Im letzten Teil unseres Rückblicks auf die Kreisklassen im Spielkreis Amberg/Weiden beschäftigen wir uns mit der Südstaffel, also mit den Mannschaften aus der Region um Amberg. Beginnen wollen wir - wie immer - mit den Teams, die die größten Ambitionen besitzen, die Liga nach oben zu verlassen, will heissen, die den Sprung in die Kreisliga schaffen wollen. Während nun in den Kreisklassen Ost und West an der Tabellenspitze noch vor der Winterpause schon eine Art Vorentscheidung gefallen ist, ist dies im Süden noch nicht der Fall. Hier ist noch völlig offen, wer am Ende als Erster die Ziellinie überschreitet.
Als Tabellenführer überwintert die DJK Ursensollen (1./44), gefolgt vom SC Germania Amberg (2./41), der drei Zähler weniger auf der Habenseite besitzt. Mit schon sieben bzw. acht Punkten Rückstand auf Platz 1, aber in Reichweite zu Platz 2 rangieren der Kreisligaabsteiger DJK Ensdorf auf der 3 und die vor der Saison neu gegründete Spielgemeinschaft aus Michaelpoppenricht und Traßlberg auf dem 4. Tabellenplatz. Das heisst im Klartext, dass die Roth-Elf aus der Vilsstadt nicht nur nach oben schauen darf, sondern auch gegenüber den beiden lästigen Mitstreitern um den Vizemeistertitel die zweite Stufe auf dem "Stockerl" verteidigen muss. Es ist also eng in den oberen Gefilden der Südgruppe, die Restrückrunde beherbergt also noch mächtig Spannung beim Hauen und Stechen um die begehrten ersten beiden Tabellenplätze.
DJK Ursensollen (1. Platz, 44 Punkte, 14-2-2, 51:20 Tore)
Nach dem Abstieg aus der Kreisliga 2016 und seitdem mehreren Versuchen, dorthin zurückzukehren (die DJK beendete die sieben Spielzeiten drei Mal auf der 3, zweimal auf Platz 4 und zwei Mal auf Platz 5), möchte die Truppe von Spielertrainer und Torjäger Thomas Kotzbauer in dieser Spielzeit den Sprung nach oben endlich schaffen. Bei erst zwei Niederlagen und zwei Unentschieden präsentierten sich die Mannen um Kapitän Sven Weizer stabil und stets hochkonzentriert. Kann sie diese konstante Leistung auch in der Restrückrunde auf den Platz bringen, stehen die Aussichten gut, sich den großen Wunsch zu erfüllen, in der kommenden Saison im Starterfeld der höchsten Liga des Kreises zu stehen. Zugute kommt den Schwarz-Roten zudem, dass man in den verbleibenden acht Partien fünf Mal zuhause antreten darf und zudem von den Mitstreitern oben nur noch auf die Germania aus Amberg trifft, die man ebenfalls auf dem Platz an der Hohen Leite empfängt.
Dass es die Ursensollener mit der aktuell besten Ausgangsposition endlich schaffen wollen, in die "alte Heimat" Kreisliga zurückzukehren, machen die Worte ihres Coaches Thomas Kotzbauer deutlich: "Die bisherigen Ergebnisse der Saison sind als sehr zufriedenstellend zu bewerten. Die Analyse der 18 bisherigen Spiele ergibt, dass die Mannschaft durchgängig konstante und fokussierte Leistungen gezeigt hat. Sowohl die individuellen Leistungen, als auch das Mannschaftsspiel haben sich deutlich verbessert. Die erzielten Ergebnisse, das Torverhältnis sowie der erste Tabellenplatz sind Beleg für die erfolgreichen Leistungen meiner Mannschaft. In der Rückrunde muss es das Ziel sein, die Leistungen der Hinserie zu bestätigen. Dazu ist es erforderlich, dass die Mannschaft sowohl in der Defensive als auch in der Offensive geschlossen auftritt. Folglich besteht die Möglichkeit, bis zum Ende der Saison den ersten Tabellenplatz zu behaupten, was selbstverständlich auch das erklärte Ziel ist", so der DJK-Spielertrainer.
Germania Amberg (2. Platz, 41 Punkte, 13-2-3, 47:23 Tore)
"Wir machen jetzt erst einmal Pause und greifen in einer sicherlich starken Kreisklasse Süd - einige Vereine rüsten mächtig auf - wieder an. Meine junge Mannschaft wird bestimmt wieder eine gute Rolle spielen können", so Thomas Roth, der Chefanweiser der im Relegationsspiel gegen die SpVgg Windischeschenbach unterlegenen Truppe aus dem Amberger Norden unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Und nun, sie tut es tatsächlich und spielt wieder eine gute Rolle, mischt bei der Vergabe der beiden Aufstiegsplätze sogar erneut kräftig mit. Dabei gelang ihr trotz der wegen der Relegation verkürzten Sommerpause ein glänzender Start in die neue Saison, erst am achten Spieltag - zuhause gegen Primus Ursensollen - musste sie erstmals kleinbei geben. Eine Einbuße, die Wirkung zeigte, denn eine Woche später unterlag man dann auch völlig überraschend in Kümmersbruck. Nach drei Siegen in Folge ging setzte es in Ensdorf ein 0:2, ehe die Roth-Crew zum Jahresschlussspurt ansetzte. Fünf Dreier in Folge hievte sie auf Platz 2, der Ligathron bei nur drei Zählern Abstand in greifbarer Nähe.
Cheftrainer Thomas Roth ist vom bislang Gezeigten sehr angetan, hadert jedoch mit den aus seiner Sicht unnötigen drei Einbußen. "Wenn man den Tabellenplatz und die gesammelten Punkte betrachtet, sind wir natürlich total zufrieden. Wir haben letzte Saison Relegation gespielt und verloren. Man weiß nie, in welche Richtung es geht, wenn man so etwas Negatives erleben musste. Davon auszugehen, dass es in der neuen Saison wieder so läuft, ist nicht selbstverständlich, das sieht man an den Teams, die auch in der Relegation waren und heuer nicht ansatzweise daran anknüpfen können. Deshalb möchte ich ein dickes Lob an unsere Spieler aussprechen, die so fleißig und intensiv daran gearbeitet haben, dass wir heuer wieder da oben mit dabei sein können. Außerdem möchte ich erwähnen, das so eine Saison nicht möglich wäre ohne die Unterstützung der Spieler aus der A-Klasse und unseren Oldies. Die Punktverluste die wir uns geleistet haben, tun weh, denn vor allem bei den drei Niederlagen konnten wir nicht ansatzweise unser Potential abrufen und haben deshalb verdient verloren.
Was haben wir uns für die Restrückrunde vorgenommen? Es sind nur noch acht Spiele, da wird jeder Fehltritt entscheidend sein. Das heißt, wir müssen uns intensiv vorbereiten und vor allem alle an einem Strang ziehen. Dazu gehört natürlich auch ein optimaler Start in die Rückrunde. Nur wenn uns das gelingt, haben wir die Möglichkeit, einen der beiden begehrten Plätze zu erreichen. Zwei Spielzeiten nacheinander oben mitzuspielen, ist für uns keine Selbstverständlichkeit, deshalb haben wir schon ein Ziel erreicht. Der Tabellenführer macht momentan einen zu stabilen Eindruck, ich weiß nicht, ob es für ganz oben reicht. Aber wir wollen, wie die anderen Teams auch, bis zum Ende um die oberen Plätze mitspielen. Es wird auf jeden Fall eine spannende Rückrunde, auf die sich alle Fans freuen können", so das ausführliche Statement des Coaches der Germania.
DJK Ensdorf (3. Platz, 37 Punkte, 11-4-3, 52:23 Tore)
Nach dem letztjährigen "Seuchenjahr" in der Kreisliga musste die DJK nach vielen Jahren in Bezirks- und Kreisliga erstmals wieder in den saueren Apfel des Abstiegs in die Kreisklasse beißen, dort wo sie zuletzt 2008 am Start war. Gerade einmal vier Siege landete die Eckl-Truppe in 26 Partien, um am Ende auf Platz 14 eine schwierige Saison zu beenden. Dass das Selbstbewusstsein im Sommer nicht groß sein würde, war klar. Man war also gespannt, wie sich die Jungs in neuer Umgebung zurechtfinden würden. Und die Misserfolgserie wirkte auch noch in den ersten Partien, der Saisonstart verlief weniger prickelnd. Nach und nach stabilisierte sich die DJK allerdings und brachte ihre Qualitäten auf den Platz. Auch wenn man sich ab und an einen Ausrutscher leistete (beispielsweise das 1:3 gegen Großalbershof oder das finale 2:2 gegen Bergsteig), das Gefühl, sich für gute Leistungen belohnen zu können, war zurück und trug die DJK bis hinauf auf Platz 3, der Keil zum Aufstiegsrelegationsplatz ist nur vier Zähler dick.
DJK-Coach Oliver Eckl beschreibt ausführlich die positive Entwicklung in Ensdorf, mit der er sehr zufrieden ist: "Leider mussten wir vergangene Saison viele Niederlagen hinnehmen, somit auch den Abstieg in Kreisklasse antreten. Das Ziel war nun, wieder die Freude am Sport zu gewinnen und uns trotzdem sportlich zu stabilisieren. Beides ist uns bisher gelungen. Natürlich hatten wir einen schlechten Start, auch waren schwache Partien dabei, in denen wir nicht überzeugen konnten. Allerdings überwiegen die guten Spiele, Siege und positiven Eindrücke. Wir sind aktuell mit der Entwicklung der jungen Spieler sehr zufrieden. Oft sind da Leistungskurven normal, sind aber dabei, immer stabiler zu werden.
Natürlich will man den maximalen Erfolg, dazu ist aber eine sehr gute Vorbereitung und auch Spielglück in der ein oder anderen Partie nötig, um zumindest den zweiten Platz zu erreichen. Das steht aber jetzt nicht im Vordergrund, es gilt stabiler zu werden und weniger Fehler im Spiel nach vorne zu machen, dann kommt auch der Erfolg. Wir machen keinen Druck, wäre nach so einer Saison wie letztes Jahr auch das falsche Signal. Freude am Fußball, dass ist das Wichtigste! Ob wir unser Ziel erreichen? Meines Erachtens haben wir schon viel geschafft. Wir haben Spaß an dem was wir tun, Training und Spiel sind keine Pflicht mehr, wir gehen wieder gern und das braucht es auch. Und wenn man fleißig ist, wird man auch erfolgreich sein", so ein Optimismus versprühender Ensdorfer Trainer.
SG SV Michaelpoppenricht/Traßlberg (4. Platz, 36 Punkte, 11-3-4, 53:23 Tore)
Es ist fast genau ein Jahr vergangen, seitdem die geplante Spielgemeinschaft des SV Michaelpoppenricht mit dem SVL Traßlberg als beschlossene Sache vermeldet wurde: Ab der Saison 2024/25 sollten die beiden in der Kreisklasse Amberg Gruppe Süd beheimateten Vereine nun ein gemeinsames Trikot tragen. Die sportliche Verantwortung hatten die Verantwortlichen beider Vereine an einen „Neuen“ übertragen. Andreas Schinhammer leitete mit Beginn der Saisonvorbereitung die Geschicke der SG. Was durfte man von dieser neu zusammengestellten Truppe erwarten? Die Verantwortlichen waren optimistisch, dass man sich gut präsentieren würde, das Saisonziel wurde mit "oben mitspielen" dementsprechend optismistisch formuliert. Und - die Spielgemeinschaft schlägt tatsächlich eine "scharfe Klinge" und mischt im vorderen Tabellendrittel - das Erreichen von Platz 2 ist bei nur fünf Punkten Rückstand noch ein realistisches Ziel - kräftig mit. Dabei könnte der Start in die Restrückrunde nicht fordernder sein, erwartet die Truppe um Ligatorjäger Thomas Behrend (19 Tore) doch am 23. März gleich den nur einen Zähler mehr habenden Mitstreiter DJK Ensdorf. Da ist von Null auf Hundert gleich Vollgas gefordert.
"Wir sind zufrieden, wobei es natürlich ein paar Punkte mehr hätten sein können. Wir wollen bis zum Schluss oben dran bleiben und so viele Punkte wie möglich ergattern. Wir freuen uns auf spannende Partien und werden uns ordentlich darauf vorbereiten", so das kurze Statement von SG-Coach Andreas Schinhammer, mit welchem er Zufriedenheit über das bisher Gebotene und Vorfreude auf das Kommende ausdrückt.