Spannender kann kein Drehbuch geschrieben werden. Schon während der Gruppenphase ging es oft um Winzigkeiten, die über Ausscheiden und Weiterkommen entschieden. Doch was das Finale bei der Futsalmeisterschaft im Landkreis Dillingen zwischen dem Titelverteidiger Türk Gücü Lauingen und der U23 des FC Gundelfingen dann brachte, das ist wahrlich nicht zu überbieten. Mit der Schlusssirene glichen die Gundelfinger noch aus, doch im Sechsmeterschießen setzte sich die „türkische Kraft“ um den als besten Schützen ausgezeichneten Sahin Tasdelen (6 Tore) dann 5:4 durch und durfte aus der Hand von Landrat Markus Müller den Raiffeisencup in Empfang nehmen.
Viele der insgesamt 700 Besucher in der Gundelfinger Kreissporthalle hatten bei dem fesselnden Turnier bis zum Schluss ausgeharrt. Wobei Türk Gücü den größten Fanblock stellte – und obendrein den emotionalsten. Das zeigte sich bereits im ersten Gruppenspiel gegen den BC Schretzheim um dessen zum besten Turnierspieler gewählten Martin Schromm. Das Kleeblatt führte bis in die Schlusssekunden hinein mit 1:0. Die Türken rannten an, zogen immer wieder Fouls und bekamen noch einen diskussionswürdigen Freistoß, aus dem das 1:1 durch Oldie Nuh Arslan resultierte. „So einen Moment brauchten wir, denn bislang lief die Hallensaison ja nicht so gut“, räumte Arslan später ein. Wobei der 37-Jährige ein paar Tage zuvor gar nicht an einen Einsatz denken wollte: „Ich hatte einen Hexenschuss und konnte nur mit Schmerzmittel spielen.“ Was er nur auf sich nahm, weil ihn die Mitspieler ausdrücklich ums Mitkicken gebeten hatten.
Arslans Treffer und auch das späte 1:1 gegen die SSV Dillingen, das ebenfalls aus einem umstrittenen Freistoß resultierte, öffnete Türk Gücü überhaupt erst das Tor ins Halbfinale. Das die Dillinger ebenso erreichten. Noch viel enger ging es in der Parallelgruppe zu. Da war zwar die U23 des FC Gundelfingen als Erster durchmarschiert, obwohl die Grün-Weißen mit einem Miniaufgebot angetreten waren und zudem mit Rodrigo Pinto Pires einen Feldspieler zwischen den Pfosten hatten, doch der war als Keeper zunächst nicht zu bezwingen.
Um den Gruppenzweiten zu ermitteln, waren dann allerdings Rechenkünste gefragt. Vor der letzten Partie zwischen dem SV Aislingen und der SG Bächingen/Medlingen war neben diesen beiden Teams noch der FC Lauingen im Rennen. Mit einem 1:0-Erfolg der Aislinger wäre der FCL Zweiter gewesen, bei einem Remis die Bächinger. Doch es kam anders, die Aislinger siegten 2:1 – und hatten selbst nicht begriffen, was passiert war. „Sind wir wirklich weiter?“, blickten die erstaunten Aschberg-Kicker ungläubig drein.
Mehr war für den SVA nicht mehr drin, im Halbfinale gab es ein 0:4 gegen Türk Gücü. Während sich Dillingens als bester Keeper geehrte Michael Wagner erst drei Sekunden vor dem Ende durch den verwandelten Zehnmeter von Simon Krist mit 1:2 dem FC Gundelfingen geschlagen geben musste. Krist, der ein gutes Turnier spielte, sollte im Endspiel ebenso eine entscheidende Rolle spielen. Nachdem Johannes Hauf mit seinem 1:1 die Gärtnerstädter ins Sechsmeterschießen gerettet hatte, trat Krist beim Stand von 5:4 für Türk Gücü zur Ausführung an – und jagte die Kugel über das Handballtor. Fast so schnell waren seine Mitspieler zur Stelle und trösteten ihn.
Mehr als ein Trostpflaster ist die Qualifikation für die Futsal-Endrunde im Kreis Donau, die am 6. Januar (ab 14 Uhr) in Höchstädt über die Bühne geht. Das Teilnehmerfeld und die Gruppeneinteilung dafür sind fix. Türk Gücü Lauingen trifft erneut auf die SSV Dillingen, den SC Tapfheim sowie den Günzburger Landkreismeister TSG Thannhausen. In der anderen Gruppe bekommt es die U23 des FC Gundelfingen mit dem SV Aislingen, dem SC Bubesheim und dem FSV Reimlingen zu tun.