Wiesbaden. 43 Punkte aus 20 Partien und Tabellenplatz drei. Keine schlechte Bilanz für einen Aufsteiger. Ganz im Gegenteil: Die Fußballer vom Türkischen SV Wiesbaden konnten in der Gruppenliga-Hinrunde bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit acht Siegen in Folge ist der TSV das formstärkste Team der Liga, umso unglücklicher, da nun die Winterpause ansteht. Warum läuft es beim Türkischen SV so gut? Welche Ziele gibt es für die Rückrunde? Und welche Kaderveränderungen gibt es?
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„Wir sind später gut in die Liga reingekommen. Bis auf das Bierstadt-Spiel konnten wir in den meisten Spielen überzeugen. Am Ende hätten wir auch besser abschneiden können“, sagt TSV-Vorsitzender Ilkay Candogan, der aufgrund der fulminanten Siegesserie vor der Winterpause dennoch hochzufrieden sein kann. Nachdem die Türken in der Saison 22/23 aus der Gruppenliga abgestiegen waren, schaffte der TSV in der vergangenen Spielzeit den direkten Wiederaufstieg. „Wir sind jetzt erfahrener – als Verein und als Vorstand“, reflektiert Candogan, der die Mannschaft nun deutlich gefestigter sieht als noch vor zwei Jahren. Auch weil der TSV seine Defensivprobleme endlich scheint abgestellt zu haben. Nur fünf Gegentore aus den vergangenen sechs Partien, gepaart mit der besten Offensive der Liga (80 Treffer), machen den Türkischen SV nicht umsonst zum heißesten Team der Gruppenliga. „Wir sind nicht mit der Ambition in die Liga gegangen, um am Ende aufzusteigen. Dennoch ist noch alles drin und obwohl es nicht unser primäres Ziel ist, könnten wir aufsteigen. Wenn das am Ende so sein sollte, nehmen wir das natürlich an. Warum nicht?“, sagt Candogan.
Ein weiterer Faktor für die bislang so erfolgreiche Saison: Mit Mohammed Tahiri (19 Tore), Pierre Massfeller (15 Tore) und Daniel Rudi (21 Tore) stellt der Sportverein das gefährlichste Offensiv-Trio der Liga. Zudem ist Trainer Gökhan Caliskan nunmehr seine dritte Saison bei den Wiesbadenern – übernahm damals für Hakan Tutkun in der Abstiegssaison und führte den Verein mit dem Aufstieg im Sommer nun zurück in die Gruppenliga. „Eigentlich haben wir gedacht, dass er es vorübergehend machen wird. Er ist sehr beliebt und präsentiert uns gut“, sagt Candogan über den 45-jährigen Übungsleiter. Der zudem durch Co-Trainer Eray Güngör gut ergänzt wird. „Er kommt besonders mit jungen Spielern sehr gut zurecht“, lobt Candogan und ergänzt: „Die Jungs unternehmen auch privat sehr viel und sitzen auch nach den Trainings mit uns zusammen. Da gibt es keinen Abstand zwischen Vorstand und Mannschaft.“
Von dieser müssen sich Alem Dupljak (TSG Wörsdorf), Ivan Raspaglia (unbekannt), Abdullah Kasilmis und Furkan Karaahmet (kehren beide zu Kreisoberligist Spvgg. Sonnenberg zurück) künftig verabschieden. Bei Kasilmis und Karaahmet sei die geringe Spielzeit der Grund für den Wechsel, lässt der Vorsitzende durchblicken. Mit Innenverteidiger Richard Ofosu von Verbandsliga-Spitzenreiter SV Zeilsheim steht bereits ein Neuzugang fest. „Wir sind noch in Gesprächen. Wenn, dann würden wir in der Verteidigung etwas machen“, verrät Candogan bezüglich weiterer potenzieller Winter-Zugänge. Insgesamt seien fünf bis sechs Vorbereitungsspiele geplant, bevor es dann in der Liga am 1. März beim FV Alemannia Nied wieder losgeht.