
Hasan Ismaik bleibt Gesellschafter von 1860 München. Der geplante Verkauf seiner Anteile ist gescheitert. Der Newsticker zum geplatzten Deal.
Update vom 20. Juli, 13:00 Uhr: Nach den heftigen Vorwürfen von Hasan Ismaik Richtung Robert Reisinger und Karl-Christian Bay, erwägt letzterer nun rechtliche Schritte einzuleiten. Ismaik bezichtigte beide der Lügen rund den geplanten Verkauf seiner Anteile am TSV 1860 München, obwohl der Löwen-Investor das Vorhaben anfangs selbst bestätigte. Reisinger schweigt dagegen weiter zum geplatzten Investorenwechsel.
Update vom 19. Juli, 13:30 Uhr: Wie bereits am 5. Juli, als der vermeintliche Verkauf von Ismaiks Anteilen heftig gefeiert wurde, trafen sich auch am gestrigen Freitagabend am und im Bamboleo in der Tegernseer Landstraße einige Fans des TSV 1860. Neben einer Pyroshow wurde „Wir sind der Verein - ohne Hasan“ skandiert.
Knapp vier Stunden, nachdem wir ein Video auf unserer Facebook-Seite „TSV 1860 News“ gepostet haben, gibt es schon über 100 Kommentare. Nicht alle Anhänger der Giesinger sind davon begeistert. „Soll das witzig sein“, fragt ein User. „Schon wieder Feuerwerk? Hatten wir doch vor 14 Tagen schon“, schreibt ein anderer Fan.
Update vom 19. Juli, 13:00 Uhr: Das neu gewählte Präsidium des TSV 1860 München hat sich am Freitagabend noch mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Gernot Mang und seine drei Stellvertreter kritisieren ihre Vorgänger. Die Veröffentlichung der Pressemitteilung vom 5. Juli, als der Deal zwischen Hasan Ismaik und einer Schweizer Familienholding verkündet wurde, war „aus Sicht des Präsidiums deutlich verfrüht und zum falschen Zeitpunkt.“
Nach der erfolgten Wahl am 6. Juli hätte die neue Führung die Dokumente geprüft und „keinen akuten Handlungsbedarf“ festgestellt. Mang und seine drei neuen Vize-Präsidenten wurden „trotz mehrfachen Angebots“ nicht in die weiteren Verkaufsprozesse einbezogen. An Schuldzuweisungen, warum der Deal doch noch geplatzt ist, möchte sich das neue Präsidium nicht beteiligen und kündigt ein zeitnahes Treffen mit dem Jordanier an.

Die Stellungnahme endet mit einem eindringlichen Appell: „Liebe Löwinnen und Löwen, die jüngsten Ereignisse haben keinen Einfluss auf den sportlichen Bereich. Wir haben nach wie vor eine erfolgshungrige und hervorragend aufgestellte erste Mannschaft, die es zu unterstützen gilt. Lasst uns also die Aufbruchstimmung im Verein weiterleben und die Mannschaft spüren, dass wir bedingungslos hinter ihr stehen.“
Update vom 18. Juli, 17:35 Uhr: Wer es mit den Löwen hält oder sich beruflich mit den Blauen beschäftigt, lässt sich normalerweise nicht so schnell überraschen. Doch die Nachricht vom Freitagnachmittag, Hasan Ismaik habe den Deal gestoppt, dürfte auch die härtesten Knochen aus der Balance gebracht haben.
„Dieser Club hat es in den vergangenen Jahrzehnten häufig geschafft, an der Grenze zur maximalen Bloßstellung zu kratzen. Mit dieser Nummer wurden nun endgültig alle Peinlichkeits-Rekorde gebrochen“, schreibt Löwen-Reporter Marco Blanco Ucles in seinem Kommentar.
Update vom 18. Juli, 17:30 Uhr: Die Löwen wurden kalt erwischt. Ein langjähriger Funktionär fiel aus allen Wolken, als er von der tz und dem Münchner Merkur mit dem geplatzten Deal konfrontiert wurde: „Krass… Jetzt müssen wir uns erst mal sammeln.“ Über die Hintergründe, warum der Verkauf gestoppt wurde, kann bislang nur spekuliert werden.
Fest steht: Am Sonntag ist an der Grünwalder Straße ein großes Fanfest geplant. Eigentlich sollte das Trikot für die neue Saison präsentiert werden. Doch es könnte ungemütlich werden. Viele Anhänger des Traditionsklubs haben Fragen und werden von den Verantwortlichen Antworten verlangen.
Update vom 18. Juli, 17:00 Uhr: Seit 14 Jahren leitete Hasan Ismaik die Geschicke an der Grünwalder Straße 114 mit. Damals rettete der heute 47-Jährige den Klub vor der Insolvenz. Doch wer ist eigentlich der Mann hinten den Schlagzeilen? Über den Geschäftsmann ist wenig bekannt. Ein Blick hinter die Kulissen des geheimnisvollen Jordaniers.
Update vom 18. Juli, 16:23 Uhr: Jetzt hat sich Hasan Ismaik zu Wort gemeldet. Auf seinen Social-Media-Kanälen hat er „eine wichtige Nachricht“ gepostet. „Ich habe immer betont, dass ich meine Anteile nur in verlässliche und verantwortungsvolle Hände geben werde. Nachdem ich mich intensiv mit der aktuellen Situation beschäftigt habe, musste ich feststellen: Ein Rückzug meinerseits würde dem TSV 1860 nicht helfen – im Gegenteil. Aus diesem Grund habe ich entschieden, den angestoßenen Verkaufsprozess sofort zu stoppen“, schreibt der Jordanier.
„Was mir dabei besonders wichtig ist: Robert Reisinger und Karl-Christian Bay haben euch getäuscht. Ihr Ziel war es, sich mit meinem vermeintlichen Abgang einen sauberen Abschluss zu verschaffen – um sich selbst als Retter zu inszenieren. Das hat mit ehrlicher Vereinsführung nichts zu tun“, schießt der Geschäftsmann gegen den Ex-Präsidenten und den vermeintlichen Dealmaker Bay.
Er werde jetzt nun das Gespräch mit Gernot Mang suchen und Lösungen in der Stadionfrage und dem lange geplanten Bau der Turnhalle erarbeiten. „Unser Fokus gilt der Mannschaft. Sie hat das Potenzial, eine sehr erfolgreiche Saison zu spielen.“ Den Fans, „die mich kritisch sehen, reiche ich – wie schon in der Vergangenheit – die Hand zur Versöhnung.“
Update vom 18. Juli, 16 Uhr: Unglaubliche Wende in Giesing. Hasan Ismaik hat sich zu Wort gemeldet und angekündigt, weiterhin Investor des TSV 1860 zu bleiben. Damit ist der am 5. Juli verkündete Deal geplatzt. „Ich werde dem Verein weiterhin treu bleiben und mich bald mit dem Präsidenten und seinen Stellvertretern treffen, um die Pläne für die nächste Saison, das Stadion und die Turnhalle zu besprechen“, kündigte der 47-Jährige an.

Update vom 16. Juli, 10:45 Uhr: Es bleibt kurios. Offenbar handelt es sich doch um „Matthias Thoma“, allerdings nicht um den CEO der CEO Global AG aus Zürich. Der „gesuchte“ Matthias Thoma ist Jahrgang 1968. Der deutsche Investor mit Sitz in der Schweiz hat 2020 die französische Modemarke „Paule Ka“ übernommen. Über seine frühere Lebensstation Hamburg gibt es keine belegten Angaben.
Ein Insider sagte am Mittwochmorgen zu tz und Münchner Merkur: „Aufgrund dokumentierter Kapitalzusagen in Millionenhöhe ist es finanziell realistisch, dass er einen Verein der 3. Fußball‑Liga erwerben könnte - vorausgesetzt, er besteht die wirtschaftlichen und sportrechtlichen Prüfungen des DFB.“
Update vom 16. Juli, 09:00 Uhr: Spektakuläre Wende bei der Fahndung nach dem neuen Geldgeber des TSV 1860 München! Die Suche geht von vorne los. Matthias Thoma, CEO der EBP Global AG aus Zürich, hat sich am Dienstagabend per E-Mail bei der Redaktion von Münchner Merkur und tz gemeldet. „Ich muss sie leider enttäuschen. Ich bin nicht der Investor und habe mit dieser Angelegenheit nichts zu tun.“
Auch zwei weitere, in der vergangenen Woche gehandelte Namen, können von der Liste offenbar gestrichen werden. Wie Blick am Freitag berichtet hat, ist Kyril-Louis Freyfus, Eigner des AFC Sunderland, nicht der gesuchte neue Geldgeber von Giesing. Auch die Emil Frey Holding ist laut der Schweizer Boulevardzeitung kein Thema an der Isar.

Update vom 15. Juli, 10:30 Uhr: Wird Matthias Thoma der große Trumpf in der gefühlt nicht enden wollenden Debatte ums Grünwalder Stadion? Gernot Mang, der neue Präsident der Löwen, hatte bei seiner Antrittsrede forsch angekündigt, die Heimat der Löwen auf 25.000 Zuschauer erweitern zu wollen.
Der e.V.-nahe Blog „Löwenmagazin“ wittert deshalb die große Möglichkeit, mit Thoma den richtigen Partner gefunden zu haben. Der 57-Jährige ist CEO von EBP Global. Das Unternehmen hat demnach die Stadt München in der Vergangenheit bei einem „Stadtentwicklungsprojekt“ beraten. Thomas Kernkompetenz bei EBP sei Raum- und Standortentwicklung. Der Ismaik-Nachfolger wäre „definitiv in der Materie drinnen“ und bei der Stadt bekannt. „Mit seiner Expertise könnte er den Standort in Giesing neu bewerten“, hoffen die Autoren.
Update vom 15. Juli, 10 Uhr: Es bleibt weiterhin ungewöhnlich ruhig im Umfeld der Löwen. Nach Informationen von tz und Münchner Merkur stimmt der Name des neuen Geldgebers der Löwen. „Thoma ist ein seriöser Geschäftsmann, der auch deshalb im Verborgenen agiert, weil es ihn abschreckt, wie im deutschsprachigen Fußball-Business mit Investoren umgegangen wird, siehe Martin Kind bei Hannover 96 – oder eben Hasan Ismaik bei 1860“, sagt ein Informant aus Zürich.
Ins Handelsregister wurde der Investoren-Wechsel bis Dienstag, 14 Uhr, noch nicht eingetragen. „Ich kann allen Beteiligten nur raten, das Closing hinzukriegen, ansonsten sehe ich eine ausgeprägte Eskalation auf unseren Verein zukommen“, befürchtet ein Vereinsinsider.
Update vom 15. Juli, 09:30 Uhr: Die spontane Feier der Löwen-Fans in Giesing, nachdem Hasan Ismaik seine Anteile verkauft hatte, gefiel nicht jedem. Ein Anwohner ärgert sich vor allem über die Polizei, die dem Treiben seiner Meinung nach zu sorglos zugeschaut hat. „Die Stimmung war aufgeheizt, Autos und die Tram sind kaum durchgekommen“, berichtet Robert M. im Gespräch mit der tz.
„Die Polizisten haben mir gesagt, man warte noch mit dem Eingreifen. Im Endeffekt haben sie die Chaoten gewähren lassen“, sagt der 71-Jährige. Ein Polizeisprecher bestätigt, dass Pyro-Technik gezündet wurde, sagt aber auch, alle Fans festzuhalten wäre „nicht verhältnismäßig gewesen, dafür war es zu wenig“.
Update vom 14. Juli, 09:45 Uhr: Jetzt ist die Katze vielleicht aus dem Sack. Keiner der bisher genannten Kandidaten soll neuer Investor beim TSV 1860 München werden. Das berichten zumindest die Kollegen der Abendzeitung. Demnach hat sich Matthias Thoma mit Hasan Ismaik geeinigt und übernimmt die Anteile des Jordaniers.
Thoma sei Wahl-Schweizer mit einem deutschen Pass und solle es bevorzugen, mit seiner Familienholding im Hintergrund zu agieren. Am 3. Juli wurden in Frankfurt bei einem Notartermin Fakten geschaffen. Der e.V. des TSV 1860 habe auf ein Vorkaufsrecht verzichten müssen, damit der Deal zustande kam.
Von der Grünwalder Straße 114 gibt es bislang noch keine Bestätigung. Geschäftsführer Christian Werner blockte im Trainingslager in Ulrichsberg alle Fragen der Journalisten ab. Auch der Termin für die Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Gesellschafters ist noch nicht bekannt.
Update vom 10. Juli, 11:30 Uhr: Es bleibt weiter das große Geheimnis von Giesing. Wer hat die Anteile von Hasan Ismaik gekauft? Die Abendzeitung hat jetzt nochmal neue Namen ins Spiel gebracht. Wie bereits „dieblaue24“ spekuliert hat, führt ein Spürchen zur Familie Dreyfus. Robert Louis-Dreyfus, im Juli 2009 verstorben, war 1996 Anteilseigner von Olympique Marseille und im Vorstand von Standard Lüttich. Sohn Kyril-Louis eifert der Leidenschaft seines Vaters nach. Der 28-Jährige hat in den vergangenen Jahren den AFC Sunderland finanziell unterstützt und bis in die Premier League geführt. Oder ist es die Milliarden-schwere und in der Immobilienbranche tätige Familie von Finck? Die Kollegen der AZ sprechen in diesem Zusammenhang vom „Giesinger Brainstorming“ und von eher nicht gesicherten Informationen.
Update vom 8. Juli, 10 Uhr: Es ist ungewöhnlich für den TSV 1860. Noch immer rätseln alle, die es mit dem Giesinger Traditionsverein halten, wer die Anteile von Hasan Ismaik erworben hat. Bislang ist nichts durchgesickert und die Fans müssen sich offenbar noch länger gedulden. Die für Mitte dieser Woche geplante Pressekonferenz mit dem neuen Schweizer Geldgeber verzögert sich.
Nach Informationen der tz und des Münchner Merkur zeichnet sich ab, dass erst am Ende dieser oder gar Anfang kommender Woche das Geheimnis gelüftet wird, wenn die Mannschaft wieder aus dem Trainingslager zurück ist. Auch Gernot Mang sagte am Sonntag, er kenne den Namen selbst noch nicht. Der neu gewählte Löwen-Präsident kann es kaum erwarten: „Als ich am Samstag den Anruf bekommen habe, war mein erster Gedanke: Wenn das wirklich stimmt, dann ist es ein Traum. Jetzt müssen wir schauen, was wirklich drinsteckt.“
Update vom 7. Juli, 10:20 Uhr: Die ersten Gerüchte kommen auf, wer die Nachfolge von Hasan Ismaik als Geldgeber in Giesing antreten wird. Die Abendzeitung bringt die Emil Frey Holding AG aus Zürich ins Spiel. Auch die familiengeführte Unternehmensgruppe Liebherr, gegründet von Hans Liebherr in Kirchdorf an der Iller, inzwischen in Bulle (Kanton Freiburg) und die Mövenpick Holding AG mit Sitz in Baar (Kanton Zug) werden dort genannt.
Die SZ nennt zwar keinen Namen, hat aber in Erfahrung gebracht, dass sich der neue Investor über Mittelsmänner selbst an der Grünwalder Straße ins Spiel gebracht hat.
Erstmeldung vom 7. Juli, 9:30 Uhr:
München – Ismaik weg, die Zukunft der Blauen rosarot: Hasan Ismaik hat seine Anteile am TSV 1860 an eine Schweizer Familienholding verkauft. Damit ist der Altmeister aus München-Giesing schuldenfrei – und kann endlich frei durchstarten. Der jordanische Investor, der stets umstritten blieb, zieht sich nach 14 Jahren zurück. Der ausgegliederte Profispielbetrieb (KGaA) ist damit von Altlasten befreit. Viele Fans des Fußball-Drittligisten feierten die Nachricht am Samstagabend ausgelassen mit Pyro und Feuerwerk rund ums Grünwalder Stadion.
Die neuen Eigentümer bekennen sich klar zum Standort Giesing und wollen das Stadion zweitligatauglich ausbauen. Außerdem planen sie den lange geforderten Bau einer Turnhalle für den Breiten- und Nachwuchssport. Auch sportlich soll ein Ruck durch den Verein gehen: Mit dem Profiteam soll so schnell wie möglich der Aufstieg in die 2. Liga geschafft werden.
Trotz der Euphorie rumort es im Verein: Präsident Robert Reisinger trat am Sonntag bei der Mitgliederversammlung ab. Kurz zuvor hatte er – entgegen dem erklärten Willen des Verwaltungsrats – den Vertrag mit Sportgeschäftsführer Christian Werner verlängert. Wie es konkret bei 1860 weitergeht, wollen die neuen Investoren Mitte der Woche auf einer Pressekonferenz darlegen.
Auf der Homepage des Vereins bedanken sich die Löwen offiziell bei Ismaik für 14 gemeinsame Jahre. Auch Ismaik selbst kommt dort zu Wort: Es sei ihm stets ein Anliegen gewesen, den Club schuldenfrei und in gute Hände zu übergeben. Jetzt liegt es an den Löwen, aus dem Neustart eine Erfolgsgeschichte zu machen. Die Tür zur 2. Liga steht weit offen – erstmals seit langer Zeit.