2024-05-28T12:27:18.299Z

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Würde seinem Nachfolger bei der SG Ihringen/Wasenweiler gerne einen Bezirksligisten überlassen: Trainer Dennis Klossek.
Würde seinem Nachfolger bei der SG Ihringen/Wasenweiler gerne einen Bezirksligisten überlassen: Trainer Dennis Klossek. – Foto: Daniel Thoma

„Wenn wir immer alles abrufen, werden wir die Klasse halten“

Vor dem Abstiegsduell in Nordweil beschäftigen Dennis Klossek von der SG Ihringen/Wasenweiler elementare Personalsorgen +++ Bezirksligatipp zum 27. Spieltag

Am 27. Spieltag tritt die SG Ihringen/Wasenweiler zum Abstiegskracher im Frongrund Nordweil an. Das Hinspiel dürfte Dennis Klossek, dem Trainer der Kaiserstühler, noch in Erinnerung sein. Seine Mannschaft war mit einem 3:1 als Sieger vom Platz gegangen, doch die Begegnung wurde wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers zur 0:3-Niederlage umgewertet. Der Fall schlug einige Wellen, weil Unklarheit geherrscht hatte, ob der Spieler infolge einer Spielabsage nicht doch in der ersten Mannschaft hätte eingesetzt werden können, und der Verein sich um Klärung der Frage bemüht hatte. Klossek hat seine Lehren aus dem Vorkommnis gezogen und peilt nur noch stärker einen Auswärtssieg an.

fupa: Herr Klossek, am Sonntag gastiert Ihre Mannschaft bei der SG Nordweil/Wagenstadt. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Dennis Klossek: Momentan ist sehr viel drin. Nordweil/Wagenstadt hat zuletzt gut gepunktet, hat sich gefunden und wirkt gefestigt. Unsere Intention ist, drei Punkte zu holen, uns in der Liga zu halten und fürs kommende Jahr zu festigen. Es ist ein ganz klares Muss, gegen die Mannschaften aus unseren Tabellenregionen die Punkte zu holen. Die Chancen stehen 50:50. Es kann ein sehr enges Spiel werden, es könnte aber auch schnell sehr deutlich werden.

fupa: Welche Erinnerungen und Gefühle verbinden sich für Sie mit dem Hinspiel?

KIossek: Ich habe die Bitte an meine Mannschaft gerichtet, für den Balsam für meine Seele zu sorgen. Den Fehler damals nehme ich auf meine Kappe. Die drei Punkte hätten uns extrem weitergeholfen. Ich möchte aber klarstellen: Nordweil/Wagenstadt kann nichts dafür. Ich habe den Fehler gemacht, mich auf die falschen Informationen zu verlassen, die ich erhalten habe.

fupa: Gibt es in Ihrer Mannschaft bedeutende Ausfälle?

Klossek: Michael Derr ist mit seiner Gelb-Rot-Sperre definitiv nicht im Kader. Aber wo soll ich anfangen, wo aufhören? Die Verletztenproblematik ist schon krass. So etwas habe ich noch nie erlebt in meinem Fußballer-Leben. Knapp dreizehn Spieler fehlen verletzt oder krank. Im Winter konnten wir nichts daran ändern, die Personalnot wird uns wahrscheinlich bis zum Saisonende begleiten. Momentan bin ich froh über jede Genesung und jede Rückmeldung.

fupa: Im Restprogramm geht es noch gegen viele Konkurrenten im Abstiegskampf. Wie werten Sie die Chancen auf den Klassenerhalt?

Klossek: Es ist kein leichtes Programm, wenn man immer den Erfolgsdruck im Hinterkopf hat. Jede Mannschaft, die hinten steht, will mit aller Macht in der Liga bleiben und jedes Spiel gewinnen. Die Meinung, man hätte ein leichtes Programm, würde sich daher rasch als Fehleinschätzung erweisen. Selbst Kirchzarten konnte zuletzt einen Sieg holen. So selbstverständlich ist es eben nicht! Aber wenn wir immer alles abrufen, bin ich überzeugt, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen. Natürlich ist es jede Woche eine Herausforderung, einen Kader zusammenzustellen und den Gegner zu bespielen. Mannschaften aus dem Mittelfeld könnten sogar ein einfacherer Gegner sein. Waltershofen zum Beispiel könnte den Fokus eher auf das Bezirkspokal-Finale legen, das wäre für sie ein echter Meilenstein in der Saison – aber ob sie in der Liga Vierter oder Achter werden, könnte ihnen irgendwann egal sein.

fupa: Sie werden Ihr Engagement für Ihringen/Wasenweiler im Sommer beenden. Warten schon neue Aufgaben, oder machten Sie erst einmal Pause vom Fußball?

Klossek: Ich werde tatsächlich erstmal Pause machen – mindestens ein Jahr, um mich um die Familie zu kümmern und neue Kraft zu schöpfen. So eine Saison, in der man im Training immer nur einen Bruchteil umsetzen kann, was man möchte, zieht einfach viel Energie. Zudem bin ich vergangenes Jahr Vater geworden, und ein Kleinkind daheim braucht einfach viel Aufmerksamkeit. Ich habe den Verein früh über meine Entscheidung informiert, damit er in aller Ruhe einen Nachfolger suchen kann.

Dennis Klosseks Spieltag-Tipps:

FC Bad Krozingen – SV Endingen

Sonntag, 13 Uhr (Erlenmattenstadion Bad Krozingen)

Das kann ich nur tabellarisch bewerten. Ohne große Einschätzung sage ich: 2:0 für Bad Krozingen.

SpVgg. Untermünstertal – FC Emmendingen

Sonntag, 15 Uhr (Belchenstadion Untermünstertal)

Schwierig! Untermünstertal ist gerade in echt guter Form und spielt daheim. Emmendingen muss gewinnen, um oben zu bleiben. Es wird eine enge Kiste und geht 1:2 aus.

SG Nordweil/Wagenstadt – SG Ihringen/Wasenweiler

Sonntag, 15 Uhr (Frongrund Nordweil)

Die eigenen Spiele tippe ich bekanntlich nicht.

FC Freiburg-St. Georgen – SpVgg. Gundelfingen/Wildtal

Sonntag, 15 Uhr (Stadion an der Bozener Straße, Freiburg)

Ein sehr, sehr interessantes Spiel, echt schwierig zu tippen! Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: 2:2.

SV Biengen – SG Simonswald/Obersimonswald

Sonntag, 15 Uhr (Sportplatz Biengen)

Ich würde sagen, wenn der SV Biengen die individuelle Qualität in Szene setzt und die Zweikämpfe umsetzt, gewinnt er mit 2:1 gegen Simonswald.

SC Reute – SV Kirchzarten

Sonntag, 15 Uhr (Waldeckstadion Reute)

Reute wird im Spiel gegen das Tabellenschlusslicht alles in die Waagschale werfen und sich nichts nehmen lassen. 3:0.

SV Blau-Weiß Waltershofen – TV Köndringen

Sonntag, 15 Uhr (Krebsbachstadion Waltershofen)

Wie ich bereits angesprochen habe, legt Waltershofen den Fokus jetzt eher auf das Pokalfinale als auf die Liga. Köndringen ist auch nicht mehr so souverän wie zu Beginn der Saison. Ich glaube, es gibt ein 2:2.

SG Prechtal/Oberprechtal – SG Freiamt-Ottoschwanden

Sonntag, 15 Uhr (Sportplatz Prechtal)

Ein kleines Derby, wieder schwer einzuschätzen! Ich freue mich immer, Martin (Schill, Trainer der SG Prechtal/Oberprechtal, Anm. d. Red.) zu sehen. Freiamt-Ottoschwanden hat derzeit einen kuriosen Lauf – das Spiel gegen uns war nicht so eindeutig wie es das Ergebnis 1:3 vermuten lässt –, aber sie machen ihre Hausaufgaben, haben das nötige Quäntchen Glück und bringen den Sieg über die Zeit. 0:2.

SV Rot-Weiss Glottertal spielfrei

Aufrufe: 018.4.2024, 21:30 Uhr
Jürg Schmidt (BZ)Autor