Robert Schraudner bleibt Chef des Bezirksausschusses Oberbayern.
Robert Schraudner bleibt Chef des Bezirksausschusses Oberbayern. – Foto: Imago

Schraudner bleibt Chef in Oberbayern: Zehn-Minuten-Strafe vor Wiedereinführung

Ab der Bayernliga abwärts

Oberbayern hat seinen Bezirksausschuss für die kommenden vier Jahre gewählt. Diskutiert wurde auch die Einführung der Zehn-Minuten-Strafe.

Ebersberg – Nach den Bezirkstagen in Schwaben, Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz haben nun auch die Delegierten in Oberbayern ihre Entscheidungen getroffen. In Grasbrunn wurde nun der Bezirksausschuss für die anstehenden vier Jahre gewählt.

Robert Schraudner wurde mit allen Stimmen als Bezirks-Vorsitzender im Amt bestätigt, zudem wurde er von der Versammlung zum Kandidaten für das Amt des BFV-Präsidenten als Nachfolger des am Verbandstag nicht mehr zur Wahl stehenden Rainer Koch nominiert.

Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden Wolf-Peter Schulte als Bezirks-Spielleiter, Joachim Fuchs als Bezirks-Jugendleiter und Cornelia Richter als Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses im Bezirk. Neu im Bezirks-Ausschuss ist indes Emily Ferraro: Sie tritt als neues U30-Mitglied im Ausschuss die Nachfolge von Jonas Beinhofer an, der altersbedingt nicht erneut für die Position kandidiert hatte. Er wurde von BFV-Präsident Rainer Koch und Robert Schraudner verabschiedet.

Ein neues Gesicht bestätigten die Delegierten auch im Amt des Bezirks-Schiedsrichterobmanns: Walther Michl tritt die Nachfolge von Ferdinand Friedrich an, der aus beruflichen Gründen nicht mehr antrat.

Schraudner skizzierte seine drei Säulen für die kommenden Jahre mit dem Gewinn von mehr Spielern in allen Altersbereichen, dazu die Gewinnung und den Erhalt von Schiedsrichtern sowie eine fundierte Ausbildung und Qualifizierung bei Trainern, aber auch für die Ehrenamtlichen, denen im Vereinsalltag immer komplexere Fragestellungen begegnen: „Wir müssen uns den Themen des gesellschaftlichen Wandels stellen. Diese Veränderungen machen vor dem Fußball nicht Halt. Wir brauchen lokale und regionale Konzepte, eine Lösung für ganz Bayern gibt es nicht“, so Schraudner.

Das zeige gerade der Bezirk Oberbayern, wo die Bedürfnisse in den einzelnen Kreisen nicht unterschiedlicher sein könnten: „In München gibt es Vereine, die Kinder wieder nach Hause schicken müssen, weil die Kapazitäten für Trainingszeiten längst erschöpft sind. Im eher ländlich geprägten Raum unseres Bezirks fehlen hingegen die Kinder“, erklärt er.

Der 58 Jahre alte Vize-Präsident und Bezirks-Vorsitzende Schraudner ist zur Stunde neben dem schwäbischen Bezirks-Vorsitzenden Christoph Kern und Christian Bernkopf, früherer Kreis-Vorsitzender und -Spielleiter aus Niederbayern, einer von drei Kandidaten für die Nachfolge von Rainer Koch, der nach 18 Jahren an der Spitze des größten der 21 Landesverbände nicht erneut antreten wird.

Die oberbayerischen Delegierten hatten in Grasbrunn auf Antrag des Bezirks-Ausschusses über die Nominierung zu entscheiden und erteilten Schraudner einstimmig das entsprechende Mandat.

Die Teilnehmer des Bezirkstages waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014 und 2018 erneut dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. Thema in Grasbrunn war eine mögliche Wiedereinführung der Zehn-Minuten-Strafe in den Spielklassen des Erwachsenenbereichs von der Bayernliga abwärts nach dem Vorbild der Regelung im Junioren-Bereich, wo es aktuell die Fünf-Minuten-Strafe gibt. 67,88 Prozent der Delegierten befürworteten die Wiedereinführung. Das Thema geht jetzt an den Verband, der darüber entscheidet, ob die Regeländerung ab der Saison 2023/2024 eingeführt wird. Nach BFV-Aussagen gilt die Annahme der Zehn-Minuten-Strafe als wahrscheinlich.

In seiner Rede bedankte sich BFV-Präsident Koch für das Engagement der oberbayerischen Vereine in den vergangenen vier Jahren. „Wenn wir heute kurz vor dem Ende der Saison 2021/22 feststellen können, dass wir trotz aller Belastungen und Schwierigkeiten wieder in großer Zahl zurück auf den Fußballplätzen sind und die Saison geordnet und mit allen Spieltagen abschließen können, dann war und ist das eine großartige Leistung“, erklärte Koch.

Zudem hatten die Delegierten über einen Vereins-Antrag zu entscheiden. Der Antrag war auf dem Kreistag Inn/Salzach mehrheitlich angenommen worden und wurde nun auf dem Bezirkstag behandelt: Die DJK SV Griesstätt hatte die Abschaffung von Spielerpässen in Papierform gefordert und die ausschließliche Nutzung der elektronischen Spielberechtigungen gefordert. Der Antrag fand bei den Stimmberechtigten eine 100-prozentige Zustimmung. ez

Aufrufe: 020.5.2022, 08:33 Uhr
Redaktion EbersbergAutor