2024-06-17T07:46:28.129Z

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Die SGS Essen und Tusa 06 Düsseldorf gehen eine Partnerschaft ein
Die SGS Essen und Tusa 06 Düsseldorf gehen eine Partnerschaft ein – Foto: Sebastian J. Schwarz

Tusa 06 und die SGS Essen: Hilfe aus der Bundesliga

Tusa 06 und die SGS Essen haben eine weitreichende Kooperation für den Frauen- und Mädchenfußball geschlossen.

Die DJK Tusa 06 ist mit ihrem Leistungszentrum für Frauen- und Mädchenußball derzeit die Nummer eins in der Stadt. Mit seinen U17-Juniorinnen ist der Klub aus dem Stadtteil Flehe in dieser Saison sogar erstmals in der Regionalliga West vertreten.

Doch wie lange Tusa die Vormachtstellung halten kann, ist fraglich. Denn mit der Fortuna wächst in der Nachbarschaft ein ehrgeiziger Konkurrent heran. Der Fußball-Zweitligist will auch im Mädchen- und Frauenbereich nach oben und wird damit automatisch zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für die Tusa.

Man mag sich kaum vorstellen, welches Potenzial in einem Schulterschluss beider Vereine läge. Doch dazu wird es zumindest vorerst nicht kommen. Stattdessen präsentierte die Tusa zu Wochenbeginn nun einen prominenten Kooperationspartner aus einer Nachbarstadt. Die SGS Essen zählt als fester Bestandteil der Frauen-Bundesliga hierzulande zweifellos zu den Top-Adressen und genießt darüber hinaus auch in der weiblichen Nachwuchsförderung einen sehr guten Ruf. Ab sofort arbeiten beide Klubs im Bereich der Talentförderung exklusiv miteinander.

SGS Essen als Vorbild

Marcus Italiani, der Leiter des Leistungszentrums der Tusa, sieht in der Kooperation einen Meilenstein für den Frauen- und Mädchenfußball in der Region. "Wir haben uns seit der Gründung des Tusa-Leistungszentrums für Frauen- und Mädchenfußball im Jahr 2018 als Ausbildungsverein gesehen, der ambitionierten Fußballerinnen dabei helfen will, ihre Träume zu verwirklichen. Viele unserer ehemaligen Spielerinnen sind mittlerweile für diverse Profi-Klubs am Ball. Dabei war die SGS Essen stets ein Vorbild und ein Beleg dafür, dass man auch im weiblichen Leistungsfußball mit viel Engagement und Herzblut erfolgreich sein kann, ohne zwingend mit einem großen Männer-Lizenzverein zu fusionieren“, gibt Italiani in einer offiziellen Mitteilung zu Protokoll.

Wissensaustausch angedacht

Künftig wollen die beiden Partner nicht nur in der Sichtung von Talenten kooperieren. Auch auf Trainerebene soll über Hospitationen ein Wissenstransfer erfolgen. Zu guter Letzt sollen auch die Spielerinnen beider Vereine etwas von dieser Kooperation haben. Im Rahmen von Fördertrainingseinheiten können sich die Tusa-Talente in den Fokus des Tabellensechsten der Frauen-Bundesliga spielen.

Umgekehrt sollen sich Spielerinnen der SGS, die dort keine Perspektive mehr haben, bei der Tusa leistungsorientiert weiterentwickeln können. „Unser fachlicher Austausch im Bereich Mädchenfußball wird Sportlerinnen, aber auch Übungsleiterinnen und Übungsleiter weiterentwickeln, Talente fördern und die Sichtbarkeit des Fußballs, auch als Sportart für Mädchen in Düsseldorf, Essen und der gesamten Region weiter erhöhen“, sagt Ute Groth, die erste Vorsitzende der DJK Tusa 06.

Kooperation muss beidseitig funktionieren

Nun liegt es an den Protagonisten der Vereine, das auf dem Papier Vereinbarte in der Praxis auch mit Leben zu füllen. Nicht selten verlaufen Kooperationen dieser Art als Einbahnstraße in Richtung des größeren Vereins.

Auch in diesem konkreten Fall liegt der Nutzen für die SGS Essen gerade im Scouting auf der Hand. Denn im Mädchenfußball sind nicht viele Vereine schon im Grundschulaltersbereich so aktiv wie die DJK Tusa 06. Damit umgekehrt auch die Fleherinnen von der SGS profitieren können, gilt es, die gestellten Angebote aktiv einzufordern. Ein Interesse an einer Bündelung der Kräfte sollten beide Klubs ohnehin haben. Schließlich wächst mit der Fortuna am Niederrhein auch ein gemeinsamer Konkurrent heran.

Aufrufe: 013.3.2024, 10:00 Uhr
RP / Marcus GiesenfeldAutor