Am zweiten Septemberwochenende startet die U19-Bezirksoberliga in die Saison 2024/25. Die Liga verspricht dabei Spannung auf vielen Ebenen, immerhin geben sich die besten mittelfränkischen U19-Teams jenseits der Nachwuchsleistungszentren (Ausnahmen SpVgg Ansbach und Quelle Fürth) ein Stelldichein.
Junioren an der Schwelle zum Herrenbereich aus Vereinen der Regional (1)-, Bayern (1)-, Landes (6)-, Bezirks (1)- und Kreisliga (3) sind dabei vertreten – und mit der TSG 08 Roth, dem SC 04 Schwabach, dem SV Unterreichenbach, dem TSV 60 Weißenburg und der JFG Wendelstein fünf Mannschaften aus dem Kreis Neumarkt/Jura. Das Gros mit sechs Teams stellt der Kreis Nürnberg/Frankenhöhe, die zwei Erlangener Teams sowie ASV Weisendorf vertreten Erlangen/Pegnitzgrund.
Bei allen ist die Vorfreude – auch wegen den vielen Derbys - groß. Wohlwissend aber auch um die Qualität dieser 14er-Liga, die bei bis zu fünf Absteigern von Beginn an hart umkämpft sein wird – Sollstärke der Bezirksoberliga Mittelfranken sind nämlich eigentlich 12 Mannschaften. Erhöht wurde diese Zahl in dieser Spielzeit durch Anträge der SpVgg Ansbach II und der SGV Nürnberg-Fürth II, wie Spielleiter Thomas Zankl erklärt: „Beide Vereine haben einen Antrag nach §10(9) der Jugendordnung auf Sondereingliederung in die BOL gestellt, der genehmigt wurde.“
Sowohl Ansbach als auch die SGV rekrutieren sich dabei hauptsächlich aus Spielern, die in der abgelaufenen Saison für ihre Vereine in der U17-Landesliga spielten. Nicht von ungefähr wurde deshalb die SpVgg Ansbach II von der Konkurrenz gleich auf den Favoritenschild gehoben. Sieben Vereine (Mehrfachnennungen waren möglich) nannten den Regionalliga- Nachwuchs als Meisterschaftsfavoriten. Die Bezirkshauptstädter selbst stellen den Ausbildungsgedanken in den Vordergrund und wollen ihr (U18)-Team bereits hinsichtlich der nächsten Saison bei der U19 entwickeln. Adžhnlich das Ziel bei der SGV Nürnberg-Fürth II, deren Ziel so formuliert ist, dass Trainer Oliver Ðaković die Spieler an den Herrenbereich heranführen soll.
Sportliche Aufsteiger in die Bezirksoberliga sind die Kreisliga-Meister SC 04 Schwabach (Neumarkt/Jura), SVG Steinachgrund (Nürnberg/Frankenhöhe) und (SG) ASV Weisendorf (Erlangen/Pegnitzgrund). Während Steinachgrund nach dem Abstieg 2023 den sofortigen Wiederaufstieg feiern konnte, dauerte die Rückkehr Weisendorfs ins Bezirksoberhaus fünf Jahre und die „Nullvierer“ aus Schwabach warteten gar sechs Jahre um sich von der Kreisliga wieder zu verabschieden. 04-Trainer „Bes“ Duraku ist deshalb voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit „mit vielen Derbys, hoffentlich gutem Niveau und gutem Fußball“. Er möchte seine Spieler dabei weiter verbessern und bereits an die Anforderungen im Herrenbereich heranführen, aber auch kurzfristig „oben mitspielen“. Darauf, dass gleich sechs Mitkonkurrenten sein Team als Meisterschafts-Tipp nannten, will der akribische Arbeiter aber nichts geben. Mitaufsteiger Weisendorf mit Trainer Georg Lunz ist sich offensichtlich der Qualität im Kader auch bewusst und peilt ebenfalls die „obere Tabellenhälfte“ an. Steinachgrund-Trainer Michael Hahn dagegen bleibt vorsichtig und wäre bereits mit dem Klassenerhalt zufrieden, schwärmt aber vom großen Willen seines Aufstiegs-Teams und den tollen Trainingsbedingungen in Gutenstetten.
Nach dem erst über Umwege geglückten Klassenerhalt in der Vorsaison zeigt sich auch die TSG 08 Roth vorsichtig. Der Verbleib in der BOL hat für Neu-Trainer Toni Coutino (kam von Quelle Fürth) oberste Priorität. Zusammen mit seinen Co-Trainern Alexander Buchta und Frank Reincke will er aber gleichzeitig die Mannschaft weiterentwickeln und damit den Unterbau der Kreisstädter weiter stärken. Die Vorfreude auf diese Spielzeit ist auch ihm anzumerken, wenn er von „einer sehr guten Liga mit viel Qualität und sehr schönen Derbys“ schwärmt, denn „die spielt man sehr gerne.“ Kollege Fatih Aslan vom ATSV Erlangen sieht in der TSG sogar so etwas wie einen „Geheimfavoriten“. Am ersten Spieltag bekommt es Roth im heimischen Sportpark gleich mit Top-Favorit SpVgg Ansbach II zu tun.
Eröffnet wird die Saison am Freitagabend um 19 Uhr mit dem Jura-Derby TSV 60 Weißenburg gegen SV Unterreichenbach. Der gastgebende Landesliga-Absteiger möchte nach der desaströsen letzten Saison wieder in ruhiges Fahrwasser kommen und peilt unter Trainer und Großfeldkoordinator Angelo Giugliano einen Mittelfeldplatz an. Auch er geht von einer recht ausgeglichenen Liga aus, „in der jeder jeden schlagen kann“. Roland Rabus, Jugendleiter bei den „Urus“, peilt mit seinem neuen Trainer Alexander Bühringer nach dem recht souverän geschafften Klassenerhalt in der Vorsaison (Rang fünf) erneut zunächst den Verbleib in der Liga an und bemängelt dabei die eingangs erwähnte Möglichkeit für Mannschaften ohne sportliche Qualiϐikation an dieser Liga teilzunehmen, „denn durch den dadurch hervorgerufenen verschärften Abstieg müssen nun ein Drittel der Mannschaften absteigen.“
Für zusätzliche „Glanz“ in dieser ohnehin schon attraktiven Liga sorgt die Tatsache, dass bei der JFG Wendelstein mit Alberto Mendez seit dieser Saison ein ehemaliger Champions- League-Torschütze des FC Arsenal auf der Trainerbank sitzt. Zusammen mit Orhan Tamer will er mit seinem überwiegend aus dem jüngeren 2007er Jahrgang bestehenden Kader eine sorgenfreie Saison spielen und die Spieler fördern. Wendelsteins sportlicher Leiter Daniel Todić ist diesbezüglich zuversichtlich, auch wenn er die Liga für sehr stark hält. Von Absteiger FSV Erlangen-Bruck wird der JFG sogar eine Favoritenrolle zugetraut. In „Bruck“ selbst will man unter dem Trainergespann Mehmet Sen und Simo Secci nach einem größeren Umbruch „mal schauen“, aber bestenfalls den „Anschluss nach oben halten“. Trainer Fatih Aslan vom ATSV Erlangen möchte mit seinem überwiegend aus dem jüngeren Jahrgang bestehenden Team zunächst nichts mit dem Abstieg zu tun haben („Die Liga ist schwierig einzuschätzen.“). Vielmehr geht der Blick aber in die oberen Tabellenregionen, wo er sein Team auch bereits auf den bald bevorstehenden Wechsel ins Herrenlager ϐit machen will.
„Herausfordernd für unsere U18 und schön regional“ ϐindet Enzo Vitale, sportlicher Leiter bei Quelle Fürth II, die anstehenden BOL-Saison. Ziel ist es dabei den Udž bergang für die Spieler zur U19-Landesliga zu erleichtern. Der gleiche Tenor ist vom letztjährigen Vizemeister SpVgg Mögeldorf II zu hören: als Bayernliga-Reserve sollen die Spieler unter Trainer Alexander Bock bereit für den Schritt in die nächste Jahrgangsstufe gemacht werden. Der einzige Trainer, der in seinem Statement das Wort „Landesliga-Aufstieg“ einfließen ließ, war Tom Bedall vom Post SV Nürnberg, der vergangene Saison den Bezirkspokal gewinnen konnte. Allerdings nicht als primäres Ziel und ohne jegliche Attitüde, denn das Team ist komplett neu aufgestellt. Quasi: Wenn was geht, nehmen wir’s mit…
Favoritentipps U19-BOL 2024/25 (Mehrfachnennungen möglich):
SpVgg Ansbach II: SC 04 Schwabach
ATSV Erlangen: SC 04 Schwabach, TSG 08 Roth
FSV Erlangen-Bruck: JFG Wendelstein
SG Quelle Fürth II: FSV Erlangen-Bruck, JFG Wendelstein, SpVgg Ansbach II
SpVgg Mögeldorf II: (SG) ASV Weisendorf, SpVgg Ansbach II
Post SV Nürnberg: SpVgg Mögeldorf II
SGV Nürnberg-Fürth: Post SV Nbg., JFG Wendelstein
TSG 08 Roth: SC 04 Schwabach, SpVgg Mögeldorf II, FSV Erlangen-Bruck
SC 04 Schwabach: FSV Erlangen-Bruck, SpVgg Mögeldorf II, SpVgg Ansbach II
SVG Steinachgrund: SC 04 Schwabach, SpVgg Ansbach II, SGV Nürnberg-Fürth II
SV Unterreichenbach: SVG Steinachgrund, SC 04 Schwabach
(SG) ASV Weisendorf: SpVgg Ansbach II, SC 04 Schwabach
TSV Weißenburg: SpVgg Ansbach II
JFG Wendelstein: SpVgg Ansbach II
SpVgg Ansbach II
Trainer: Marco Fabritius (neu, von FSV Erlangen-Bruck U17)
Saisonziele: Mittelfeldplatz, Ausbildung der Spieler des 2007er Jahrgangs und Vorbereitung auf die U19 kommende Saison
Favoriten: SC 04 Schwabach
ATSV Erlangen
Trainer: Fatih Aslan (seit Februar 2022)
Saisonziele: oben mitspielen und Mannschaft bereits hinsichtlich des Wechsels in den Herrenbereich vorbereiten
Favoriten: SC 04 Schwabach, TSG 08 Roth
FSV Erlangen-Bruck
Trainer: Mehmet Sen (seit Mai 24), Co-Trainer Simo Secci (seit Juli 24)
Saisonziele: Nach großem Umbruch schauen wir von Spiel zu Spiel und wollen den Anschluss nach oben halten
Favorit: JFG Wendelstein
SG Quelle Fürth II
Trainer: aktuell als Interimslösung Michael Zimmermann
Saisonziel(e): Wir verfolgen mit unsere U18 Junioren zwei Ziele, zu einem den Übergang in die U19 Landesliga im zweiten
Jahr zu erleichtern und, das Ergebnis parallel zu der sportlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle spielt
Favoriten: Sicherlich werden Teams wie FSV Erlangen-Bruck, JFG Wendelstein und die SpVgg Ansbach II eine interessante Rolle in der Saison spielen.
SpVgg Mögeldorf II
Trainer: Alexander Bock seit 07/24 (zuvor: U17 Landesliga als Co-Trainer)
Saisonziel(e): Als U18 das junge Team weiterentwickeln und in der oberen Tabellenhälfte mitspielen
Favoriten: (SG) ASV Weisendorf, SpVgg Ansbach II
Post SV Nürnberg
Trainer: Tom Bedall und Co-Trainer Robert Karkos (beide im dritten Jahr)
Saisonziel: so gut wie möglich abschneiden und vielleicht am Ende sogar den Aufstieg in die Landesliga schaffen
Favorit: SpVgg Mögeldorf II
SGV Nürnberg-Fürth 1883 II
Trainer: Ðaković Oliver (seit 2013), Pušac Saša, Novaković Alexander (beide neu)
Saisonziele: Guten Fußball spielen und die Jungs langsam auf den Herrenbereich heranführen .
Favoriten: Post SV Nürnberg, JFG Wendelstein
TSG 08 Roth
Trainer: Toni Coutino (neu, von Quelle Fürth U18), Co-Trainer Alexander Buchta, Frank Reincke
Saisonziel: Klassenerhalt Mannschaft entwickeln
Favoriten: SC Schwabach 04, SpVgg Mögeldorf II, FSV Erlangen Bruck
SC 04 Schwabach
Trainer: Besmir Duraku (seit 01.07.2021), Co-Trainer Antonio Ramon (seit 01.07.2023)
Saisonziele: Oben mitspielen - Spieler verbessern, weiterentwickeln und an den Herrenbereich heranführen.
Favoriten: FSV Erlangen-Bruck, SpVgg Mögeldorf II, SpVgg Ansbach II
SVG Steinachgrund
Trainer: Michael Hahn, Udo Kölz
Saisonziel: Klassenerhalt so schnell wie möglich zu sichern, was angesichts der möglichen fünf Absteiger eine echte Herausforderung darstellt.
Favoriten: SC 04 Schwabach, die SpVgg Ansbach II, SGV Nürnberg-Fürth II
SV Unterreichenbach
Trainer: Alexander Bühringer (neu), Torsten Schepp (wie bisher), Jörg Reichenberger (wie bisher)
Saisonziel: Klassenerhalt
Favoriten: SVG Steinachgrund, SC 04 Schwabach
(SG) ASV Weisendorf
Trainer: Georg Lunz (seit 2023)
Saisonziel: Obere Tabellenhälfte
Favoriten: Spvgg Ansbach II, SC 04 Schwabach
TSV 60 Weißenburg
Trainer: Angelo Giugliano (seit Juni 2022)
Saisonziele: Weitestgehend eine ruhige Saison zu spielen, Mittelfeldplatz belegen.
Favorit: SpVgg Ansbach II
JFG Wendelstein
Trainer: Alberto Mendez, Orhan Tamer (seit dem 01.07.24)
Ziel: Gute Runde spielen mit vorwiegend jungem Jahrgang
Favorit: SpVgg Ansbach II