
Mit der Niederlage gegen den ETB SW Essen hat sich die Ausgangslage für die Fußballer des VfB Hilden im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg verschlechtert, denn die Hildener stehen zwar weiter auf dem zweiten Platz, nun aber punktgleich mit Verfolger KFC Uerdingen, der jedoch den direkten Vergleich mit zwei Siegen für sich entschied.
Abseits des Platzes liefert der Vorstand des VfB 03 bei der Beantragung der Regionalliga-Lizenz für die nächste Saison hingegen eine Punktlandung. Denn am Mittwochabend ging ein Schreiben der Stadt Hilden Beteiligungsgesellschaft mbH (SHB) an den Westdeutschen Fußballverband. „Wir haben dem Verband bestätigt, dass wir aus technischer Sicht die Bezirkssportanlage am Bandsbusch nach den Vorgaben des Verbandes regionalliga-tauglich herstellen“, sagte Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider auf Nachfrage unserer Redaktion. Das bedeutet, dass bis zum ersten Regionalliga-Spieltag der neuen Saison am 31. Juli 2026 der Zugang („Löwengang“) zur Stehtribüne des Naturrasenplatzes, aber auch der Gästebereich selbst mit einem fest installierten Zaun gesichert ist.
Die Baumaßnahme, für die rund sechs Wochen veranschlagt werden, segnete der Aufsichtsrat der SHB, in dem alle Fraktionen vertreten sind, am Mittwoch einstimmig ab. „Das ist ein Signal, dass man setzen will als anerkennende Leistung für den Verein und seine Arbeit“, erläutert Schneider und ergänzt: „Wenn der VfB den Aufstieg in die Regionalliga schafft, gehört er zu den Top-100-Teams in ganz Deutschland und ist damit auch ein Aushängeschild für Hilden. All diese Aspekte hat man abgewogen. Die Maßnahme ist auch im städtischen Interesse und wurde deshalb einstimmig beschlossen.“
Die Kosten liegen im sechsstelligen Euro-Bereich, werden aber nicht allein von der Kommune getragen, sondern auch der VfB 03 muss einen Anteil übernehmen. „Ohne die Baumaßnahme müsste der Verein in ein anderes Stadion wechseln – das wäre viel teurer und auch nicht gut fürs Image“, erklärt Schneider. Das Stadion am Zoo in Wuppertal, die IMS-Arena in Velbert oder das Paul-Janes-Stadion in Düsseldorf wären Alternativen.
„Wir beteiligen uns mit einer Summe, die wir erst einmal aufbringen müssen“, bestätigt Daniel Wittke die frohe Kunde. Mehr ins Detail gehen möchte aber auch der VfB 03-Vorsitzende nicht. Will heißen: Weder die konkreten Kosten für die Baumaßnahme noch den finanziellen Anteil des Vereins wollen beide Parteien nennen. Wittke stellt aber klar: „Wir haben das schon kalkuliert beim Antrag auf die Regionalliga-Lizenz. In dem Formular mussten wir wirtschaftliche Angaben zur vergangenen sowie der aktuellen Saison machen und auch eine Prognose für die neue Saison abgeben. Der Finanzvorstand hat sich zusammengesetzt und die Ausgaben realistisch beleuchtet, die in den zukünftigen Wirtschaftsbetrieb einfließen.“
In der vergangenen Spielzeit belief sich der Etat für die Oberliga nach früheren Angaben auf rund 250.000 Euro – eine Höhe, der Daniel Wittke aktuell nicht widerspricht. Sollte der VfB 03 den Aufstieg in die Regionalliga schaffen, werden sich die Ausgaben nur unwesentlich, zum Beispiel inflationsbedingt, erhöhen – wenn es nach dem Vorstand geht. Sportlich eine Klasse höher wollen die VfB 03-Verantwortlichen also finanziell das Oberliga-Niveau halten. „Wir haben die Verträge so verlängert, dass wir auch weiterhin in der Oberliga agieren können bei den Einnahmen, die wir hatten“, sagt Wittke.
Für den Vorsitzenden ist die Rechnung aufgrund eines vereinbarten Leistungsprinzips ganz einfach. „Es kommt am Ende auf die Punktzahl an, die wir haben. Ob wir die gleiche Punktzahl in der Regionalliga erzielen wie jetzt, bezweifle ich. Wenn wir aufsteigen, wollen wir den Klassenerhalt und nicht direkt den Aufstieg in die 3. Liga schaffen.“ Aktuell haben die Hildener 56 Zähler auf dem Konto. „In der Regionalliga werden es vielleicht 30 bis 40“, schätzt Wittke, der zudem mit Blick auf das Sponsoring noch Entwicklungspotenzial sieht: „Einige Sponsoren zahlen etwas mehr, wenn wir aufsteigen, andere stehen in den Startlöchern – es eröffnet sich also ein ganz neuer Pool.“
60 bis 70 Prozent der Spieler im aktuellen Kader sollen bis jetzt ihren Vertrag verlängert haben. „Es gibt ein paar Positionen, die neu aufgestellt werden müssen“, verrät Wittke, dass einige Fußballer kein neues Arbeitspapier bekommen. „Das sind aber eher Leute, die bislang in der zweiten Reihe gestanden haben. Bis auf die, die ihre Schuhe an den Nagel hängen.“ Im Moment ist also viel Bewegung drin im VfB 03. Dessen ungeachtet arbeitet Chefcoach Tim Schneider, der seinen Vertrag ebenfalls nicht verlängert bekam, mit der Mannschaft unverdrossen weiter am Meistertraum. Immerhin sind noch fünf Spieltage zu absolvieren – und da kann noch viel passieren.
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