
Bittere Nachrichten für den VfL Denklingen. Tormaschine Simon Ried hat sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen und muss lange pausieren.
Denklingen – Wenn man in diesen Tagen mit Markus Ansorge (58) spricht, merkt man schnell, dass der Trainer von Bezirksligist VfL Denklingen alles andere als eine fröhliche Vor-Weihnachtszeit erlebt. Da ist zum einen die erst vor kurzem beschlossene und verkündete Trennung zum Ende der Saison: Ein etwas überraschendes Aus nach sechs Jahren für den Mann, der wie kein anderer für die Bezirksliga-Erfolgsgeschichte des „Dorfvereins“ steht (Aufstieg 2019 und bislang vier Spielzeiten in der Bezirksliga) und gerne noch zumindest eine Saison bei „seinem“ VfL weitergearbeitet hätte.
Und da ist zum anderen eine schwere Verletzung seines seit Jahren erfolgreichsten Torschützen, der wie kein anderer im Landkreis Landsberg seit mehr als einem Jahrzehnt trifft und trifft und trifft: Tor-Garant Simon „Simba“ Ried (30), mit 15 Treffern in 18 Spielen erfolgreichster Denklinger und aktuell zweitbester Goalgetter der gesamten Liga, muss lange pausieren. Ansorge fürchtet sogar, dass sein gefährlichster Angreifer die komplette Rückrunde ausfällt.
Ein herber Verlust für den Tabellen-Achten, dessen Klassenerhalt noch lange nicht in trockenen Tüchern ist. Was war passiert? Ried, Sohn der Landsberger „Kufen-Legende“ Jockl, spielt nicht nur für den VfL Denklingen, sondern in der Fußball-freien Zeit auch leidenschaftlich gerne Eishockey – und das sogar für zwei Vereine, für die „Lechroaner“ (da gemeinsam mit dem Pflugdorfer Motorrad-As Marcel Schrötter), sondern auch für den EV Lengenfeld (Gemeindeteil von Oberostendorf im Ostallgäu). Im Trikot des EV verletzte er sich vor gut zwei Wochen bei einem „ganz normalen Zweikampf“, wie er selbst sagt, an der linken Schulter: „Alle Bänder waren ab und die Bizepssehne angerissen“, erzählt er.
„Ich hoffe sehr, dass ich in der Schlussphase noch mal eingreifen kann.“
Simon Ried.
Ried wurde in Seefeld (Landkreis Starnberg) operiert, musste zwei Nächte im Krankenhaus bleiben – eine ganz neue Erfahrung für den Sportler nach über 312 Fußballspielen im Herrenbereich: „Meine erste ernsthafte Verletzung und meine erste Operation“, so der 193-Tore-Mann (seit 2012), dem Anfang der Woche die Fäden gezogen werden.
Wie lange er dann aussetzen muss, steht in den Sternen: „Ich weiß es selbst nicht“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das hängt vom Heilungsverlauf ab. Aber bei Kontaktsport muss man von vier Monaten Pause ausgehen. Immerhin tut es meiner Leiste gut, dass ich zur Zeit nichts machen kann.“ Ried plagte sich seit April mit Leistenproblemen herum, konnte seither nie schmerzfrei Fußball spielen. „Simba“ hat die aktuelle Bezirksliga-Saison (endet am 17. Mai) aber noch nicht ganz abgeschrieben: „Ich hoffe sehr, dass ich in der Schlussphase noch mal eingreifen kann.“
Und was sagt Denklingens Top-Torjäger zur bevorstehenden Neu-Ausrichtung auf der Trainer-Position? „Ich weiß, dass es ihn sehr mitnimmt, zumal wir in der langen Zeit Freunde geworden sind. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn Markus noch weitergemacht hätte.“
Der allerdings sucht nach einer neuen Aufgabe, denkt noch lange nicht ab eine Pause als Trainer: „Von Bezirksliga aufwärts wäre die neue Mannschaft für mich auf jeden Fall interessant“, freut sich der Coach, der bereits den SV Raisting in der Landesliga trainiert hat, und eine Dreiviertel Stunde Fahrzeit für einen neuen Trainer-Job problemlos in Kauf nehmen würde, auf Anfragen.