
Türkgücü München kämpft weiter um ein Stadion für die kommende Saison. Der Verein braucht eine verlässliche Alternative zum Grünwalder Stadion.
München – Für die Verantwortlichen von Türkgücü München ist die Stadionfrage ein beinahe täglicher Kampf. „Es bleibt schwer. Sehr schwer“, sagt Uli Bergmann im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. Er leitet seit Anfang des Jahres die Geschäftsstelle des Vereins. Dass Türkgücü keine dauerhaft verfügbare und Regionalliga-taugliche Spielstätte hat, ist seit Jahren ein Problem. Von der Wahl der Heimspielstätte hängt allerdings ab, ob Türkgücü auch für die kommende Saison die Regionalliga-Lizenz erhält.
Immerhin: Die dafür nötigen Unterlagen hat Türkgücü laut Bergmann fristgerecht am vergangenen Freitag (2. Mai) eingereicht. Als Heimspielstätte ist darin das Grünwalder Stadion gemeldet. „Wenn nicht drei Spiele an einem Wochenende stattfinden.“ Der Klub aus dem Münchner Osten hat gegenüber dem TSV 1860 und dem FC Bayern II das Nachsehen. Zudem sicherte sich im vergangenen Jahr der FFC Wacker München das Recht auf Heimspiele auf Giesings Höhen, spielte aber bislang nicht dort. Sollten die Fußballerinnen in der kommenden Spielzeit tatsächlich im Grünwalder Stadion auflaufen, schwinden Möglichkeiten für Heimspiele Türkgücüs in der Kultstätte noch weiter. Denn im Grünwalder Stadion dürfen pro Saison nur maximal 50 Spiele stattfinden.
In der neuen Saison soll das Grünwalder Stadion primär als Spielstätte für Risikospiele Türkgücüs dienen. „Wir brauchen eine Ausweichstätte für normale Spiele‘“, erklärt Bergmann. Welches Stadion Türkgücü in den Lizenzunterlagen als Alternative angegeben hat, will der Geschäftsstellenleiter nicht sagen. Zuletzt spielte der Verein regelmäßig im Dantestadion, doch auch dort kam es immer wieder zu Terminkollisionen. Jetzt hat die Stadt offenbar angekündigt, dass im „Dante“ in der kommenden Saison kein Fußball mehr gespielt werden soll.

Türkgücü München sucht unterdessen weiter nach einem Stadion, das verlässlich zur Verfügung steht. Die Unterlagen werden zurzeit von der Regionalliga-Kommission geprüft. Die Lizenzierung für die vierte Liga gilt bei den Stadion- und Sicherheitsvorgaben als besonders streng. Die Prüfung der Lizenzunterlagen soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden, erklärt Fabian Frühwirth, Pressesprecher des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), auf Anfrage. Über die Anträge entscheidet ein Gremium um BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Verbandsspielleiter Josef Janker.
Der „Kampf um die Spielstätte“, wie es Bergmann nennt, ist weiterhin die Prio Nummer eins in der Geschäftsstelle. „Es kann nicht sein, dass ein Münchner Verein in München keine Spielstätte bekommt“, schimpft Bergmann. Sportlich sei das Ziel, mit der Mannschaft „das Unmögliche möglich zu machen“ und den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Bei noch zwei ausstehenden Spielen liegt Türkgücü mit vier Zählern Rückstand auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Der Verein hofft, dass aus dem Verfahren um den Punktabzug gegen den TSV Schwaben Augsburg womöglich noch drei Punkte rausspringen. Ob Türkgücü gegen den Punktabzug wegen Nichtantritts gegen Wacker Burghausen Einspruch einlegt, ließ Bergmann offen. Am Mittwoch (7. Mai) läuft die entsprechende Frist ab.
Der Verein hat daher auch für die Bayernliga eine Lizenz beantragt. Hier dient der Sportplatz in der Heinrich-Wieland-Straße als Heimstätte. Dass der Verein in der Bayernliga an „seinem“ Gelände spielen würde, sei „das einzig positive an dem großen Dilemma“, sagt Bergmann. (vfi)