Mit den Fußballern von TuRU Düsseldorf ist es derzeit wie mit Kindern, die ihren gerade aufgebauten Spielturm mit einem Schlag wieder zum Einstürzen bringen. Das, was sich der Landesligist in einem Moment erarbeitet, macht er sich schon kurz darauf zu oft wieder kaputt. So auch am vergangenen Wochenende.
Nach dem überzeugend herausgespielten 2:0-Heimerfolg über den SC Kapellen-Erft hatte sich der Oberbilker Tross zuversichtlich auf den Weg nach Mennrath gemacht. Bei der auf dem vorletzten Platz stehenden Victoria sollte am Sonntag so etwas wie eine Siegesserie entstehen. Doch nach nicht einmal 40 gespielten Minuten standen die Blau-Weißen beim Stand von 0:3 mit dem Rücken zur Wand. Dass die Turu während dieser 90-minütigen Achterbahnfahrt kurz vor Schluss plötzlich mit 4:3 in Führung lag, passt zu ihrer Saison mit Aufs und Abs. Ebenso aber auch der Umstand, dass sie sich im Endspurt noch den Gegentreffer zum 4:4-Endstand einfing.
Francisco Carrasco versuchte das Remis im Anschluss positiv zu werten. „Ich kann der Mannschaft doch gar nicht böse sein, dass sie diese Partie nicht gewonnen hat“, konstatierte Turus Trainer. Stattdessen hob der Spanier die Moral seiner Schützlinge hervor. „Eine solche Aufholjagd, wie wir sie in der zweiten Hälfte hingelegt haben, habe ich in der Seitenlinie glaube ich noch nie erlebt. Die Zuschauer hatten Gänsehaut. Das war überragend, was die Jungs nach der Pause gezeigt haben“, lobte Carrasco.
Zur Geschichte dieses kurzweiligen Spiels gehörte aber nun einmal auch die erste Hälfte, in der die Gäste drohten, schon komplett unter die Räder zu geraten. „Wir konnten von Glück sagen, dass es da nicht schon 0:4 stand. Denn Mennrath hatte auch noch einen Aluminiumtreffer“, sagte Carrasco.
Warum es der Turu immer noch nicht gelingt, über einen längeren Zeitraum konstant gute Leistungen auf den Platz zu bringen, bleibt ein Rätsel. Natürlich war der Kader auch am Sonntag dezimiert, musste Offensivmann Mohamed Darwish sogar als Innenverteidiger aushelfen. Doch als alleinige Erklärung für den schwachen ersten Abschnitt darf diese Tatsache nicht herhalten. Denn nach dem Seitenwechsel zeigte die Turu ja, zu was sie auch ersatzgeschwächt in der Lage sein kann. An die Leistung aus den zweiten 45 Minuten gilt es nun im Derby gegen formstarke die SG Unterrath anzuknüpfen. Denn viele weitere Einstürze darf sich die Carrasco-Elf nicht erlauben, sonst droht sie im Tabellenkeller zu versacken.