2025-04-02T15:12:16.030Z 1743692540732

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Der 1. FC Kleve musste sich dem ETB Schwarz-Weiß Essen geschlagen geben.
Der 1. FC Kleve musste sich dem ETB Schwarz-Weiß Essen geschlagen geben. – Foto: Arno Wirths

Unglückliches Pokal-Aus für den 1. FC Kleve

Der Oberligist verliert das Heimspiel gegen den Ligarivalen ETB Schwarz-Weiß Essen mit 0:2. Der junge Torhüter Henning Divis ist trotz einer guten Leistung untröstlich, weil er die Niederlage mit einem Fehler eingeleitet hat.

Henning Divis stand am Sonntag zum zweiten Mal in einem Pflichtspiel im Tor des 1. FC Kleve. Der 21-jährige Schlussmann, der vor der Saison vom Bezirksligisten TuB Bocholt zum Oberligisten 1. FC Kleve gewechselt war, erhielt einige Komplimente für die gute Leistung, die er gezeigt hatte. Es war nur ein schwacher Trost für den talentierten Keeper. Denn er wusste zu genau, dass er mit dem einzigen Patzer, den er sich geleistet hatte, erheblich dazu beigetragen hatte, dass seine Mannschaft in der zweiten Runde des Niederrheinpokals eine 0:2 (0:1)-Niederlage in der Heimpartie gegen den Ligarivalen ETB Schwarz-Weiß Essen kassiert hatte.

Tödlicher Fehler

„So ein Fehler darf mir nicht passieren. Ich hätte da eine andere Entscheidung treffen müssen“, sagte Divis mit Blick auf die Situation, die seine Mannschaft in Rückstand gebracht hatte. Der Keeper, der beim 4:1 in der ersten Runde beim Bezirksligisten Sparta Bilk sein Pflichtspiel-Debüt im Klever Trikot gegeben hatte, hatte den Ball in der 26. Minute dem am Strafraum lauernden Essener Niko Bosnjak direkt in die Füße gespielt – der Stürmer hatte keine Mühe, seine Mannschaft in Führung zu bringen. Das war der Anfang vom Aus des 1. FC Kleve im Pokalwettbewerb – die Leiden eines Torhüters.

Divis wurde nach dem Gegentor umgehend von seinem Teamkollegen getröstet. Und auch der Klever Trainer Umut Akpinar nahm den jungen Schlussmann nach dem Spiel in Schutz. „Henning Divis hat wie die gesamte Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. Ich mache ihm überhaupt keinen Vorwurf. Zur Ausbildung eines jungen Spielers gehört es auch dazu, dass er Fehler macht, aus denen er lernt“, sagte Akpinar. Divis gab sich ansonsten keine Blöße, hatte kurz vor dem 0:1 mit einer Parade einen Rückstand verhindert und bis auf besagte Ausnahme gezeigt, dass er als Torhüter auch den Umgang mit dem Ball am Fuß beherrscht.

Der 21-Jährige hat es nicht bereut, zum Oberligisten gewechselt zu sein, obwohl ihm klar war, dass es nur die Nummer zwei hinter Stammkeeper Ahmet Taner sein würde. „Das muss man einkalkulieren, wenn man zu einem Verein geht, der einen so guten Torhüter hat. Doch ich kann von Ahmet Taner viel lernen und verstehe mich gut mit ihm. Auch dies ist ein Grund, weshalb ich mich in Kleve so wohl fühle“, sagte Henning Divis. Er kannte einige Spieler seines neuen Teams zudem schon, da sein älterer Bruder Philipp Divis bereits ein Jahr zuvor an den Bresserberg gewechselt war.

Englische Woche im Blick

Der 1. FC Kleve hatte am Sonntag noch alle Chancen, den Fehler seines jungen Torhüters wettzumachen. Der Mannschaft fehlte in der ersten Halbzeit zwar noch der richtige Zug zum Tor. Das wurde erst besser, als Trainer Umut Akpinar nach und nach einige Spieler der Stammelf in die Partie brachte. Der Coach hatte zunächst auf einige jüngere Akteure gesetzt, um ihnen im Pokal die Gelegenheit zu geben, Spielpraxis zu sammeln. „Das haben sich diese Jungs auch verdient, weil sie im Training sehr gut mitziehen“, so Akpinar. Zudem rotierte der Coach so stark, weil in der Meisterschaft bereits am kommenden Mittwoch, 20 Uhr, die Heimpartie gegen Union Nettetal ansteht.

Der 1. FC Kleve kam in der zweiten Halbzeit dann immer besser ins Spiel, weil er jetzt auch konsequenter über die Außen angriff. Doch der Gastgeber ließ gute Chancen ungenutzt, wenigstens die Verlängerung zu erzwingen. So scheiterte Dario Gerling in der Schlussphase mit einem Freistoß aus 18 Metern am Essener Schlussmann Philipp Gutkowski. Der Gast nahm dann in der 89. Minute alle Spannung aus der Partie, als Felix Geisler bei einem der wenigen Konter des Ligarivalen auf 2:0 erhöhte.

Bezeichnend war, dass sich der 1. FC Kleve auch danach nicht aufgab und alles versuchte, wenigstens noch einen Treffer zu erzielen. Ebenso bezeichnend war aber auch, dass Mittelstürmer Dario Gerling die größte Chance der Partie kläglich vergab. Er schaffte das Kunststück, den Ball aus knapp zwei Metern Entfernung mit einem Kopfball-Aufsetzer über das Tor zu befördern.

Aufrufe: 09.9.2024, 06:00 Uhr
RP / Joachim SchwenkAutor