Waldalgesheim Lukas Manneck kämpt mit Karbachs Tobias Jakobs (weißes Trikot) um den Ball.	Foto: Edgar Daudistel
Waldalgesheim Lukas Manneck kämpt mit Karbachs Tobias Jakobs (weißes Trikot) um den Ball. Foto: Edgar Daudistel

Waldalgesheim: Ernüchterung macht sich breit

Oberligist enttäuscht beim 2:5 im „Endspiel“ gegen Karbach

Waldalgesheim. Am Ende war die Stimmungslage an der Waldstraße im Keller. Schließlich hatte der SV Alemannia Waldalgesheim das als eine Art Endspiel um Platz fünf der Fußball-Oberliga Nord, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt, ausgerufene Match gegen den FC Karbach vor 159 Zuschauern klar 2:5 (1:3) verloren. Die Spieler kommentierten diese bittere Niederlage zum Auftakt der ausgerufenen „Woche der Wahrheit“ mit Kopfschütteln und Schulterzucken.

Alemannia-Chefcoach Marcel Fennel wurde da schon deutlicher: „Der Gegner war uns in allen Belangen überlegen. Wir haben mutlos und ideenlos agiert.“ Allerdings konnte der 37-Jährige wieder einmal nicht seine Wunschformation bringen, weil sich Keeper Pasquale Patria sowie die Abwehrspieler Sebastian Platten und Niklas Brach kurzfristig krank abgemeldet hatten. Dennoch stand genug Qualität auf dem Platz, um ein Oberliga-Spiel zu gewinnen.

Allerdings waren die robusten Karbacher deutlich bissiger und immer einen Schritt schneller. Und doch gingen die Platzherren in Führung. Ein Pass in die Tiefe erreichte Can Özer und der Kapitän versenkte die Kugel mit Wucht im Netz (16.). „Da hatte ich gehofft, dass uns dieses Tor Sicherheit gibt“, sagte Fennel, „doch es wurde danach noch schlimmer. Wir haben um die Gegentore gebettelt.“ Und sie fielen. Baris Yakut klärte per Kopf auf der Waldalgesheimer Torlinie, doch Tobias Jakobs traf danach mit einem verdeckten Schuss aus 16 Metern zum Ausgleich (24.). Dann sprang Can Özer der Ball im eigenen Strafraum vom Fuß, David Pfeifer knallte die Kugel – noch abgefälscht – in die Maschen. Und dann hat Karbach ja noch Max Wilschrey. Der Torjäger durfte kurz vor der Pause nach einer Flanke auch noch jubeln (42.). „Die ersten drei Tore hätten alle geklärt werden können“, ärgerte sich Marcel Fennel.

Baris Yakut war der gleichen Meinung. „Wir haben zu einfache Tore kassiert“, sagte der Allrounder, der zudem die Durchschlagskraft bei seiner Mannschaft vermisste: „Wir konnten wenig Akzente setzen, der Gegner war einach präsenter.“ Galt über weite Strecken auch für die zweite Halbzeit. Nach einem Konter stellte Wilschrey auf 4:1 für die Gäste (51.). Hoffnung keimte bei der Alemannia auf, als Can Özer nach Foul an Oliver Schmitt den fälligen Elfmeter verwandelte (60.). „Da denkst du dann, es geht noch was“, schildert Marcel Fennel, „doch dann kassierst du den nächsten vermeidbaren Gegentreffer.“ Wilschrey war nach Flanke erneut zur Stelle und zog den Gastgebern den Stecker (65.).

„Das hier die richtige Mannschaft gewonnen hat, darüber gibt es keine zwei Meinungen“, gratulierte Marcel Fennel den Karbachern, die auf Rang fünf liegend nun sieben Punkte Vorsprung auf die Alemannia haben. „Mit so einer Leistung brauchen wir nicht vom fünften Platz träumen“, machte der Chefcoach deutlich: „Wir legen das jetzt ad acta und konzentrieren uns besser auf die einfachen Dinge des Fußballs.“ Zumal jeder Punkt, der jetzt noch geholt wird, mit in die Abstiegsrunde genommen würde.

Die Alemannia hat nun die Chance, im Nachholspiel am Mittwoch bei den Sportfreunden Eisbachtal für Wiedergutmachung zu sorgen. Dafür muss allerdings eine deutliche Leistungssteigerung her. „Jeder hat hier den Anspruch, Oberliga spielen zu wollen. Das muss man dann aber auch zeigen“, schrieb der Coach seinen Jungs ins Stammbuch: „Dass wir es können, wissen wir. Dass wir die Qualität haben auch. Nur muss man die auch auf den Platz bringen.“

SV Alemannia Waldalgesheim: P. Reichert – Manneck, Haas, Braun (70. Wheeler), Kishi – Yakut – Pfenning (46. Bilotta), Schmitt, Ludwig (46. Neal) Gräff – Özer.



Aufrufe: 019.11.2022, 13:30 Uhr
Volker BuchAutor