2026-03-13T07:45:35.464Z

Anzeige

Woudstra träumt vom Profi-Fußball – jetzt bremst ihn ein Kreuzbandriss

ERDINGER Torjäger des Monats April

von Vinzent Fischer · 14.05.2025, 10:23 Uhr · 0 Leser
 „Ich habe hier ein paar gute Freunde gefunden", sagt Woudstra vom SV Heimstetten.
„Ich habe hier ein paar gute Freunde gefunden", sagt Woudstra vom SV Heimstetten. – Foto: Sven Leifer (fotomontage)

Jordi Woudstra vom SV Heimstetten trifft in der Bayernliga wie am Fließband. Mit seinen Toren hat er das Interesse höherklassiger Vereine geweckt. Doch jetzt wird er monatelang verletzt fehlen.

Heimstetten – Wenn Jordi Woudstra vor dem gegnerischen Tor steht, dann hört er meistens auf seine Intuition. „Es läuft von ganz allein“, sagt er. „Ich denke nicht groß nach.“ Mit seiner Leichtigkeit hat es der 23-Jährige in dieser Saison weit gebracht. Der Stürmer vom SV Heimstetten steht an der Spitze der Torjägerliste in der Bayernliga Süd. 22 Treffer stehen bereits auf seinem Konto. Doch jetzt bremst ihn eine schwere Verletzung aus. Beim Heimspiel am vergangenen Freitag gegen den TSV Grünwald hat sich der Youngster einen Kreuzbandriss zugezogen. Er wurde bereits operiert und wird monatelang fehlen.

Dabei lief es für den Torjäger bis dahin extrem gut. Heimstetten ist für den 23-Jährigen in diesem Jahr eine Wohlfühloase geworden. „Ich habe hier ein paar gute Freunde gefunden“, sagt er. Die unglücklichen Stationen in Österreich beim SK Bischofshofen und in der Regionalliga Nord bei Phönix Lübeck hat er hinter sich gelassen. Jetzt freut sich Woudstra über viel Spielpraxis in der Bayernliga. Er ist überzeugt: „Daher kommt das Selbstvertrauen.“

Beim SV Heimstetten hat Torjäger Jordi Woudstra Selbstvertrauen zurückgewonnen. Doch jetzt fällt er nach einer schweren Verletzung monatelang aus.
Beim SV Heimstetten hat Torjäger Jordi Woudstra Selbstvertrauen zurückgewonnen. Doch jetzt fällt er nach einer schweren Verletzung monatelang aus. – Foto: Sven Leifer/ SV Heimstetten

„Er bringt alles mit für einen Mittelstürmer“: Trainer adelt Jordi Woudstra

Lobende Worte findet auch Woudstras scheidender Trainer Roman Langer. „Er bringt alles mit für einen Mittelstümer“, sagt der Coach. Besondere Qualitäten habe der 23-Jährige darin, „vorne Bälle festzumachen“. Der Torjäger hat sich in den anderthalb Jahren beim SVH sehr gut entwickelt. „Das Umfeld bei uns hat ihm gutgetan“, glaubt auch Langer.

Harmonie in der Offensive: Jordi Woudstra (li.) und Lukas Riglewski (re.) treffen wie am Fließband für den SV Heimstetten.
Harmonie in der Offensive: Jordi Woudstra (li.) und Lukas Riglewski (re.) treffen wie am Fließband für den SV Heimstetten. – Foto: Sven Leifer

Besonders freut den Trainer, dass Woudstra auch ein Auge für seine Mitspieler hat. Zu seinen 22 Treffern kommen noch neun Torvorlagen. „Die Chemie stimmt einfach“, sagt Langer. Nicht umsonst steht Sturmpartner Lukas Riglewski mit 19 Toren auf Platz drei der besten Torschützen in der Bayernliga Süd.

Trainer sieht Woudstra für Höheres berufen: „Kann eine oder zwei Ligen höher spielen“

Jung, groß, blond und eiskalt vor dem gegnerischen Tor. Da kommen schnell Vergleiche zu Topstürmern wie Erling Haaland auf. Ein richtiges Vorbild hat der 1,96 Meter große Stürmer aber nicht. Auch wenn er gesteht: „Was Haaland so macht, ist schon gut anzusehen.“

Roman Langer und das Trainerteam sehen Woudstra in jedem Fall für Höheres berufen. „Wir haben alle die Fantasie, dass er eine oder zwei Ligen höher spielen kann“, sagt der Coach. Langer verweist dabei auf Fabian Cavadias und Moritz Hannemann, denen über die Zwischenstation Heimstetten der Sprung in den Profifußball gelungen ist. Bei Türkgücü München spielte Woudstra bereits in der Regionalliga. Seine Karriere begann der Youngster beim TuS Geretsried und TSV Grünwald.

Woudstra weckt mit seinen Toren Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen

Auch Woudstra selbst schielt noch Richtung Profifußball. Es hätten sich in dieser Saison „ein paar Türen geöffnet“, berichtet er. „Das Interesse von Vereinen ist auf jeden Fall da.“ Zu Gerüchten über einen möglichen Wechsel zur SpVgg Unterhaching sagt der Torjäger: „Davon bin ich auch überrascht worden.“ Seine Berateragentur und er selbst hätten noch keinen Kontakt zum Drittliga-Absteiger gehabt.

Vor der Hiobsbotschaft hatte der junge Stürmer gesagt: „Ich will noch zwei, drei Tore machen und mir die Torjägerkanone holen.“ Mit 22 Toren darf Woudstra vor dem letzten Spiel noch hoffen, als Top-Torjäger der Bayernliga Süd ausgezeichnet zu werden. Pipinsrieds Nico Karger (20 Treffer) könnte ihn mit einem Gala-Auftritt gegen Kottern noch abfangen und ihm die 15 Kästen ERDINGER vor der Nase wegschnappen. (vfi)

Hinweis der Redaktion: Die Interviews mit Jordi Woudstra und Roman Langer wurden vor der Verletzung Woudstras geführt.