
Wenn man in Hennef über erfolgreichen Fußball spricht, fällt sein Name zwangsläufig: Marco Bäumer. Mit Hennef ist er aufgestiegen, feierte Meisterschaften und erlebte das DFB-Pokal-Spiel gegen 1860 München. Doch seit fast sieben Jahren ist es ruhig geworden um den Mann, der 32 Jahre lang coachte. Ein Grund für uns nachzufragen, was die Hennef-Legende aktuell macht?
Wer glaubt, Marco Bäumer sitze Sonntags wehmütig zu Hause, der irrt. „Um ehrlich zu sein: Ich vermisse die Arbeit als Trainer gar nicht", gesteht er offen. Nach über drei Jahrzehnten als Trainer genießt er die neue Freiheit. Dennoch wird auch er manchmal nostalgisch. „Ich denke gerne an die Zeit zurück", so Bäumer. Sein Rückblick auf die Zeit in Hennef (2005 bis Dezember 2016) ist geprägt von tiefer emotionaler Bindung. Unter seiner Regie wurde der Verein zu einem regionaler Macht: Drei Meisterschaften in Folge, Regionalliga, Kreispokalsieg und das Highlight DFB-Pokal. „Ein Teil von etwas so Großem gewesen zu sein, macht mich für immer stolz. So einen Zusammenhalt zwischen Vorstand, Helfern und Mannschaft wird es vermutlich nie wieder geben." Kritisch blickt er nur auf den Moment seines Abschieds zurück. Nach dem Weggang langjähriger Weggefährten hätte er im Nachhinein vielleicht selbst den Schlussstrich ziehen sollen - doch die Liebe zum Verein war damals zu groß.

Bäumer, ein Trainer der alten Schule, beobachtet die aktuelle Entwicklung im Fußball eher kritisch. Ihm fehle heute oft die Geselligkeit und das „Wir-Gefühl", was damals in Hennef entscheidend war. „Der Erfolg wird heute teilweise zu verbissen erzwungen. Wir sprechen hier über Amateurfußball!" Auch für die moderne junge Trainer-Generation im Nachwuchs hat er eine klare Botschaft: Es gehe nicht darum, Turniere zu gewinnen, sondern darum, Talente nachhaltig zu entwickeln. Sein Erfolg basierte immer auf einer starken Kabine. Jungen Trainer rät er daher: „Habt einen Plan, aber nehmt die erfahrenen Jungs zur Seite. Fördert die Gemeinschaft, denn die Kabine holt die Erfolge." Er selbst profitierte jahrelang von der Beratung durch Rolf Raderschad, einen Mentor, ohne den er laut eigener Aussage nie so weit gekommen wäre.
In den vergangenen sieben Jahren gab es immer wieder Anfragen – auch wenn sie von Zeit zu Zeit weniger wurden. Doch Bäumer lehnte immer ab. „Vielleicht ändert sich das nach dem Interview ja wieder", fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.
Heute ist er der größte Fan seiner Söhne. Der Ältere (21) steht selbst auf dem Platz, der Jüngste ist gerade fünf Jahre alt. Dort ist er meist sonntags als Zuschauer vor Ort. "Ansonsten verfolge ich Fußball wie jeder Begeisterte im Fernsehen und bleibe an den Weggefährten von früher dran. Es freut mich besonders zu sehen, wenn ehemalige Spieler den Weg als Trainer eingeschlagen haben, wie Fatih Özyurt, Bünni Kilic, Andy Habl, Christopher Binot, Danny Fäuster oder Martin Notz", so der 53-Jährige. Ein eigenens Comeback an der Seitenlinie schließt Bäumer derzeit allerdings aus.
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