2026-04-23T13:43:33.969Z

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Vom Winde verweht: Kilia Kiel entführt drei Punkte aus Kaltenkirchen

von Ismail Yesilyurt · Heute, 14:09 Uhr · 0 Leser
Drilon Trepca (li., Kilia Kiel) ist der Matchwinner mit dem einzigen Treffer der Partie in Kaltenkirchen.
Drilon Trepca (li., Kilia Kiel) ist der Matchwinner mit dem einzigen Treffer der Partie in Kaltenkirchen. – Foto: Ismail Yesilyurt

Am Samstag trafen im Stadion Marschweg zwei Mannschaften aufeinander, für die es im Endspurt der Landesliga-Saison tabellarisch um nicht mehr allzu viel geht. Der Aufsteiger Kaltenkirchener TS (KTS) hat den Klassenerhalt bei zwölf Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone so gut wie in der Tasche. Der amtierende Meister Kilia Kiel rangiert nach einer wechselhaften Hinrunde mit sieben Spielen ohne einen Sieg, das 3:0 im Hinspiel leitete die Trendwende zum Guten bei Kilia ein, stabil auf Platz vier. In einer Partie, die vor allem durch widrige äußere Bedingungen geprägt war, behielten die Kieler am Ende verdient mit 1:0 die Oberhand.

Die KTS hatte zuletzt mit einem 0:1 beim TuS Rotenhof und 0:0 in Eichede seine Serie mit zwei Niederlagen und drei Unentschieden nicht durchbrechen. Die Kieler dagegen demonstrierten ihre aktuelle Topform mit einem 6:1 gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Phönix Lübeck.

Ein „Golden Goal“ dank perfektem Timing

Das entscheidende Tor des Tages fiel bereits in der 9. Spielminute. Nach einem präzisen Zuspiel von Pipo Spohn in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehrkette wählte Drilon Trepca den perfekten Laufweg und vollendete eiskalt zum 1:0. Es sollte der einzige Treffer in einem Spiel bleiben, das spielerisch nur selten Glanzpunkte setzen konnte.

Philipp Spohn (mitte, Kilia Kiel)hat das Auge und Gespür für den tödlichen Pass.
Philipp Spohn (mitte, Kilia Kiel)hat das Auge und Gespür für den tödlichen Pass. – Foto: Ismail Yesilyurt

Kilia-Coach Nicola Soranna machte keinen Hehl daraus, dass der Matchplan unter den Bedingungen litt: „Ehrlicherweise ist ein Matchplan auf dem Platz schwierig. Nachdem wir die Windverhältnisse gesehen haben, habe ich den Jungs gesagt, wir müssen unser Spiel an die Bedingungen anpassen. Es hatte nicht viel mit Fußball zu tun, du konntest nicht viel rauskombinieren.“

Wind und lange Bälle dominieren das Geschehen

In der ersten Halbzeit spielten die Kieler mit dem Wind im Rücken und versuchten immer wieder, das Spiel schnell zu machen. Die Gastgeber aus Kaltenkirchen hatten hingegen massive Probleme, sich aus dem hohen Druck der Kieler zu befreien. KTS-Trainer Martin Genz gab offen zu: „Die Kieler haben uns sehr hoch unter Druck gesetzt. Durch den Wind kamen unsere langen Bälle relativ schnell wieder zurück, wir haben die Tiefe nicht so bekommen, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Paul Meseberg (Kilia Kiel) im Hinspiel gegen Max Spreitzer  (li., Kaltenkirchener TS).
Paul Meseberg (Kilia Kiel) im Hinspiel gegen Max Spreitzer (li., Kaltenkirchener TS). – Foto: Ismail Yesilyurt

Dennoch hielt die KTS das Ergebnis zur Pause knapp, auch weil Kilia einige „Hochkaräter“ liegen ließ. In der zweiten Halbzeit flachte die Partie etwas ab, Kilia zog sich weiter zurück und ließ die Kaltenkirchener kommen. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Tom Steffen im Eins-gegen-eins gegen Kiel-Keeper Pachulski. Auf der anderen Seite sorgte der tückische Wind für kuriose Szenen: „Da kommt einfach ein langer Ball und der wird auf einmal länger und länger. Du konntest den Ball oft nicht richtig einschätzen“, beschrieb Soranna die Unberechenbarkeit des Nachmittags.

Verdienter Sieg für den Favoriten

Unterm Strich stand ein verdienter Erfolg für den FC Kilia Kiel, der über weite Strecken die reifere Spielanlage zeigte. Martin Genz, der die KTS nach dem Rücktritt von Rene Sixt Ende Oktober 2025 übernommen hat und vor kurzem seinen Vertrag verlängerte, erkannte die Leistung des Gegners neidlos an: „Der Sieg für Kiel ist verdient. Das ist eine Top-Truppe, die völlig zu Recht dort oben steht. Für uns ist das kein Beinbruch, wir sind nicht ganz unzufrieden heute.“

Marten Soder  (li., Kaltenkirchener TS) klärt im Hinspiel vor Marvin Müller (Kilia Kiel).
Marten Soder (li., Kaltenkirchener TS) klärt im Hinspiel vor Marvin Müller (Kilia Kiel). – Foto: Ismail Yesilyurt

Während Kilia Kiel mit diesem Erfolg den Blick weiter nach oben richten kann, herrscht bei der Kaltenkirchener TS trotz der Niederlage Erleichterung über den faktisch sicheren Verbleib in der höchsten Landesklasse.

Stimmen zum Spiel

Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)
Martin Genz (Trainer Kaltenkirchener TS)