
Hattersheim. Wieder nicht verloren, wieder widrigen Umständen getrotzt und einen 1:3-Rückstand bei einem heimstarken Kontrahenten wettgemacht: Der FC Eddersheim hat beim 3:3 in Baunatal gezeigt, warum er trotz extremem Personal-Engpass so eine bockstarke Hessenliga-Saison spielt. Weil der Kader in der Breite offensichtlich gut zusammengestellt worden ist. Und weil das anwesende Kaderpersonal "es einfach gut" macht, wie Trainer Carsten Weber erklärt.
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Acht Punkte aus vier Partien, noch keine Niederlage seit dem Re-Start 2026: Mit diesem Punkteschnitt dürfte der FC Eddersheim zwar relativ bald den Spitzenreiter Eintracht Frankfurt II endgültig aus den Augen verlieren. Aber zumindest das Erreichen von Platz zwei und damit den Aufstiegsspielen zur Regionalliga scheint weiterhin ein sehr realistisches Ziel. Der ärgste Verfolger FC Gießen hat neun Punkte Rückstand, bei einem mehr absolvierten Spiel.
Aufbau-Einheit für Bankspieler Niklas Kraus
Positiv außerdem: Der FCE-Tross scheint die Auswärtsfahrt nach Baunatal und intensive 90 Minuten ohne Verletzungen überstanden zu haben. Auch Innenverteidiger Benedict Klimmek, der zuvor eineinhalb Wochen beruflich verhindert war und erst am Tag vor dem Spiel wieder eine Einheit absolvieren konnte, stand 90 Minuten auf dem Platz. Eigentlich nicht einsatzfähig, aber dennoch auf der Bank, war Niklas Kraus. Den Grund dafür erklärt der Coach: "So konnte er mit Athletiktrainer und Physio vor Ort wenigstens schon etwas machen und hatte eine Einheit mehr Belastung."
Ioannis Vassiliou könnte bald Comeback feiern
Erster realistische Comeback-Option ist zunächst Ioannis Vassiliou. Der Sommerneuzugang hatte sich zuvor im letzten College-Halbjahr in den USA eine schwere Muskelverletzung zugezogen, war seither ausgefallen. In Baunatal saß der 24-Jährige auf der Bank, wäre im Fall der Fälle eine ganz späte Einwechsel-Option geworden, erklärt Weber.
Vassiliou könnte bald also wieder die Vielfalt im Sturm erweitern. Momentan verbleiben mit dem in der Luft stärkeren Laurin Vogt oder der flinke Koreaner Seok-Min Park, der sich eher als "falsche Neun" für Flachpassspiel auf Kunstrasen als Sturmspitze anbietet und auch in Baunatal beginnen durfte. "Aus den ersten vier Spielen haben wir neun Tore erzielt. Das zeigt ja, dass wir Lösungen finden", sagt Carsten Weber.