2025-04-02T15:12:16.030Z 1743665936594

Interview
– Foto: © Cindy Scholz

Verfolgerduell = Spitzenspiel?

Oder doch nicht. Der TSV Gera-Westvororte und der 1. FC Greiz sind aktuell die "Jäger" der Überflieger aus Kahla.

Doch haben beide Vereine überhaupt das Selbstbild bereits ein Spitzenteam zu sein? Und was erwarten die beiden Trainer vor dem direkten Duell am Wochenende? Diese Fragen hat FuPa Thüringen Daniel Gehrt und Chris Schiller gestellt...

FuPa Thüringen: Ihr seid zwei Spitzenteams der Liga. Wie beurteilt ihr eure Entwicklung?

Daniel Gehrt: Wir sind zufrieden, wie es sich aktuell darstellt. Im letzten Jahr haben wir viel Lehrgeld nach dem Abstieg bezahlt. Wir mussten lernen in einer kämpferisch, aber auch fußballerischen guten Landesklasse erfolgreich zu sein. Nach der guten Rückrunde haben wir die Form in die aktuelle Saison mitgenommen. Nicht nur auf dem Fußballplatz sondern auch im Verein tut sich aktuell sehr viel. Wir haben beste Voraussetzungen um erfolgreich zu arbeiten. Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, dann haben wir einfach eine gute Mannschaft und sind zwangsläufig erfolgreich. So holt man sich auch mal das Momentum auf seine Seite, was letztes Jahr noch anders gewesen wäre. Natürlich haben wir noch sehr viel Arbeit. Aber aktuell können wir in der noch sehr jungen Saison sehr zufrieden sein. Das sieht man Woche für Woche an den Ergebnissen in der Liga. Außer Kahla gibt es keine überdurchschnittliche Mannschaft aktuell in der Liga. Es geht also darum Spieltag für Spieltag den Fokus zu richten. Bekommt man dies hin, ist man mit einer individuell gut besetzten Mannschaft punktetechnisch gut dabei.

Chris Schiller: Das Wort "Spitzenteam" habe ich in den letzten Wochen häufiger im Umfeld gehört. Es ist eine Momentaufnahme und die Jungs müssen sich das Woche für Woche neu erarbeiten - durch gute Leistungen am Spieltag und eine gute Einstellung zum Training. Überrascht von den Leistungen und den Ergebnissen bin ich nicht. Im Gegenteil, da haben wir sogar noch drei bis sechs Punkte liegen lassen. Auch in der vergangenen Saison hatten wir bereits ein gutes Team, was wir im Sommer punktuell verstärken konnten. Die Neuzugänge tun unserer Mannschaft sehr gut. Dadurch wurde der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams enorm gestärkt. Natürlich konnten wir durch Himmer, Herold, Diallo, Gneupel und Nahr außerdem auch an Qualität auf dem Feld gewinnen. Alle haben sich super in die Mannschaft integriert. Das hat ihnen das Team meiner Meinung nach auch sehr leicht gemacht, was ein gutes Zeichen ist.

Daniel Gehrt & Niklas Schäfer sind zufrieden mit der Entwicklung in Scheubengrobsdorf.
Daniel Gehrt & Niklas Schäfer sind zufrieden mit der Entwicklung in Scheubengrobsdorf. – Foto: © Reimar Tiesler

FuPa Thüringen: Was für ein Spiel erwartet ihr gegeneinander? Wie schätzt ihr den Gegner ein und worauf wird es ankommen, um als Sieger vom Feld zu gehen?

Daniel: Greiz würde ich das ähnlich bescheinigen wie uns. Wir haben in der Vergangenheit häufig gegeneinander gespielt. Auch sie nehmen eine sehr gute Entwicklung. Die Spiele waren immer eng und auch giftig. Es wird ein klares 50:50-Spiel. Beide kennen sich gut und jeder weiß was einen erwartet. Ich erwarte ein sehr gutes Landesklasse-Fußballspiel. Ich freue mich riesig draus und es ist immer fair zugegangen. Ich denke es wird ein gutes Landesklasse-Spiel, in dem am Ende die Tagesform entscheiden wird. Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir mit den gestellten Aufgaben umgehen können. Dementsprechend haben wir einen guten Tabellenplatz, den wir behalten wollen.

Chris: Wir freuen uns in erster Linie auf das Spiel. Das es ein Topspiel ist haben sich die Jungs über die vergangenen neun Spieltage verdient. Jetzt zählt es auf dem Platz. Wir haben aber kein Druck und können das Spiel, vor einer hoffentlich guten Kulisse, genießen. Mit Westvororte kommt einem echtes Spitzenteam zu uns als Favorit auf den Tempelwald. Die letzten Duelle gegen Westvororte, alle auf dem kleinen Platz in Gera, liefen für uns nicht gut. Aber am Samstag spielen wir in unserem Wohnzimmer und haben nichts zu verlieren. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, mit ganz viel Energie und Leidenschaft. Durch die Witterung und den entsprechenden Platzverhältnissen erwarte ich kein technisch hochklassiges Spiel. Viel wird über Körperlichkeit, Kopfballspiel und ruhende Bälle entschieden werden. Da wird auch der zweite Ball extrem entscheidend sein. Ich denke Westvororte wird großen Respekt vor unserer Offensivpower haben.

Aufrufe: 025.10.2024, 09:00 Uhr
André HofmannAutor