2025-04-02T15:12:16.030Z 1743687873027

Spielbericht
Der VfB 03 Hilden hat es mit dem SV Scherpenberg zu tun.
Der VfB 03 Hilden hat es mit dem SV Scherpenberg zu tun. – Foto: Michael Mietz

VfB 03 Hilden: Erfolgsgeheimnis Spielfreude

Der Sportliche Leiter Toni Molina ist nach einer intensiven Vorbereitung nicht wirklich überrascht vom starken Start des Hildener Oberliga-Teams, hält aber vor dem Pokalduell beim Landesligisten SV Scherpenberg den Ball flach.

Für die Fußballer des VfB 03 Hilden herrscht derzeit eitel Sonnenschein. Zum Auftakt der deutliche 4:1-Erfolg über die Sportfreunde Baumberg, immerhin amtierender Oberliga-Meister. Dann der 3:0-Heimsieg gegen den SV Sonsbeck – und der dritte Streich folgte auf dem Fuß, denn mit dem 3:3 beim Regionalliga-Absteiger SSVg Velbert setzen die Hildener ein weiteres Ausrufezeichen. In der IMS-Arena lieferte die Mannschaft von Tim Schneider erneut eine beeindruckende Vorstellung, einzig das i-Tüpfelchen in Form von drei Punkten fehlte.

Sieben Punkte, 10:4 Tore und Platz vier in der Tabelle, das lässt das Herz der VfB 03-Fans höher schlagen. Eine Ausbeute, die auch Toni Molina genießt, doch der Sportliche Leiter ist weit davon entfernt abzuheben. „Vor der Saison hätte ich das nicht geglaubt, aber in der Vorbereitung hat es sich schon leicht angedeutet, dass wir konkurrenzfähig für die obere Hälfte sind“, sagt der 51-Jährige und schiebt gleich die Erklärung hinterher: „Die jungen Spieler werden immer besser, die erfahrenen immer konstanter – die Mischung stimmt einfach.“

Hildener spielen offensiv

Vor allem das gute Torverhältnis registriert er wohlwollend. „Unsere offensive Spielweise ist gut. Das liegt mir, hat mir als Trainer immer besonders viel Spaß gemacht.“ Diese ambitionierte Gangart registrierte er auch im Duell beim Regionalliga-Absteiger SSVg: „Wir standen auch gegen Velbert gut, haben aber drei Tore durch dumme Fehler reinbekommen.“

Am Ende reichte es wenigstens zum Unentschieden, weil Nick Sangl beherzt einen Handelfmeter zum 3:3 verwandelte. Dabei zählt die Defensivkraft nicht zu den regulären Elfmeterschützen, doch der 24-Jährige schnappte sich den Ball und schritt entschlossen zur Tat. „Das hat mich auch erstaunt, war aber die richtige Entscheidung – bei einem der ganz jungen Spieler hätte ich etwas Bammel gehabt. Nick hat aber in der zweiten Halbzeit richtig toll gespielt und ist ja nicht mehr ganz so jung“, erzählt Molina. „Die Jungs haben bis zum Schluss an sich geglaubt“, unterstreicht Chefcoach Tim Schneider das Selbstbewusstsein seiner Truppe. Von Druck ist im Trainer-Team in diesen Anfangswochen nichts zu spüren.

Zwischenbilanz nach zehn Spielen

„Nach zehn Spielen schauen wir, wo wir stehen“, ist auch Toni Molina tiefenentspannt. „Mir gefällt einfach die Art und Weise, wie wir spielen – das Produkt davon sind die sieben Punkte. Wir haben in der Vorbereitung viel daran gearbeitet, dass wir die Dinge spielerisch lösen. Wenn wir gute Arbeit leisten, kommen auch die Ergebnisse“, sagt er, stellte aber ebenfalls fest: Im Sport ist es ein Gewinnen und Verlieren. Du kannst nicht immer auf der Seite des Lächelns sein. Wenn es mal nicht so läuft, dann ist es so.“ Als Schlüsselspieler in der Offensive sieht Molina Pascal Weber. „Für mich ist Calli der beste spielende Mittelstürmer – das ist ein Fußballer. Er kann aus der Tiefe kommen, aber auch mal einen Kopfball gewinnen.“

Mit dieser Analyse verabschiedet sich Molina in den Urlaub, nennt aber noch seine Vorstellungen: „Ich erwarte, dass wir weiterhin so gut spielen – mal sehen, was dann dabei herauskommt. Die Mannschaft soll ihre Spielweise konsequent und selbstbewusst durchziehen und nicht auf die Ergebnisse schauen, denn das wäre eine Behinderung der spielerischen Entwicklung.“

Bereits am Sonntag können die Hildener diese Worte mit Leben füllen, denn in der zweiten Runde des Niederrheinpokals treten sie beim SV Scherpenberg an. Ein Landesligist, der mit 16 Abgängen und 14 neuen Spielern einen großen Umbruch meistern muss und der mit Chefcoch Christian Mikolajczak und Co-Trainer Gregor Grillemeier zwei Ex-Profis in verantwortlicher Position hat. In der vergangenen Saison landete die Mannschaft in der Gruppe 2 am Ende auf Rang sechs, will in dieser Spielzeit aber weiter oben angreifen. Wenn es nach dem Willen des klassenhöheren VfB 03 geht, soll aber für die Scherpenberger im Niederrheinpokal schon jetzt Endstation sein.

Aufrufe: 07.9.2024, 09:00 Uhr
RP / Birgit SickerAutor