
Im Jubiläums- und Abstiegsjahr läuft die Frist für die SpVgg Unterhaching demnächst aus.
Unterhaching - Erst der Abstieg aus der 3. Liga, dann neulich die Niederlage im bayerischen Toto-Pokalfinale: Sportlich ist die Fußballsaison 2024/25 für die SpVgg Unterhaching miserabel gelaufen. Immerhin, im Jahr des 100-jährigen Vereinsbestehens gibt es demnächst ein Jubiläumsbier sowie Mitte Juli und im September zwei Festveranstaltungen für die Fans. Ob es dann, nach den sportlichen Misserfolgen, etwas zu feiern gibt, vielleicht den seit 2018 verhandelten Stadionkauf? Ein Thema, das sich allmählich zur Odyssee entwickelt.
Die Gemeinde will das Stadion, das in puncto Pflege beträchtliche Folgekosten verursacht, gern loswerden – doch der Preis dafür ist gestiegen, von ehemals veranschlagen 3,3 Millionen Euro auf mittlerweile 7,56 Millionen Euro netto laut eines Gutachtens. Ein Ende 2024 anberaumter Notartermin war wieder abgesagt worden, anschließend hatte die Gemeinde der SpVgg Unterhaching Sportpark GmbH eine Frist bis zum 30. Juni 2025 eingeräumt: „Bis dahin gilt ein Erstzugriffsrecht“, sagt Rathaussprecher Simon Hötzl. Nimmt wie SpVgg Unterhaching diese Option nicht wahr, könnte jederzeit ein externer Investor zuschlagen; aktuell ist das Fußballstadion an die American Footballer der Munich Ravens unterverpachtet, der Rasen ist sportartgerecht unliniert.
Die Kernfrage lautet nun: Kauft die SpVgg Unterhaching wirklich das Stadion, im Abstiegs- und Jubiläumsjahr? Im März hatte SpVgg-Präsident Manfred Schwabl sich so geäußert: Die Uhr tickt“, sagt Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, bei einem Pressegespräch im Sportpark. „Die Karten liegen auf dem Tisch, wir sind am Zug, es liegt an uns.“ Zur Finanzierung sagte Schwabl damals: „Ich hoffe, dass wir spätestens im Mai so weit sind und den Stadionkauf realisieren können.“ Bezahlt werden soll das Vorhaben, so heißt es stets, über Investoren für ein Ärztehaus, das die SpVgg Unterhaching auf ihrem eigenen Grundstück hinter der Osttribüne bauen will.

Nun also ist der Mai vorüber – und passiert ist? Noch nichts Unterschriftsreifes. Auf Nachfrage des Münchner Merkur sagt der Vize-Präsident der SpVgg Unterhaching, Peter Wagstyl: „Es gibt aktuell noch nichts Konkretes zu vermelden.“ Und aus dem Rathaus verlautet auf die Frage, ob ab dem 1. Juli plötzlich ein externer Investor den Zuschlag erhalten könnte, dies: „Die Beschlusslage ist eindeutig, der Bürgermeister wurde ermächtigt, Gespräche zu führen, um den Verkauf zu forcieren“, sagt Simon Hötzl. „Und ja, wie man an der Münchner Olympiabewerbung sieht, sind Sportstätten in der Region gefragt.“ Der Druck auf die SpVgg, die Salamitaktik zu beenden, wächst also.