2026-03-05T07:49:35.839Z

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Und ewig grüßt das Murmeltier: Heide drückt – VfR Neumünster kontert

von Helwig Pfalzgraf · Gestern, 23:18 Uhr · 0 Leser
Mit vereinten Kräften retten Keeper Christopher Newe und Kenny Korup (VfR Neumünster) gegen Jonah Gieseler (Heider SV).
Mit vereinten Kräften retten Keeper Christopher Newe und Kenny Korup (VfR Neumünster) gegen Jonah Gieseler (Heider SV). – Foto: Volker Schlichting

Im traditionsreichen und gleichzeitig schönsten Oberligastadion Schleswig-Holsteins an der Meldorfer Straße traf der heimische Heider SV auf den ewigen Rivalen Rasensport Neumünster, mit dem man in Freundschaft verbunden ist. In der Vorwoche war der HSV mit einer 0:2-Niederlage von Holstein Kiel II zurückgekehrt. Für den VfR Neumünster war das Spiel heute der Auftakt der Frühjahrsserie.

Beim HSV stand erstmals seit langer Zeit wieder Jan Wansiedler im Kader. Beim Gast fehlten Visar Mehmeti (fünfte Gelbe Karte) sowie Jonas Schomaker aus privaten Gründen. Ansonsten hatte Trainer Danny Cornelius alle Mann an Bord.

Spielglück zuletzt und auch heute beim VfR

Die letzten beiden Oberliga-Duelle hatte der Gast gewinnen können. Beim LOTTO-MASTERS im Januar hatte man sich 2:2 getrennt und jeweils das Halbfinale erreicht. Auch heute hatte der VfR das bessere Ende für sich und gewann wie im Vorjahr in Heide mit 4:1. Zwar deutlich zu hoch, aber aufgrund cleverer Spielweise auch hochverdient.

Mit Charme, guter Stimmung und viel Konfetti - so sind die Fans des VfR Neumünster auch beim Spiel in Heide dabei.
Mit Charme, guter Stimmung und viel Konfetti - so sind die Fans des VfR Neumünster auch beim Spiel in Heide dabei. – Foto: Volker Schlichting

Heide drückt, VfR kontert

Nicht nur das Endergebnis von 1:4 war eine exakte Ergebnis-Wiederholung des letzten Gastspiels des VfR in Heide, auch der Spielverlauf ähnelte sich. Heide machte das Spiel, aber erneut hatte der VfR per Konter den ersten „Riesen“. Ilir Serifi schickte Kastriot Alija, der wieder den einlaufenden Serifi bediente, doch der verzog völlig frei aus zehn Metern.

HSV mit Chancen...

Nach der bereits dritten Ecke nach neun Minuten kam Kapitän Jona Gieseler frei zum Schuss, aber VfR-Keeper Christopher Newe war auf dem Posten – genau wie beim Marvin-Wolf-Kopfball aus Nahdistanz (15.).

Jonah Gieseler (Heider SV) gewinnt den Kopfball gegen Christoph Kahlcke (vorne) und Jan Lippegaus (VfR Neumünster).
Jonah Gieseler (Heider SV) gewinnt den Kopfball gegen Christoph Kahlcke (vorne) und Jan Lippegaus (VfR Neumünster). – Foto: Volker Schlichting

...aber auch Rasensport meldet sich

Der VfR war aber in dieser Phase auch nicht chancenlos. Nach einem Aufbaufehler der Heider zog Neuzugang Rafael Krause aus 30 Metern ab, der Ball ging knapp vorbei (23.).

Allerdings wurde nun die Überlegenheit der Wichmann-Elf immer deutlicher. In den Halbräumen hatte der VfR nun wenig Zugriff, wie Trainer Danny Cornelius in der Pressekonferenz feststellte. Christopher Buchtmann verzog nach Zusammenspiel mit Gieseler halblinks frei knapp (28.). Mattis Harms wurde bei seinem Tor wegen Abseits zurückgepfiffen (32.).

Azat Selcuk vergibt das 1:0...

Die größte Möglichkeit vergab jedoch Selcuk, der frei vor Newe zunächst an diesem scheiterte, um bei freier Schussbahn den Abpraller neben das leere Tor zu setzen.

Azat Selcuk (Heider SV) gegen Christoph Kahlcke (VfR Neumünster).
Azat Selcuk (Heider SV) gegen Christoph Kahlcke (VfR Neumünster). – Foto: Volker Schlichting

...und im Gegenzug 0:1

Ola Adesanya setzte sich links trotz harter Bedrängnis durch, in der Mitte war Alija schneller als sein Gegenspieler und schob abgeklärt ins lange Eck (39.). Fast hätte Adesanya nach Konter über Krause aus ganz spitzem Winkel noch nachgelegt, aber Wolf holte den Ball noch per Kopf von der Linie. 6:1 für den HSV lautete das Eckenverhältnis zur Pause – Spielstand aber 0:1.

Markus Wichmann: „Schlechteste Halbzeit der Saison“

...sagte der HSV-Trainer in besagter Pressekonferenz über die zweite Hälfte. Nach dem Ausscheiden von Abwehrchef Patrick Storb präsentierte sich die Defensive der Heimelf tatsächlich „erstaunlicherweise offen wie ein Scheunentor“, wie VfR-Innenverteidiger Christoph Kahlcke nach Spielschluss treffend feststellte.

Alija mit Doppelpack

Zunächst schenkte man dem Gast quasi das 0:2, als nach einer Halbfeld-Flanke von Jan Lippegaus der HSV zunächst am Ball war, aber Alija nachsetzte und nach einem Missverständnis trotzdem an den Ball kam und locker an Thomsen zum 0:2 einschob (56.).

Patrick Storb, hier im Luftzweikampf mit Ilir Serifi (li., VfR Neumünster), und der Heider SV hatten ein Déjà-vu.
Patrick Storb, hier im Luftzweikampf mit Ilir Serifi (li., VfR Neumünster), und der Heider SV hatten ein Déjà-vu. – Foto: Volker Schlichting

Krause mit Einstandstor

Auch der nächste Konter des VfR sitzt. Alija ist weiter „on fire“, lässt links seinen Gegenspieler stehen, Pass auf Adesanya, der sich ebenfalls durchsetzt und auf den zweiten Pfosten zum ganz freien Krause ablegt, der mühelos zum 0:3 einschiebt (58.).

Adesanya mit Traumtor

Zwar drückt Heide weiter, aber Selcuk findet erneut in Newe seinen Meister (63.). Heide läuft nun die Zeit davon, Wichmann bringt frische Kräfte, Cornelius etwas später auch. Als Adesanya nach von Nick Neca und Kenny Korup gestopptem Angriff mit anschließendem Befreiungsschlag an den Ball kommt und aus der eigenen Hälfte aus gut 55 Metern den weit vor seinem Tor stehenden Thomsen zum 0:4 überwindet, ist das Spiel endgültig gelaufen (77.).

Abnutzungskampf – VfR mit breiter Bank

Dann müssen beim VfR die beiden Innenverteidiger aus der starken Viererkette angeschlagen raus. Der HSV kann durch die dadurch bedingten kurzfristigen Abstimmungsprobleme in der VfR-Defensive noch einmal durch den früheren Neumünsteraner Lennart Busch verkürzen (83.). Doch als Selcuks Freistoß zwei Minuten später in der Mauer hängen geblieben ist, hat der umsortierte VfR, jetzt mit Radovan Karaman und Tom Schilling als Innenverteidiger, wieder alles im Griff. Mittelfeld-Leader Kevin Schulz trifft zum vermeintlichen 1:5, aber Abseits. Christopher Kramer spielt kurz danach Serifi frei, Thomsen rettet.

Fazit: „Und ewig grüßt das Murmeltier“ – Wieder verliert der feldüberlegene Heider SV gegen den VfR Neumünster mit 1:4. Der VfR hat sich mit Radovan Karaman, Manuel Carvalho und Krause deutlich verstärkt, verfügt dadurch jetzt über eine breit aufgestellte, leistungsstarke Bank – wie heute deutlich zu sehen war.

Stimmen zum Spiel

Danny Cornelius (Trainer VfR Neumünster)
Markus Wichmann (Trainer Heider SV)
Heider SV - VfR Neumünster PK