
Viertes Heimspiel nach der Winterpause, vierter Sieg: Der FC Wegberg-Beeck bleibt in der Fußball-Mittelrheinliga auf dem Vormarsch. Am Freitagabend mussten die Kleeblätter allerdings lange zittern, ehe der 1:0-Erfolg gegen den stark mithaltenden 1. FC Düren feststand.
Auf der Bank der Gastgeber blieben einige Kaderplätze frei. Coach Mark Zeh musste auf Gabriel Paczulla, Marc Bransnic, Luca Bini und Kai Bösing verzichten. Dürens Trainer Luca Lausberg, der in der kommenden Saison als Sportlicher Leiter in seinem Wohnort beim VfL Sindorf tätig sein wird, musste auf den gesperrten Yannick Marko verzichten, für in stand erneut Jonas Rifisch zwischen den Pfosten.
Beeck begann die Partie mit Schwung und kam zu ersten Halbchancen. Das erste Highlight bekamen die Zuschauer in der 19. Minute zu sehen. Niklas Fensky, aufgrund der Personalnot auf ungewohnter Position rechts hinten aufgeboten, steckte durch auf Timo Braun, der den Ball an den Außenpfosten setzte. „Wir sind gut rausgekommen und haben den Gegner ein bisschen erdrückt. Wenn wir da in Führung gehen, wird es leichter für uns“, befand Zeh. Als Braun über seine rechte Seite eine Solo startete und flankte, brachte David Arize die Kugel artistisch aufs Dürener Tor, Rifisch griff sicher zu (28.). Beeck blieb die aktivere Mannschaft. Marc Kleefisch schlenzte den Ball vors Tor, Braun rutschte vorbei, der Ball strich auch ohne Kontakt haarscharf am langen Pfosten vorbei.
Die Gäste überstanden diese Phase und wurden ihrerseits gefährlich. Ein Ex-Beecker hatte die große Chance, den FCD in Führung zu bringen. Vinzent Zingel wurde zentral 15 Meter vor dem Tor angespielt, sein Rechtsschuss war aber zu schwach, Beecks Keeper Yannik Hasenbein klärte zur Seite (34.). Zingel bildete mit Philipp Simon das Dürener Offensiv-Duo, dahinter waren die Gäste mit zwei eng gestaffelten Viererketten darauf bedacht, die Räume eng zu machen. Das ging auf, mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Pause.
Nach 32 Sekunden in Hälfte zwei hätte Kleefisch die Führung köpfen können, bekam aber keinen Druck auf den Ball. Düren antwortete mit einer Doppelchance. Simon schickte Marcel Olschewski auf die Reise, der aus vollem Lauf abzog. Hasenbein parierte, Simon jagte den Nachschuss um Zentimeter über die Latte (47.). Ein kapitaler Ballverlust im eigenen Strafraum brachte die Dürener in Bedrängnis, Timo Braun zog aus acht Metern mit dem Vollspann ab, Rifisch brachte die Hände an den Ball (58.).
Eine Allerweltsszene brachte Beeck in Führung: Arize brachte die Kugel von rechts ins Zentrum, an diversen Abwehrbeinen vorbei ging der Ball Richtung Elfmeterpunkt wo Kleefisch lauerte und per Seitfallzieher vollstreckte – Saisontor Nummer 19 für den Torjäger, 1:0 für Beeck (67.). „Düren hat es uns schwergemacht, aber wir sind drangeblieben und haben uns am Ende belohnt. Wenn die Chance kommt, sollte man dasein, und das war ich zum Glück“, bilanzierte Kleefisch.
Lausberg reagierte und stellte die Offensive komplett um: Zingel und Simon gingen vom Feld, Raban Laux und Ajdin Eglenovic übernahmen (71.). Und Düren bekam jetzt viele Spielanteile, erzwang einige Ecken, aber die wirklich hochkarätige Chance zum Ausgleich sprang nicht heraus. Beeck wiederum verlegte sich aufs Kontern, ohne voll aufs zweite Tor zu gehen. Lausberg beorderte den baumlangen Abwehrchef Nils Schütte in die Spitze, aber Düren lief die Zeit davon. Die zahlreichen Flanken und Ecken des FCD waren einfach zu ungenau.
„Ich fand, es war ein Spiel auf Augenhöhe, das durch eine Kleinigkeit entschieden wurde. Ein Spieler von uns tritt über den Ball, so kommt Kleefisch zum Abschluss. Eigentlich sind wir dafür bekannt, Mann gegen Mann über den ganzen Platz zu verteidigen. Sowohl gegen Bergisch Gladbach als auch heute haben wir aber kompakt im 4-4-2 verteidigt, und das ist super aufgegangen“, ordnete Nils Schütte den Abend ein. „Wir können zufrieden sein. Die Mannschaft hat sich gut gegen die personelle Qualität der Beecker gestemmt“, fand auch der spielende Sportchef und kommende Trainer Philipp Simon. Auch Lausberg war zufrieden: „Nach den Beecker Chancen in der Anfangsphase haben wir viel strukturierter gespielt. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“
„Wenn du den Ball hast, kann Fußball manchmal kompliziert sein, wenn der Gegner so gut verteidigt wie Düren heute. Wir haben uns schwergetan und oft zu langsam gespielt. Wir haben dann einfacher gespielt, auch mal einen Chipball gespielt, so fällt dann auch das Tor“, analysierte Zeh, mit dem die Heimstärke nach Beeck zurückgekehrt ist. „So ein Spiel überstehst du nur, weil du es dir verdient hast. Ich bin froh über den vierten Heimsieg und hoffe, dass wir bis Saisonende kein Heimspiel mehr verlieren“, sagte Zeh am Ende des Abends. Eine Ansage, die die Spitzenteams vernommen haben dürften – die restlichen Heimgegner lauten Vichttal, Merten und Bergisch Gladbach. . .
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