Am Dienstag begann für Bayer Leverkusens Fußballerinnen mit einem Tag absichtlicher Verzögerung die Trainingswoche vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres. Nach der Rückkehr aus dem achttägigen Trainingslager im spanischen Oliva hatte Coach Roberto Pätzold seinen Schützlingen einen freien Tag gegönnt, bevor es in den Schlussspurt der kurzen Vorbereitung ging. Eine Woche vor dem Rest der Liga starten der SC Freiburg und die Leverkusenerinnen am Sonntag (12 Uhr) im Dreisamstadion in den Spielbetrieb – mit dem Nachholspiel vom ersten Spieltag.
Während daheim bei trüb-nass-eisigem Winterwetter Trainingseinheiten nur eingeschränkt möglich gewesen wären, fand Bayer 04 in der kleinen Küstenstadt am Mittelmeer nahezu ideale Bedingungen vor. Selbst die kurzen Schauer zur Wochenmitte ließen sich bei Temperaturen Richtung 20 Grad Celsius an der Costa del Azahar problemlos ertragen. „Wir hatten super Wetter und Top-Bedingungen, von der Hotelanlage bis hin zum Trainingsgelände und der Vor- und Nachbereitung“, schwärmte der Trainer.
Mehr noch als von den Bedingungen vor Ort war Pätzold vom Fleiß und den Fortschritten des Teams begeistert. Im Fokus stand bei der Arbeit fern der Heimat das Ballbesitzspiel, aber auch an allerlei Feinheiten wurde gefeilt. „Die Einheiten waren richtig gut, die Spielerinnen haben sich auf das Wesentliche konzentriert und zwischen den Trainings sehr gut individuell gearbeitet“, sagte der Hauptübungsleiter.
Für Wettkampfpraxis sorgten zwei Tests gegen Zweitligisten, die Bayer 04 für sich entschied – wie schon die Partie gegen den belgischen Erstligisten RSC Anderlecht (1:0) vor der Abreise. In Spanien bezwangen die deutschen Gäste zunächst den FC Villarreal mit 5:1. Für die Tore sorgten Kristin Kögel (13.), Caroline Kehrer (16.), Karolina Lea Vilhjalmsdottir (57.), Delice Boboy (66.) und Shen Menglu (72.). Deutlich mehr Mühe hatten sie beim 2:1 über insgesamt 120 Minuten gegen den 1. FC Union Berlin. Der Aufstiegskandidat konnte die Leverkusener Führung (19.) durch ein Eigentor von Tomke Schneider zwischenzeitlich ausgleichen, ehe Boboys Treffer (114.) spät für die Entscheidung sorgte.
Verzichten musste Pätzold in Spanien auf vier angeschlagene oder verletzte Spielerinnen und eine Verliehene. Loreen Bender (Regeneration von Mandel-OP), Juliette Vidal (mehrfacher Nasenbeinbruch im Test gegen Anderlecht), Vanessa Haim (Rückenprobleme) und die langzeitverletzte Sofia Cava Marin (Kreuzbandriss) blieben daheim. Dafür nahm der Coach aus der eigenen U20 Torhüterin Louisa Remien, Paula Schwartze, Jana Lindner und Kirkellis Lillemets mit.
Ihre ersten Einheiten mit den neuen Teamkolleginnen absolvierte in Oliva zudem Winterzugang Ruby Grant. Die defensive Mittelfeldspielerin wechselte vom schwedischen Top-Klub BK Häcken unters Bayer-Kreuz. Gleich nach ihrer Unterschrift unter einen Vertrag bis Sommer 2027 reiste die 22-jährige englische U23-Nationalspielerin ans Mittelmeer nach. Zudem verlieh der Werksklub Julie Jorde bis Saisonende an den dänischen Erstligisten Bröndby IF und verlängerte die Verträge mit Selina Ostermeier und Loreen Bender.
Pätzold und sein Team konzentrieren sich derweil auf das Sportliche. Und da wollen die Leverkusenerinnen auch den dritten Vergleich mit dem SCF für sich entscheiden. Das erste Aufeinandertreffen (3:2) wurde nicht gewertet, das Rückspiel gewann Bayer mit 2:0. „Wir wollen an unsere Leistungen vor der Pause anknüpfen“, betonte der Bayer-Coach.