
Schloß Holte-Stukenbrock. Es war genau 15.45 Uhr, als am Sonntagnachmittag, 15. März, aus der Fankurve der treuesten Holter Zuschauer erstmals lauter Gesang ertönte. „Allez, Holter Löwen, allez!“, sangen unter dem Tribünendach die Fans des VfB Schloß Holte, der soeben das Derby der Fußball-Landesliga 1 gegen den SV Avenwedde nach 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung gedreht hatte. Verdient stand am Ende ein 4:2 (2:1)-Erfolg gegen „Bonewie“, das gute erste 25 Minuten gezeigt hatte, – und der erste Dreier für den VfB im Jahr 2026.
„Wir haben uns endlich belohnt! Die Jungs haben wieder ihre Sicherheit gewonnen, du hast zwischen den Mannschaftsteilen gemerkt, dass es wieder passt. Wir haben super nach vorne umgeschaltet und sind in die Zweikämpfe gekommen“, freute sich VfB-Coach Kevin Kröger nach der Partie.
Der 33-Jährige spielte dabei auf die Phase nach den ersten gut 25 Minuten an, die der Gast aus Avenwedde dominiert hatte. Nach einem Abspielfehler (Kröger: „Da haben wir ein schönes Geschenk verteilt“) schnappte sich der erfahrene Ugur Pamuk die Kugel, umkurvte Holtes Schlussmann Robin Brüseke und traf zum frühen 1:0 für „Bonewie“ (4.). Die etwa 350 Zuschauer – darunter nach dem Vorfall in Dornberg auch einige Ordner in gelben Westen – sahen im Anschluss eine Großchance von Münib Gül sowie einen Pfostentreffer nach Freistoß von Filippo Niemetz, während der VfB zunächst harmlos blieb.
„Wir haben hochverdient 1:0 geführt und hatten große Chancen. Zwischen dem 1:3 und 2:4 fand ich uns dann bodenlos. Das hatte mit Landesliga nichts zu tun, das war mehr eine Einzelsportart. Wir haben uns mehr mit den Zuschauern und dem Schiedsrichter beschäftigt und unsere Linie komplett verloren“, ärgerte sich Avenweddes Trainer Miron Tadic nachher.
Rechtzeitig hatten die Holter Löwen damit begonnen, ihre Zähne zu fletschen. Nach Maximilian Ulrichs schönem Freistoß traf Carlo Odenius per Kopfball zum 1:1-Ausgleich (28.) gegen seinen Ex-Verein, für den er bis zum Sommer 2025 gespielt hatte. Die Mannschaft von Kevin Kröger war nun drin im Spiel und übernahm die Initiative. Ein Eckball des überragenden Robin Hofmann, der drei Treffer direkt vorbereitete, fand den Kopf von Joker Daniel Fröse, der zum 2:1 traf (42.). SVA-Schlussmann Piet Hanhörster war am Ball vorbeigesegelt.
Nach dem Seitenwechsel erlebte diesmal der VfB einen Traumstart: Robin Hofmanns Flanke fand wie aus dem Lehrbuch im Zentrum Julian Lakämper, der per Kopfstoß unhaltbar für Hanhörster auf 3:1 erhöhte (47.). Endgültig entschieden war das Derby dann, als „Lucky“ nur sieben Minuten darauf erneut ein Hofmann-Zuspiel freistehend zum 4:1 verwertete (54.).
Ugur Pamuk setzte in der Schlussphase immerhin noch einen guten Schuss ab, den Robin Brüseke im Kasten der Holter indes bravourös abwehrte (77.). Levent Kaplan nutzte einen Fehler in der VfB-Abwehr zum 2:4-Anschluss aus Gästesicht (78.), doch weil Brüseke auch Leard Hasanis Schuss parierte (90.), stand am Ende der nächste Heimsieg für den VfB fest.
VfB Schloß Holte: Brüseke – Pfeiffer, Just (90. Spada), Giebel, Hofmann – Ulrich (77. L. Klippenstein), Böhme (21. Fröse), Räker – Odenius (84. Brummel) – Lakämper, K. Klippenstein (87. Schubert).
SV Avenwedde: Hanhörster – Kirchgessner, Plucinski, Oberschelp (31. Öksüz), Ehlers (46. Braun) – Kanber (60. Matulin), Hasani, Niemetz, Kutluhan (71. Kaplan) – Gül (46. Kamerolli), Pamuk.
Tore: 0:1 Pamuk (4.), 1:1 Odenius (28.), 2:1 Fröse (41.), 3:1 Lakämper (47.), 4:1 Lakämper (54.), 4:2 Kaplan (78.).
Schiedsrichter: Florian Greger (FC Siddessen).
Zuschauer: etwa 350.