2026-05-15T09:36:57.455Z

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Vorentscheidung im Titelkampf? Gladbach holt Big-Points gegen Düren

Mittelrheinliga: Spitzenreiter SV Bergisch Gladbach macht den nächsten großen Schritt in Richtung Regionalliga. Dank eines 7:1 (3:1)-Kantersieges gegen die Sportfreunde Düren und den parallelen Ausrutscher von Verfolger Siegburger SV 04 vergrößert der Primus seinen Vorsprung an der Spitze auf vier Zähler.

von Tom Kunze · Heute, 06:18 Uhr · 0 Leser
Der SV Bergisch Gladbach ist nur noch einen Sieg vom Titelgewinn entfernt.
Der SV Bergisch Gladbach ist nur noch einen Sieg vom Titelgewinn entfernt. – Foto: SV09

Ist das bereits die Vorentscheidung im Titelkampf? Ligaprimus SV Bergisch Gladbach 09 lässt im Heimspiel gegen Underdog Sportfreunde Düren keinerlei Spannung aufkommen und fährt einen überzeugenden 7:1-Kantersieg ein. Weil Verfolger Siegburger SV 04 parallel Punkte liegen lässt, können die Nullneuner im Auswärtsspiel beim FC Wegberg-Beeck in der kommenden Woche den erhofften Regionalliga-Aufstieg klarmachen. Das weiß auch Chefcoach Kevin Kruth, der sich nach Spielende hochzufrieden zeigt und von einem „in der Höhe verdienten Sieg“ spricht. Zu einem ähnlichen Urteil kommt auch sein Gegenüber Marcel Demircan, der das Resultat zugleich auch an der großen Rotation seinerseits festmacht.

Demircan: „Man hat den Klassenunterschied gesehen“

Dass die Rollenverteilung vor dem Anpfiff klar verteilt war, stand außer Frage. Angesichts der Tabellenlage ging der SV Bergisch Gladbach als haushoher Favorit in die Begegnung. Während die 09er als Tabellenführer mitten im Aufstiegskampf zur Regionalliga stecken, müssen die Sportfreunde Düren nach Saisonende nach nur einem Jahr den Gang zurück in die Landesliga antreten. Demzufolge wundert es auch nicht, dass die Hausherren den Sportfreunden schlussendlich nicht den Hauch einer Chance ließen, auch wenn der Underdog der Kruth-Elf beim 3:2 im Hinspiel noch einiges abverlangte.

„Das Ergebnis sieht deutlich aus und das war es leider auch. Wir haben in den ersten zehn Minuten zwar gut mitgespielt und waren mutig. Wir haben aber gerade im Aufbauspiel oftmals zu langsam agiert und Fehler gemacht. Bei den ersten beiden Gegentoren laufen wir zweimal ins Pressing, dann war das bei der Qualität des Gegners durch. Da hat man dann einen Klassenunterschied gesehen“, resümiert Sportfreunde-Coach Marcel Dermican im Nachgang. Seine Mannschaft, die mit 14 eroberten Zählern nach wie vor den vorletzten Tabellenplatz belegt und bereits als sicherer Absteiger feststeht, habe insbesondere im Defensivbereich schlichtweg „sehr schluderig agiert“, was Bergisch Gladbach dann „gnadenlos ausgenutzt“ habe.

Blitztreffer nach dem Seitenwechsel als Türöffner zum Kantersieg

Schon früh im Spiel stellte der Gastgeber auf Sieg. Nach einer Viertelstunde Spielzeit war es Ole Tillmann, der den Gastgeber mit seinem zehnten Saisontreffer auf die Siegerstraße brachte (15.). Fünf Minuten darauf erhöhte dann Top-Scorer Tristan Arndt auf 2:0 (20.), ehe Sami Akremi wieder nur kurze Zeit später das 3:0 verantwortete (25.). Damit war der Grundstein für den 19. Saisonerfolg des Aufstiegsanwärters früh gelegt. Zwar verkürzte Marcel Reisgies unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch auf 1:3 zugunsten des Außenseiters (45.), große Spannung sollte aber keine mehr aufkommen.

Denn die Hausherren präsentierten sich auch nach dem Wiederbeginn hellwach und trafen in Spielminute 46 zum 4:1 durch Maik Marquardt, womit die Vorentscheidung dann endgültig gefallen war. Nachdem Ardit Mimini anschließend einen Foulelfmeter zum 5:1 verwandelte (52.), setzte der eingewechselte Soufian Ammadacho per Doppelschlag den Schlusspunkt (65./85.). Mit dem Kantersieg knüpft der Spitzenreiter an den starken 4:1-Erfolg gegen die SpVg Frechen 20 aus der Vorwoche an und steht mit einem Bein bereits in der vierthöchsten Spielklasse. Weil der Siegburger SV im Parallelspiel patzt, kann die Elf von Übungsleiter Kevin Kruth in der kommenden Woche den Titel vorzeitig unter Dach und Fach bringen, was dem Erfolgscoach durchaus bewusst ist:

Kruth: „Haben das Ziel klar vor Augen“

„Wir haben jetzt bei zwei verbleibenden Spielen vier Punkte Vorsprung und deshalb nächste Woche gegen Wegberg-Beeck den ersten Matchball. Das ist ein dickes Brett was wir zu bohren haben, aber wir haben unser Ziel klar vor Augen“, zeigt sich der 40-Jährige ob der guten Ausgangslage seiner Elf durchaus optimistisch. Rückblickend auf die Begegnung gegen Düren hat der Cheftrainer ausschließlich positives über den Auftritt seiner Mannen übrig: „Das ist in der Höhe ein hoch verdienter Sieg. Wir haben fünf Minuten gebaucht um das Anlaufverhalten hinzukriegen, haben es dann aber geschafft, den Gegner auf eine Seite zu lenken. Wir waren konsequent genug und hatten im Ballbesitz gute Lösungen, das Ergebnis hätte sogar noch etwas höher ausfallen können. Das ist aber meckern auf hohem Niveau“, bilanziert Kruth lobend.

Ähnlich sieht es auch sein Gegenüber, der den hohen Ausgang zugleich auf die zahlreichen personellen Umstellungen in seiner Anfangsformation zurückführt: „Klar ist das Ergebnis brutal, man muss es aber auch realistisch einschätzen. Wir verlieren im Sommer 22 Spieler und haben viele vor dem Karriereende, deshalb haben wir mehrfach umgestellt. Man hat durch die Rotation dann natürlich Leistungsunterschiede gemerkt, weil die Mannschaft so noch nie zusammengespielt hat“, erklärt Demircan und schlussfolgert: „Wir nehmen das so mit. In Summe hat man zwar leider einen Klassenunterschied gesehen, aber wir akzeptieren das so. Wir müssen die letzten zwei Wochen jetzt noch überleben und uns dann nächstes Jahr neu aufstellen.“

Bergisch Gladbach hingegen steht vor einer richtungsweisenden Partie bei Wegberg-Beeck. Im Falle eines Dreiers gegen den Tabellensechsten wäre die lang ersehnte Rückkehr in die Regionalliga West in trockenen Tüchern. Zuletzt gingen die 09er in der Spielzeit 2020/21 in der vierthöchsten Spielklasse an den Start. Der Kantersieg gegen die Sportfreunde Düren ist dabei mit Sicherheit nicht die schlechteste Grundlage, wie auch Übungsleiter Kruth erkennt: „Wir nehmen das Ergebnis gerne so mit, wir haben sehr seriös und sauber gespielt. Das ist genau das, was wir gerade brauchen.“