Nein, eine optimale Vorbereitung sieht sicher anders aus, als sie Trainer David Romminger diesen Sommer mit dem TB 03 Roding erlebt. Der 41-jährige Ex-Profi bereitet seine Mannen derzeit intensiv auf die dritte Saison in der Landesliga Mitte vor. Doch statt sorgenfreien Wochen vor dem Ligaauftakt in zehn Tagen gegen Mitfavorit Hauzenberg, bereitet im Moment das Personal größere Sorgen. Teils kurzfristige Abgänge, Verletzung, Krankheit und Urlaubszeit trugen dafür Sorge, dass das Testspiel gegen den ASV Cham (1:6) erst im zweiten Anlauf über die Bühne gebracht werden konnte. Beim jüngsten Test gegen Bezirksligist Wenzenbach (2:1) füllten zwei Ex-Spieler der „Zweiten“ die Ersatzbank auf.
„Ich bin keiner, der groß jammert. Wir müssen die – natürlich angespannte – Situation so hinnehmen und das Beste daraus machen“, übt sich Rodings Spielertrainer David Romminger in Zweckoptimismus: „Ich bin positiv gestimmt.“
Im Kader haben sich unerwartet Baustellen aufgetan. Während der Abgang von Jonas Huber zum Ligakonkurrenten TSV Kareth-Lappersdorf schmerzhaft, aber länger bekannt war, verabschiedeten sich mit Luca Politanow (FC Raindorf) und Jonas Held (SC Luhe-Wildenau) zwei Akteure relativ kurzfristig. In beide Spieler hatte man im TB-Lager für die neue Saison große Hoffnungen gesteckt. Auf der Habenseite stehen die Neuverpflichtungen von Christian Kufner, der bisherige Kapitän beim Regionalligisten DJK Vilzing, Keeper Johannes Herrnberger vom SV Donaustauf und Karim Nerl von der DJK Arnschwang. Letzterer klagte zuletzt über eine Zerrung, trainiert aber wieder. Andererseits fällt Nachwuchshoffnung Leon Reisinger wegen einer Verletzung an der Patellasehne noch monatelang aus. Und Tormann Lukas Faltermeier ist wegen eines lädierten Außenbands im Knie nun auch für ein paar Wochen raus. Defensiv-Routinier Stefan Pongratz konnte ebenfalls noch kein Vorbereitungsspiel bestreiten.
„Wir sind dran und sondieren den Markt“, erklärt Rodings Coach, angesprochen auf die Suche nach etwaigen Kaderverstärkungen. „Wir wollen und müssen da was machen. Einfach gestaltet sich das jedoch nicht, jeder steckt in der Vorbereitung und ist kurz vor dem Saisonstart“, benennt Romminger den ungünstigen Zeitpunkt. Was im Falle des TB 03 Roding dazukommt: Sowohl eine zweite Mannschaft als auch eine A-Jugend gibt es nicht – und damit kein Spielerpool, aus dem man im Notfall schöpfen könnte. „Das macht es extrem schwer. Wenn etwas passiert, wo langst du hin?“, überlegt Romminger, der selbst zuletzt ein paar Tage krank flachgelegen war. „Hier reden wir auch vom Training. Ob 12 oder 18 Spieler im Training sind, ist ein großer Unterschied.“
Trotz der angespannten Personalsituation bleibt David Romminger positiv gestimmt. Die bisherige Vorbereitung habe gezeigt, dass alle einsatzfähigen Spieler an einem Strang ziehen würden, schildert der ehemalige Jahn-Profi seine Eindrücke. „Alle sind im Training voll dabei, der kleine Kader schweißt noch mehr zusammen. Die erfahrenen Spieler gehen voran, wie ich mir das vorstelle. Die jungen Wilden müssen sich dranhängen, dabei bleiben, hellhörig sein. Die Spieler haben Spaß im Training, es ist ein Lachen da. Die Trainingsbeteiligung plus der Zug in der Mannschaft stimmen mich positiv.“
Nichtsdestotrotz gibt sich Romminger mit Blick auf die anstehende Spielzeit in der Landesliga keinen Illusionen hin. Das Ziel ist klar: „Nach 34 Spieltagen über dem Strich stehen. Alles was mehr kommt, ist gut.“ Sportlich wünscht sich der 41-jährige Routinier noch mehr Stabilität in der Defensive. Die Anzahl an Gegentoren gilt es zu minimieren: „In den letzten zwei Saisons war diese gleich.“ Zum Ligaauftakt am 21. Juni reist mit Sturm Hauzenberg gleich mal ein Spitzenteam der Liga an den Rodinger Esper. „Das ist schon eine Hausnummer. Aber wir haben letzte Saison gegen Hauzenberg gut ausgeschaut, waren zweimal näher dran am Sieg.“ Es schließen sich Duelle mit Landshut und den Aufsteigern Parsberg, Dingolfing und Passau an. „Für mich gibt es nicht den guten und den schlechten Saisonstart, was die Gegner angeht. Die Liga ist jedenfalls noch ausgeglichener geworden“, meint Romminger, der Seebach, Hauzenberg, Ettmannsdorf und Kareth zu den Titelanwärtern zählt.