
Die Reserve des TSV 1860 München ist zurück an der Spitze der Bayernliga. Gegen Türkgücü München siegten die Junglöwen nach Rückstand.
Die Junglöwen zeigen Charakter: Trotz Pausenrückstand bezwang die Reserve des TSV 1860 Bayernliga-Schlusslicht Türkgücü München verdient mit 2:1 und eroberte die Tabellenführung zurück. Bereits in der ersten Hälfte dominierten die Junglöwen den Ballbesitz, doch gegen das tiefstehende Heimteam taten sie sich lange schwer. „Türkgücü hat sehr tief mit einer Fünferkette um den eigenen Sechzehner verteidigt. Gerade hier auf dem Kunstrasen ist es dann besonders schwer, durchzukommen“, erklärte 1860-Trainer Alper Kayabunar nach dem Spiel, der über 15 Jahre bei Türkgücü aktiv war.
Die erste große Chance resultierte aus einem Standard: Eine Hereingabe von Raphael Wach verlängerte Xaver Kiefersauer (19.) stark per Kopf, doch Türkgücü-Keeper Leon Walch reagierte stark. Auf der Gegenseite entschärfte Löwen-Torhüter Stefan Musa reaktionsschnell gegen Tunahan Reis (28.). Danach ließen die Junglöwen weitere Chancen liegen – und Türkgücü schlug eiskalt zu: Musa räumte nach einer Flanke einen Gegenspieler ab. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mert Sahin (42.) sicher zur Pausenführung.
Nach dem Seitenwechsel spielten dann fast nur noch die Junglöwen – Kayabunars Halbzeitansprache zeigte Wirkung: „Wir haben unseren Plan noch einmal klar angesprochen: das Tempo hochhalten und mehr Bälle in die Box bringen.“
Den Ausgleich brachte ebenfalls ein Elfmeter: Nachdem Luis Pereira de Azambuja nach einem Pressschlag im Strafraum zu Fall gebracht wurde, trat Kiefersauer an. Walch parierte zwar den Strafstoß des Junglöwen-Kapitäns, war beim Nachschuss jedoch chancenlos. Türkgücü-Trainer Elfinger haderte mit der Entscheidung: „Wie das Ausgleichstor fällt, war ein totaler Witz. Es war ein Pressschlag und kein Foul, aber das musst du dann wohl akzeptieren.“
Nur vier Minuten später folgte die Junglöwen-Führung: Christian Leone bekam im Strafraum zu viel Raum und knallte den Ball aus halbrechter Position kompromisslos unter die Latte. Die Schlussoffensive Türkgücüs verpuffte, weil 1860 defensiv sicher stand und kaum Fehler machte. „Aus unserer Sicht war es einfach wichtig, hier die drei Punkte mitzunehmen – ein dreckiger Sieg“, so Kayabunar, der auch seinem Ex-Klub ein Kompliment aussprach: „Sie haben definitiv nicht wie ein Tabellenletzter gespielt.“
Mit dem Sieg entreißt der TSV 1860 München II dem TSV Landsberg erneut die Tabellenführung. Landsberg hatte diese am Mittwoch durch einen spektakulären 2:1-Sieg in Pipinsried übernommen. Türkgücü bleibt mit acht Punkten Bayernliga-Schlusslicht.