2024-03-04T12:27:13.471Z

Allgemeines
Warm anziehen müssen sich Habachs Trainer Markus Vogt und seine Mannschaft im Frühjahr. 13 Spiele hat der Aufsteiger die Möglichkeit, das rettende Ufer zu erreichen. Im Moment belegt der ASV einen Abstiegsplatz.
Warm anziehen müssen sich Habachs Trainer Markus Vogt und seine Mannschaft im Frühjahr. 13 Spiele hat der Aufsteiger die Möglichkeit, das rettende Ufer zu erreichen. Im Moment belegt der ASV einen Abstiegsplatz. – Foto: mayr

„Wollen Qualität“: ASV Habach bedient sich in der Winterpause bei der Ligakonkurrenz

Habachs Trainer schwört sein Team auf harte Rückrunde in der Bezirksliga ein

Der ASV Habach tut sich in seiner ersten Saison in der Bezirksliga Süd schwer. In der Winterpause plant der Klub Verstärkungen.

Habach – Vor einem Jahr ist Maximilian Kalus nach Habach gewechselt. Er hat damals nicht nur Ambitionen, sondern auch einen frommen Wunsch mitgebracht. Gerne würde er die Habacher für Hallenfußball begeistern. Und siehe da, in diesem Winter meldet der ASV für die Futsal-Meisterschaften. Einmal die Woche trifft man sich seither in der kleinen Sindelsdorfer Turnhalle.

Ja, die Habacher Fußballer sind auf einem großen Entdeckungskurs. Was anfangs als Jahrhundert-Abenteuer begann, hat sich nun zum Alltag verformt. Aus Euphorie wurde Gewissheit: Fußball in der Bezirksliga ist ein Leben am Limit. „Du musst immer liefern“, so drückt es Markus Vogt aus, einer von zwei Trainern beim ASV.

ASV Habach arbeitet an Wintertransfers

Wenn man’s penibel formulieren will, dann hört das auch nach dem letzten Spiel nicht auf. In Habach dreht sich der Ball noch ein bisschen weiter. Gerade verhandeln sie mit einigen Spielern, potenzielle Neuzugänge. „Wir schauen punktuell“, sagt Vogt. Bei zwei, drei Fußballern schaut’s ganz gut aus, erklärt der Trainer. Dem Vernehmen nach soll darunter auch mancher von der Ligakonkurrenz sein. Wobei Vogt noch keine Namen herausrückt. „Wir wollen Qualität und Quantität“, betont er.

Es sind neue Zeiten in Habach angebrochen. Sie gehörten ja schon einmal zu den Aushängeschildern der Gegend. Damals vor zwei Jahrzehnten war Vogt noch selbst auf dem Platz – und der ASV in der Kreisliga am Start. Geduscht wurde noch in der Schule mit kaltem Wasser. Und an externe Neuzugänge war nicht zu denken. „Du hast gar keinen Spieler gekriegt“, erinnert sich Vogt, der zu der Zeit selbst einige Kollegen anfragte.

Habach wird attraktiver für Neuzugänge

Was sich seither verändert hat? „Es wird nicht gleich der Hörer aufgelegt“, witzelt Vogt. Im Ernst: „Als Mannschaft und Verein sind wir wahnsinnig attraktiv geworden.“ In den Anfangswochen war ihnen das teils zu viel Hype. Denn eigentlich ist Zurückhaltung in der Klub-DNA verankert. „Wir wollen immer respektvoll mit anderen Vereinen umgehen“, sagt Markus Vogt. Die Entwicklung freut alle. Vogt weiß nicht von einem einzigen Griesgram im Dorf, der sich an den wöchentlichen Feierlichkeiten am Sportplatz stört.

Vielmehr treffe er Menschen, die nichts mit Fußball gemein haben, Musiker, die man sonst bei Konzerten trifft. „Das beeindruckt mich schon.“ Dieser Aufwind blies sie fünf Wochen lang ins Spitzenfeld der Klasse. Danach litten sie elf Spiele unter Erfolglosigkeit. Himmel und Hölle in zwei Akten – das hat kein Klub so durchgemacht. Die 0:4-Pleite in Wolfratshausen hat viele umgebogen. Leichtigkeit, Spielglück, die paar Prozent mehr an Einsatz gingen an diesem Samstag verloren. Der Geist von Habach, begründet in Kameradschaft und Brüderlichkeit, wich aber nie. Egal, wie lang sich die Durststrecke zog. Deshalb fällt Vogts großes Fazit auch so aus: „Wir können mithalten. Aber man muss immer bei 100 Prozent sein.“

In der Rückrunde steht Abstiegskampf an

Es hat ja auch sein Gutes, die womöglich dunkelsten Momente der Saison bereits erlebt zu haben. Das Breitwandbild ist geschrumpft. Jeder weiß, was Habach in den nächsten 13 Spielen erwartet. 13 Wochen Abstiegskampf, ohne jedoch das Thema „Abstieg“ über Gebühr zu strapazieren. Nein, mit keinem Wort werde er über dieses Szenario sprechen, kündigt der Coach an. Da könne sich jeder selbst seine Gedanken machen. „Wir freuen uns einfach, dass wir da sind.“ Ob es Habach packt oder nicht, darüber werde vornehmlich die Verteidigung entscheiden. Vorn tut sich der ASV schwer. Tore, die er hinten nicht kassiert, muss er vorn nicht erzielen.

Markus Vogt hat die Bezirksliga in vielen Bereichen greifen können. Nur überrascht hat ihn, wie viele weite Diagonalbälle geschlagen werden, wie wichtig die Zweikämpfe danach bei den Abprallern sind. Zu anfällig präsentierte sich Habach bei diesen Aktionen. Da setzen sie an im Winter – auch in Sachen „Neuzugänge“. Denn klar ist auch: In die Kreisliga wollen sie nicht zurück. Markus Vogt sagt und das klingt schon, als wären wir kurz vor Frühlingsstart: „Es ist alles machbar.“ (Andreas Mayr)

Aufrufe: 07.12.2023, 08:52 Uhr
Andreas MayrAutor