil er neben seiner fußballerischen Klasse als Mannschaftsführer eine Lücke reißt und einer der wenigen Spieler im Kader mit Planegger Stallgeruch ist. Der 27-Jährige hatte bereits in der Jugend beim SVP gespielt, ehe es ihn zwischenzeitlich für ein paar Jahre in höhere Gefilde bis zur Bayernliga zog; seit fünf Jahren ist er zurück an der Hofmarkstraße. Dass Bavas geht, ist auch deswegen bitter, weil der Spielmacher seiner Mannschaft in dieser Saison noch fast nicht auf dem Platz helfen konnte. Beim Saisonauftakt gegen Neuried verletzte er sich spät und viel wochenlang aus. Vergangenen Sonntag wurde er gegen den TSV Peiting erstmals wieder eingewechselt.

In der Winterpause werden wir versuchen nachzurüsten.

Pero Vidak, Trainer SV Planegg-Krailling

Ganz anders Pticar, der einer der Dauerbrenner beim SVP ist, seit er im vergangenen Sommer gemeinsam mit Vidak vom NK Dinamo München ins Würmtal wechselte. Trotz der hochklassigen Konkurrenz im Planegger Mittelfeldzentrum, wo auch der Kroate zu Hause ist, setzte er sich vergangene wie diese Saison als Stammspieler durch.

Weil ihm nun gleich zwei Leistungsträger in der Schaltzentrale des Spielfelds wegbrechen, sieht sich Vidak zum Handeln gezwungen. „In der Winterpause werden wir versuchen nachzurüsten“, sagt der Trainer. Bis dahin will er die Lücke aus dem Kader auffangen. Da kommt es dem Coach äußerst gelegen, dass Kevin Pino Tellez (29) nach Verletzung und Krankheit zeitnah wieder einsatzbereit sein dürfte. Der ehemalige Regionalliga-Spieler soll dem Zentrum weitere Stabilität geben.

Bei aller Wehmut will Pero Vidak die letzten Spiele mit Pticar und Bavas noch ausnutzen und ihnen zum Abschied so viele Siege wie möglich schenken. Umsonst ist im Leben bekanntlich aber nichts, daher ergänzt der Trainer verschmitzt: „Sie dürfen ruhig tatkräftig dabei helfen.“

Aufrufe: 023.10.2024, 04:37 Uhr
Michael GrözingerAutor