
Big Point für den VfL Vichttal! In einem intensiven Top-Spiel bezwingt die Avramovic-Elf den Spitzenreiter Bergisch Gladbach 09 und meldet sich im Aufstiegsrennen zurück. Für die 09er war es erst die zweite Saisonniederlage im laufenden Wettbewerb – und doch hielt sich der Schaden tabellarisch in Grenzen, da die direkte Konkurrenz sich gegenseitig die Punkte wegnahm.
Vor der stattlichen Kulisse von 700 Zuschauern entwickelte sich am Dörenberg von Beginn an eine Partie, die weniger durch spielerische Glanzlichter als durch enorme Physis und Leidenschaft geprägt war. Niklas Valerius brachte die Hausherren kurz vor der Pause per Foulelfmeter in Führung (40.). In der Schlussphase erhöhte Henrik Artz auf 2:0 (83.), ehe Sami Akremi für den Tabellenführer in der 90. Minute nur noch verkürzen konnte.
Vichttals Co-Trainer Sanjin Talic war nach dem Abpfiff sichtlich stolz auf die gezeigte Leistung: „Das Spiel lebte heute weniger von spielerischer Finesse, sondern viel mehr von Einsatz, Laufbereitschaft und körperlicher Präsenz. Durch unseren unermüdlichen Einsatz haben wir diese enge Partie verdient gewonnen und zum ersten Mal in dieser Saison ein Top-5-Team geschlagen. Die Tabellenspitze ist am heutigen Spieltag noch enger zusammengerückt; bei noch 18 zu vergebenden Punkten bleibt es nach unserem Sieg extrem spannend. Die Festung Dörenberg bleibt damit auch in dieser Saison weiterhin uneinnehmbar.“
Für Gladbachs Trainer Kevin Kruth war die Niederlage zwar schmerzhaft, aber letztlich erklärbar. „Wir haben 2:1 in Vichttal verloren, und in der Summe ist die Niederlage wohl auch verdient, da der Gegner mehr Intensität und Galligkeit ins Spiel gebracht hat als wir. Wir hatten zwar Phasen, in denen wir präsent waren, aber es gab eben auch Phasen, in denen Vichttal durch die bloße Präsenz im Vorteil war. Das 1:0 fiel durch einen Elfmeter – nicht glasklar, aber man kann ihn geben. Gegen Ende haben wir natürlich aufgemacht und durch einen Konter das 2:0 kassiert“, so Kruths Analyse.
Trotz der späten Aufholjagd reichte es nicht mehr für einen Punktgewinn: „In den letzten 30 Minuten der zweiten Halbzeit war das dann wieder ein Auftritt, wie wir ihn uns vorstellen, zumindest was das Thema Glaube und Wille angeht. Da hatten wir gute Gelegenheiten durch Amaadacho oder Akremi, machen das 2:1 aber erst in der 90. Minute zu spät, da das Spiel kurz darauf abgepfiffen wurde.“
In der Tabelle bleibt Gladbach zwar mit vier Punkten Vorsprung auf den Siegburger SV vorn, doch das Feld rückt zusammen. Vichttal hat durch den Dreier mit dem Dritten Eintracht Hohkeppel (beide 49 Punkte) gleichgezogen und liegt nur noch fünf Zähler hinter dem Primus. Kruth blickt dennoch gefasst nach vorn: „Das ist ärgerlich, aber jetzt müssen wir die Jungs wieder aufrichten, das Spiel analysieren und den Fokus auf die nächste Woche richten. Tabellarisch ist zum Glück nicht viel passiert: Vichttal ist zwar wieder da, aber wir haben immer noch vier Punkte Vorsprung auf den zweiten Platz. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und starten damit wieder am Dienstag.“